Kaiserslautern
Neue Stadtmitte: Was bis zum Ende des Umbaus noch zu tun ist
„In etwa acht Wochen“ soll eine Rampe aus Granitplatten gebaut sein, die hinauf in den Serenadenhof führt, danach werden die Gehwege gepflastert und Grünflächen an der Kaiserpfalz angelegt, schätzt Jörg Riedinger, der Projektleiter für den Umbau der Neuen Stadtmitte bei der Stadtverwaltung. Schon jetzt lässt sich erahnen, wie es dort in nicht mehr allzu ferner Zukunft aussehen soll. Im Sommer 2022 begannen rund um den Fackelbrunnen die Bauarbeiten. Seitdem gibt es Sperrungen hier, vorübergehend geänderte Verkehrsführungen da, jede Menge Kritik für die von vielen als zu wenig grün empfundene Gestaltung inklusive. Denn bereits in den Jahren zuvor wurde der Schillerplatz neu gestaltet – und dort wie um das Karree an der Tourist-Info nach Ansicht vieler nicht ausreichend auf Beschattung und Bäume Wert gelegt. Bis vergangenen Sommer stand vor allem der Umbau der Fruchthallstraße auf dem Programm, seitdem wird in der Burgstraße gearbeitet. Zehn Millionen Euro kostet der Umbau laut Riedinger insgesamt, die Neugestaltung der Burgstraße inklusive des Knotenpunktes Martin-Luther-Straße/Spittelstraße rund vier Millionen.
„Die Rampe wird eingefasst mit einem Geländer, ähnlich wie es eines vorne an der Kaiserpfalz gibt. Der Innenhof wird vom Charakter her so erhalten bleiben, wie er zuvor war. Wir haben aber Leitungen verlegt, um ihn vielleicht auch für Veranstaltungen nutzen zu können“, erklärt Riedinger. In dem Hof werden die Treppenstufen erneuert, die auch als Sitzfläche dienen, die Wiese wird neu angelegt.
Überraschungen in der Erde
„Eigentlich war unser Plan, dass wir bis Mitte März mit dem ersten Abschnitt in der Burgstraße fertig sind und mit dem zweiten Bauabschnitt in der Martin-Luther-Straße starten können“, sagt Riedinger. Seit einiger Zeit können Autos die Burgstraße von der Mall kommend Richtung Schneiderstraße wieder befahren, die (meisten) Busse fahren seit Herbst am neu geschaffenen zentralen Halteplatz rund um den Fackelbrunnen ab. Seitdem konzentrieren sich die Arbeiten vor allem auf den Bereich der Burgstraße zwischen Fruchthalle und Casimirschloss.
Bei einer so großen Baustelle – die Fläche des aktuellen Bauabschnitts ist allein etwa 9000 Quadratmeter groß – tauchen immer wieder „Überraschungen“ auf, erläutert Sebastian Staab, Referatsleiter Tiefbau. Da komme es zwangsläufig zu Verzögerungen. „Das liegt aber in keiner Weise an der Firma Horn, mit der wir wirklich in sehr guter Abstimmung sind“, sagt Staab. Riedinger erklärt, was hinter einer der Verzögerungen steckt. „Wir haben bei den Erdarbeiten im Boden historische Mauern entdeckt“, führt er aus.
Neue Fernwärmeleitung nötig
Nach dem Fund wurde die Untere Denkmalschutzbehörde, bei der Stadtverwaltung angesiedelt, eingeschaltet, die stimmte sich mit der Landesarchäologie in Speyer ab. „Daraufhin mussten wir die Mauern vermessen, haben sie in unsere Pläne übertragen, sodass wir künftig genau wissen, wo sie liegen. Sie wurden geschützt, ehe weitergebaut werden konnte“, erklärt Riedinger. Die Mauerreste wurden wieder zugeschüttet, die Fundamente für die Passerelle – wie der Fußgängeraufgang in den Serenadenhof unter Fachleuten heißt – lagern nun darüber. Durch die Umplanungen verzögerten sich die Arbeiten rundherum, sodass es jetzt eben noch einige Wochen dauere, bis das Stück vor dem früheren kurfürstlichen und kaiserlichen Sitz fertig ist.
Einige Meter weiter Richtung Martin-Luther-Straße, direkt vor der Fruchthalle, zeigt sich noch so eine „Überraschung“. Mitten in der Fahrbahn klafft ein mehrere Meter langes und über ein Meter breites Loch. „Der Bereich war eigentlich schon zu“, sagt Riedinger. Doch dann meldeten sich die Stadtwerke Ende des vergangenen Jahres. Diagnose: ein irreparabler Schaden an ihrer Fernwärmeleitung. Eine neue Leitung muss her. Doch der bevorstehende Austausch brachte weitere Probleme mit sich: „Mitten in der Straße liegt ein großer Schmutzwasserkanal mit einem Durchmesser von 2,20 Metern“, erläutert Referatsleiter Staab. Der Plan sei deshalb zunächst gewesen, die neue Leitung unter der sich an den Gehweg anschließenden Grünfläche zu verlegen. „Die Gefahr, dabei das gesamte Wurzelwerk der Bäume zu beschädigen, sodass sie kaputtgehen, war laut Ökologen zu groß“, erklärt Riedinger. Daher zieht sich der Graben nun mitten durch die Straße.
Burgstraße soll im Spätsommer fertig sein
Auch die kaputten Leitungen – teils unter den Bushaltestellen sowie am Fahrbahnrand verlegt – bleiben im Boden, um die Bäume zu schützen, berichtet er. Denn ihre Wurzeln reichen viele Meter weit, verlaufen unterirdisch teils bis unter den Gehweg, könnten beim Herausziehen der alten Leitung beschädigt werden. Die neue Leitung soll wie die Rampe laut Riedinger in sechs bis acht Wochen verlegt sein. „Erst danach können wir die Gehwege und Bushaltestellen fertig machen“, erklärt der Projektleiter. „Die Asphaltarbeiten machen wir dann zusammen mit der Martin-Luther-Straße in einem Rutsch. Die Burgstraße wird dann spätestens im Spätsommer fertig“, so Riedinger.
Seit Beginn der Arbeiten im vergangenen Sommer ist die Durchfahrt durch die Burgstraße von der Martin-Luther-Straße und dem Stiftsplatz kommend nicht mehr möglich. Und das bleibe sowieso bis zum Ende der Arbeiten des zweiten Bauabschnitts so. Der soll voraussichtlich nach Ostern starten – ganz genau könne man das noch nicht sagen – und wohl bis Spätsommer dauern, sagt Riedinger. Dabei wird der Knotenpunkt an der östlichen Seite der Fruchthalle erneuert. „Erst wenn dieser Abschnitt der Martin-Luther-Straße fertig ist, können wir die Burgstraße wieder zumindest aus einer Richtung öffnen“, erklärt Staab – nämlich von der Ludwigstraße aus kommend. Die Zufahrt vom Stiftsplatz aus kommend bleibt dann aber erst noch dicht.
Denn auch diese Fahrbahnseite des Knotenpunktes Spittel- und Martin-Luther-Straße wird ausgebaut. „Das dauert dann nochmal drei bis vier Monate“, schätzt Riedinger. Sodass die Arbeiten Ende des Jahres voraussichtlich beendet sein werden. „Wir sind trotz der Verzögerungen im Zeitplan, beginnen aber jetzt mit dem zweiten Abschnitt etwas früher und noch bevor der erste Abschnitt in der Burgstraße komplett beendet ist“, so Staab. Auch um die durch Überraschungen verloren gegangene Zeit wieder aufzuholen, um Ende des Jahres den Umbau abschließen zu können.