tischtennis
Mindestabstand bei fast jeder Spielsituation
Klar ist, dass bis einschließlich 3. Mai weiterhin das Verbot bestehen bleibt, dass lediglich gewissen Individualsportarten wie Leichtathletik, Rudern und Tennis im Landeserlass Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten eröffnet wurden. Die Tischtennissaison wurde zunächst Mitte März ausgesetzt und am 1. April endgültig abgebrochen. Wie der DTTB nun auf seiner Homepage berichtet, wurden er und seine Landesverbände vom Deutschen Olympischen Sportbund und den Landessportbünden aufgefordert, konkrete Vorschläge zu einem angepassten Sporttreiben für den Zeitpunkt vorzulegen, ab dem die aktuellen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus weiter gelockert werden. „Wir wollen keine Forderungen stellen oder gar Druck gegenüber der Politik aufbauen, sondern unseren Beitrag leisten, um solidarisch mit den anderen Gesellschaftsgruppen und Sportverbänden die Corona-Krise bestmöglich zu bewältigen“, stellt DTTB-Präsident Michael Geiger klar und betont, dass Tischtennis eine Nicht-Kontakt-Sportart sei. Der DTTB hat einen zweistufigen Plan entwickelt, der erst den Trainingsbetrieb und danach auch wieder Wettkämpfe möglich machen soll.
Mit Handschuhen und Mundschutz
Mit 2,74 Meter Länge hat eine Tischtennisplatte einen natürlichen Vorteil, dass der Mindestabstand in fast jeder Spielsituation eingehalten werden kann. Darauf weist der DTTB in seiner Stellungnahme hin und auch, dass Tischtennis ein Individualsport ist. Unter anderem sieht die Anpassung der Trainings- und Wettkampfpraxis des DTTB vor, dass Hygiene- und Abstandsmaßnahmen einzuhalten sind. Zudem soll der Auf- und Abbau von Tischen und Materialien von einer fest eingeteilten Person, die Handschuhe und Mundschutz trägt, ausgeführt werden. Dort, wo es möglich ist, soll auch im Außengelände trainiert werden. Tische sollen weiterhin durch Umrandungen getrennt werden, und die Box darum eine Größe von zwölf mal sechs Meter aufweisen. Zudem werden von jedem Spieler nur eigene Schläger benutzt, und es soll fest eingeteilte Trainingspaarungen geben. Es ist nur ein Einzelspiel möglich. Wie im Tennis soll jeder eigene Bälle, die entsprechend kenntlich gemacht werden, zum Training mitbringen, die dann nur ein Spieler berührt. Gewisse Trainingsformen werden vorerst ausgeschlossen. Das übliche Schweißabwischen am Tisch soll unterbleiben. Für den Wettkampfbetrieb wird nochmals gesondert darauf hingewiesen, dass die Abstandsregeln anzupassen seien und auch die Mannschaftssollstärken angepasst werden könnten. Die Niederlande gehen einen anderen Weg und werden in Kürze wieder Training für Kinder erlauben, da diese nach Ansicht der dortigen Behörden nicht zu einem durch das Coronavirus besonders gefährdeten Personenkreis gehören.
Weiße und gelbe Bälle
„Ich selbst würde, sobald Training wieder erlaubt ist, natürlich versuchen, es so schnell es geht wahrzunehmen. Auch unter solchen Voraussetzungen“, sagt Lasse Becker von der TSG Kaiserslautern, der es in der Praxis jedoch für schwierig hält, die Maßgaben umzusetzen. „Bei den Erwachsenen vielleicht noch eher, aber im Jugend- und Schülerbereich sehe ich da keine Chance“, erklärt der TSG-Spieler, der in der abgebrochenen Saison auch in der Dritten Bundesliga zum Einsatz kam. Helmut Schneider von der TSG Kaiserslautern sieht gute Ansatzpunkte für eine Wiederaufnahme, zumindest des Trainingsbetriebes. „Es ist aber auch unter sozialen Gesichtspunkten wichtig, dass man auch mal rauskann“, sagt Schneider, der auch organisatorische Ideen hat. So könne es Listen geben, auf denen man sich eine Platte zu einer gewissen Uhrzeit reservieren kann, sowie verlängerte Trainingszeiten, um den Betrieb in den Übungseinheiten zu entzerren. Auch hinsichtlich der Bälle sieht es Schneider als einfach an, die Vorgaben umsetzen. „Einer hat gelbe, einer hat weiße Bälle“, sagt er und sieht darin eine gangbare Lösung.
Thomas Gros von der Post SG Kaiserslautern findet die Vorschläge vernünftig. „Tischtennis ist kontaktlos, ich würde mich freuen, wenn es wieder losgeht“, sagt Gros, der sofort das Training wieder aufnehmen würde. Ausschließen wolle er jedoch nicht, dass andere Spieler mal einen Ball aufnehmen, der nicht ihr eigener ist.