Kaiserslautern
Michael Fetzer im Kunst-Raum Westpfalz
Von Andreas Fillibeck
Sei es nun die umstrittene und städtebaulich durchaus fragwürdige Lauterer Mall oder so manche gruselige Häuser- und Straßenansicht: Fetzer trifft hier ins Schwarze. Ansonsten scheut er sich nicht, auch trashige Ausstellungsstücke zu zeigen, welche die Gesamtschau in ihrer Morbidität abrunden.
„Seit ich die Mall hasse, liebe ich Kaiserslautern - und finde hier immer neue Bilder und Objekte“ sagt Michael Fetzer. Und weiter: „Die Stadt ist für mich Spielwiese, Leinwand und Material geworden.“ Was die Mall angeht, so lässt der Künstler in seinem ausgelegten Katalog zu deren Eröffnung kein gutes Haar an ihr. Dazu hat er aus der ehemaligen keramischen Verkleidung des Karstadt-Gebäudes klotzige Fingerringe fertigen lassen, die er in der Schau ebenfalls zeigt.
Leer und vernagelt
Fotos von mit Spanplatten und Dachlatten notdürftig vernagelten Leerständen der Stadt, weitere von tristen Hochhäusern und Straßenzügen wirken auch nicht unbedingt anheimelnd. So bleibt Fetzer seinem Stil treu, den künstlerischen Finger auf Lauterer Wunden zu legen, von denen es ja nicht wenige gibt. Dass er dazu zerknitterte Kartonagen aus seinem Papiermüll, abgenutzte Stuhlpolster, eine zerdepperte Toilettenschüssel oder einen alten und halb zerrissenen roten Lederfußball ausstellt, zeigt seinen Hang, generell den Müll unserer schönen Zivilisation für seine Kunst zu nutzen.
Wenige Gemälde - etwa aus seiner Berliner Zeit oder auch welche, die er gekauft hat - durchbrechen den trashigen Grundton der Schau. So etwa d Bild einer beschaulichen Parkanlage oder eins im Stil der Farbfeldmalerei.
Provokateur
Kunstfreunde, die das Schöne und Gekonnte suchen, mögen ob des Gesamteindrucks der Ausstellung konsterniert oder gar abgestoßen reagieren. Es steht zu befürchten, dass der Provokateur Fetzer das sogar gern in Kauf nimmt. Aber vielleicht sind es ja eher Ausstellungen wie diese, die mehr bewirken, als es konventionellere Kunstausstellungen tun. An Publikum hat es bei der Eröffnung jedenfalls nicht gemangelt, ja mehr noch: Das Ganze wuchs sich zu einem kleinen Happening aus, das bis hinaus in einen guten Teil der Pirmasenserstraße reichte.
Info
Am Freitag, ,29. September, 18 Uhr, gibt es im Kunst-Raum Westpfalz in der Pirmasenserstraße in Kaiserslautern ein Künstlergespräch mit Michael Fetzer.
Ansonsten ist die Schau bis Anfang Oktober immer samstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.