Kaiserslautern Nein zu Gewalt gegen Frauen: Das sind die Veranstaltungen während den „Orange Days“
„Frauen im Gefängnis – gefangen in Unfreiheit“ lautet das diesjährige Motto der Initiative. „Frauen im Gefängnis gehören zu einer besonders vulnerablen Gruppe. Viele von ihnen wurden bereits vor ihrer Inhaftierung Opfer von Gewalt, sei es durch häusliche Gewalt, Menschenhandel oder sexuelle Ausbeutung“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Ein erheblicher Anteil von ihnen erleide auch in Haft Gewalt – sei es körperlich, sexuell oder psychisch. „Auch der dezidierte Einsatz für Frauenrechte oder emanzipatorische Bestrebungen bringt Frauen ins Gefängnis.“ Daneben gebe es aber auch (unsichtbare) Gefängnismauern mit psychischer und physischer Gewalt und Unfreiheit in der Beziehung mit dem eigenen Partner – was für nicht wenige Frauen tödlich ende.
Offizieller Auftakt ist am Montag, 25. November, um 17 Uhr im Rathaus. Dies ist zugleich der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Eröffnet wird das Programm von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Katharina Disch, gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Gewalt an Frauen, dem verschiedene Organisationen und Vereine angehören. Claudia Kettering von der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft wird gemeinsam mit Meike Camby, Vorsitzende von „Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt Kaiserslautern“ das diesjährige Motto beleuchten. Eine Vertreterin des Frauenvereins Impuls wird von ihren Erfahrungen in einem türkischen Gefängnis berichten. Im Anschluss wird die Ausstellung einer Gruppe Studentinnen der Mainzer Kunsthochschule im Rathausfoyer eröffnet. Die Öffentlichkeit ist hierzu eingeladen.
Erste Veranstaltung schon am Sonntag im Pfalztheater
Die erste Veranstaltung findet bereits vor dem offiziellen Start am Sonntag, 24. November, im Pfalztheater statt: In der Reihe „Science meets Arts meets Philosophy“ sprechen ab 11 Uhr auf der Foyerbühne Anna Raab, Leiterin der Frauenzuflucht Kaiserslautern, Katharina Disch und dem Moderator Johannes Beckmann, Künstlerischer Leiter am Pfalztheater, über Gewalt gegen Frauen. Ab 20 Uhr zeigt die Gruppe „Die Komplizen – Freies Schauspiel“ das Stück „Die Frau, die gegen Türen rannte“. In der Inszenierung von Roddy Doyle werden die Themen häusliche Gewalt, Traumata und Alkoholabhängigkeit auf die Bühne gebracht. Der Eintritt ist frei, Eintrittskarten gibt es in der Tourist Information.
Der Verein „Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt“ bietet am 28. November, 17 bis 18.30 Uhr, einen Online-Vortrag zum Thema „Sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt“ an. Eine Anmeldung wird erbeten per E-Mail an info@gemeinsam-gegen-sexualisierte-gewalt-kl.de. Zum Abschluss der Kampagne wird am 7. Dezember ab 14 Uhr im Union-Kino der Film „Morgen ist auch noch ein Tag“. Dabei handelt es sich um das Regiedebüt der italienischen Schauspielerin Paola Cortellesi. Anschließend besteht im Foyer des Kinos die Möglichkeit, mit den Mitgliedern des Netzwerks gegen Gewalt an Frauen ins Gespräch zu kommen. Karten gibt es für neun Euro (ermäßigt fünf Euro) in der Tourist Information.
Der Soroptimist International (SI) Club Kaiserslautern wird für die Dauer der Aktion durch Installationen und Plakate im öffentlichen Raum auf die Gewalt gegen Mädchen und Frauen aufmerksam machen.