Kaiserslautern Mehr als Äpfel und Kartoffeln

Im Herbst beginnt die große Erntezeit für Christoph und Michaela Donauer. Das Ehepaar gehört zu den wenigen Obst- und Gemüsebauern in der Westpfalz. Auf ihrer 7,3 Hektar großen Anbaufläche in Ramstein-Miesenbach bauen sie neben Kartoffeln noch viele weitere Obst- und Gemüsesorten an. Im eigenen Hofladen, der den Namen Paradiesgarten trägt, verkauft Familie Donauer ihre Produkte. Die Kunden finden hier Tomaten, Zucchini, Salate, Kräuter, Kürbisse, zahlreiche Kohlsorten und vieles mehr. „Was wir nicht selbst produzieren, wie Paprika, Gurken oder Karotten, kaufen wir von regionalen Kollegen zu. Nur das, was nicht deutsche Lagerware ist, beziehen wir über den Großmarkt“, erklärt Michaela Donauer. Die Ramsteiner schätzten das abwechslungsreiche Sortiment des Paradiesgartens, der 2008 eröffnet wurde. Auch Amerikaner kämen gerne in das Geschäft. „Wir freuen uns über den hohen Anteil an amerikanischer Kundschaft. Die Amerikaner haben teilweise ganz andere Vorstellungen und Wünsche als die Deutschen. Wir versuchen allen gerecht zu werden“, sagt Christoph Donauer. So gab auch die Nachfrage mehrere Amerikaner nach der Kohlsorte Collard Greens den Ausschlag für den Anbau derselben. Christoph Donauer recherchierte und begann kurz darauf, den besonderen Blattkohl anzubauen. Der Kohl gelte als besonders gesund und werde in den USA sogar als „Superfood“ bezeichnet, berichtet Donauer. Traditionellerweise werde Collard Greens mit geräuchertem Fleisch und Zwiebeln zubereitet und erfreue sich vor allem in den Südstaaten großer Beliebtheit. Das Anbauen neuer Gewächse, gefällt den Donauers. „Im Sommer ist die Obst- und Gemüsevielfalt riesig. Im Winter schrumpft sie sehr stark. Deshalb müssen wir uns auch saisonal immer etwas Neues einfallen lassen“, sagt Michaela Donauer. Zumal in diesem Jahr der nasse Juni und der trockene September Anbau und Ernte erschwerten. „Aufgrund des ausbleibenden Regens im September konnten wir immer noch nicht alle Kartoffeln ernten. Die Qualität ist dieses Jahr aber dennoch gut. Was die Quantität angeht, können wir erst etwas sagen, wenn die Ernte vollständig abgeschlossen ist“, sagt Christoph Donauer. Edith Müller berichtet ähnliches von ihrer diesjährigen Ernte. „Das Wetter war wirklich nicht besonders gut für den Anbau“, sagt die 64-jährige Hobbygärtnerin von der Sickingerhöhe. Müller besitzt einen großen Garten mit allerlei Obst und Gemüse. Seit diesem Jahr unterstützt sie zusätzlich noch ihre Nachbarin, Gertrud Stucky, die ebenfalls ein großes Grundstück mit vielen Beeten besitzt. Beim Aufzählen all ihrer Obst- und Gemüsesorten geraten die beiden Frauen ins Schwärmen. Von Fenchel über Brokkoli bis hin zu Kirschen, Erdbeeren und Mirabellen ist in den Gärten der Westpfälzerinnen nahezu alles zu finden, was man in einem Garten der Region anpflanzen kann. Besonders stolz ist Müller, dass sie auch Ausgefallenes wie Physalis, Feigen und Kiwis anbaut. „Die Kiwis gedeihen bei uns sehr gut und sind zuckersüß“, sagt sie. Aus Feigen und Physalis kocht sie am liebsten Marmelade. Die bunten Kelche der Physalis dienen ihr zudem als herbstliche Dekoration. Auch Müllers leckere Obstkuchen kommen bei Gästen und Freunden immer gut an. Dass sie dazu Früchte aus dem eigenen Garten verwendet, schmecke man. Die Qualität der selbstangebauten Nahrungsmittel sei einfach eine andere. „Ich habe lieber eine Raupe im Salat, als Gift in meinem Essen“, sagt Müller. Doch vor allem mache ihr das Graben und Ernten großen Spaß. „Gartenarbeit darf nicht zum Stress werden, sondern sollte immer Spaß machen und entspannen“, sagt die Rentnerin. Dass Gärtnern fit hält, beweist ihre Nachbarin Gertrud Stucky. Die 87-Jährige pflegt ihren Garten noch jeden Tag. „Ich kann mich ja nicht daheim hinsetzen und nichts tun. Im Garten fühle ich mich einfach wohl. Die Gartenarbeit tut gut“, sagt Gertrud Stucky.