Kaiserslautern
Maikerwe: Vorsitzende des Schaustellerverbands zieht durchwachsene Bilanz
Der Kampf gegen die Hitze belastete bereits den Anfang der Maikerwe, aber dafür „kann keiner was“, erklärt Henn-Marker. Den Schaustellern machten die vielen Veranstaltungen in der Innenstadt sowie das Street-Food-Festival am Betzenberg die meisten Probleme, meint die Vorsitzende des Schaustellerverbands „Barbarossa Pfalz-Saar“. Die Menschen hätten sich zwischen den vielen Ereignissen entscheiden müssen – insbesondere am Wochenende. Die verhaltenen Besucherzahlen könne man nur durch Spekulation mit dem 750-Jahr-Fest in Verbindung bringen, erläutert ein Pressesprecher der Stadt.
Für Henn-Marker auf der anderen Seite ist es „einfach nicht nachvollziehbar, wieso sich die Stadt zu der eigenen Veranstaltung andere setzt, das ist kontraproduktiv“. Am ersten Wochenende passte das Wetter nicht und am zweiten blieben die Besucher aufgrund der vielen sich überlappenden Veranstaltungen aus, so Henn-Marker. Der Schaustellerverband wolle sich in den nächsten zwei Wochen mit dem City-Management, dem Leiter der Veranstaltung und mit Oberbürgermeisterin Beate Kimmel in Verbindung setzen, um zu verhindern, dass „das Gleiche nochmal passiert bei der Oktoberkerwe“.
„Läuft generell nicht so gut dieses Jahr“
Die Kerwe war vielleicht „unterm Strich ruhig und friedlich“, wie es ein Sprecher der Pressestelle der Stadt ausdrückt. Für viele Schausteller bedeute „ruhig“ jedoch große negative Auswirkungen auf den Umsatz. Christian Koch, der Betreiber der Stände Mr. Eis und Elsässer Flammkuchen, bemerkte bereits nach dem Eröffnungswochenende die Auswirkungen der Parallelveranstaltung. Für ihn ist „das Timing einfach problematisch, denn es läuft generell nicht so gut dieses Jahr“. Henn-Marker hofft, dass sie „da noch was ausrichten können für den Oktober“.
Die Maikerwe konnte allerdings durch ihren Familientag glänzen, erzählt Henn-Marker. Der sei sehr gut gelaufen. Auch der Eröffnungs- und der Abschlusstag seien sehr gut besucht gewesen. Laut Einschätzungen der Veranstalter haben mehr als 123.000 Menschen die Kerwe besucht. Das Feuerwerk locke abends viele Menschen an. Henn-Marker hofft, dass „es nicht irgendwann heißt: Es darf kein Feuerwerk mehr stattfinden“. Laut Henn-Marker ist es das Feuerwerk, das die gute Resonanz bekommt. Die beiden Tage mit Feuerwerk seien die stärksten der diesjährigen Maikerwe gewesen.
Polizei: Friedlich und ruhig
Laut einem Pressesprecher der Stadt verlief die Kerwe „aus organisatorischer und ordnungsbehördlicher Sicht zufriedenstellend“. Verstöße gegen geltende Regeln „waren sehr überschaubar“. Größtenteils sei es dabei um E-Zigaretten gegangen.
Die Polizei zieht eine positive Bilanz zur elftägigen Maikerwe. In einer Pressemitteilung wird die Kerwe als friedlich und ruhig bezeichnet. Die Polizei Kaiserslautern war zusammen mit Mitarbeitern des Hauses des Jugendrechts an allen Tagen auf dem Kerwegelände präsent. Im Verlauf der Kerwe wurden von den Beamten insgesamt 141 Personen kontrolliert, mehr als ein Drittel davon Kinder und Jugendliche. Sichergestellt wurden mehrere E-Zigaretten (Vapes), in einem weiteren Fall Cannabis und einmal „Snus“, das ist Oraltabak, der in großen Teilen Europas nicht zulässig ist. Laut Mitteilung der Polizei wurden neun Straftaten verzeichnet – eine Körperverletzung, zwei Diebstähle, eine Bedrohung, eine Beleidigung sowie vier Verstöße gegen das Tabakerzeugnisgesetz. Weiterhin gab es zwei Ordnungswidrigkeitsanzeigen – eine wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz und eine wegen absichtlich falscher Personalienangaben bei einer Kontrolle.