Kaiserslautern
Metal-Abend im der Lautrer Kammgarn
Denn die gleich zwei Vorgruppen – auch das hier eher ungewöhnlich – für die Hauptband lieferten in Sachen Intensität, Qualität und Auftrittslänge schon lange vor dem Crematory-Hauptact vollwertige und erstklassige musikalische Ware. Den Auftakt in den langen Abend des Gothic Metal (und artverwandter Stile) übernahm die Kaiserslauterer Band Endtime Prophets – und zwar gewaltig. Da merkte man sofort die Erfahrung von mittlerweile gut drei Jahrzehnten. Ebenso dunkel wie eruptiv legten die heimischen Musiker um den zentral agierenden Sänger Michael Löchter schon früh das sichere und harte Fundament für all das, was danach noch kommen sollte. Stufe eins der intensiven Konzertnacht.
Und es kam noch so einiges danach. Supporter Nummer zwei, die Band Hel’s Throne, zeigte sich stilistisch zwar insgesamt etwas „symphonischer“ als die Vorgänger, aber keineswegs weniger unter die Haut gehend. Hier war es neben Gitarrist/Sänger Litzer insbesondere Sängerin Juli Blue, die mit ihrer markanten Stimme über eine volle Stunde Auftrittszeit hinweg – nicht gerade wenig für eine Vorband – immer wieder besonders kraftvolle Akzente speziell in komplexen Titeln à la „Born Again“ setzte. Das war denn auch ein erstklassiger Start in die aktuelle Hel’s Throne/Crematory-Tour. Und an diesem Abend eine sauber gezündete zweite Stufe der intensiven Konzertnacht.
Gotische Nebelschwaden
Die dritte brachte dann deren eruptive Vollendung in Form des Auftritts von Crematory. Zeitweise eingehüllt in dichte Nebelschwaden, erschufen Gitarrist Rolf Munkes, Bassist Oliver Revilo (erst seit letztem Herbst dabei und perfekt in Besetzung und Stil integriert), Schlagzeuger Markus Jüllich und Keyboarderin Katrin Jüllich eine ebenso dichte und dann auch bis zum Schluss anhaltende wirkungsvolle „gotische“ Atmosphäre. Den markantesten Anteil daran hatte natürlich Sänger und Frontmann Gerhard „Felix“ Stass, der mit seiner ständig ungebremsten Stimmkraft nicht selten bis in dunkelste vokale Grabestiefen hinein beeindruckte. Kein Wunder: Auch hier wirken sich mittlerweile über 30 Jahre Bühnenerfahrung aus.
Livetitel aus dem brandaktuellen Album „Destination“, eindringliche, düstere Stücke auch mit deutschen Texten („Tick Tack“) und an einer Stelle gegen Ende des Auftritts die Nummer „My Girlfriend’s Girlfriend“ mit keinem Geringeren als Überraschungsgast Andy Koa (Sänger der Band Still Patient?) – da war musikalisch, showmäßig und qualitativ alles drin, alles dran, was ein gelungenes Konzert dieser Art ausmacht. Da gab es selbstverständlich auch noch einen ordentlichen Nachschlag für das begeisterte Publikum.