Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Männer vor Westpfalz-Klinikum niedergestochen: Mutmaßlich 20-Jähriger vor Gericht

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Vor einer Jugendstrafkammer des Landgerichts Kaiserslautern wurde am Montag der Prozess gegen einen mutmaßlich 20-Jährigen fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Es geschah am frühen Morgen des 13. April in diesem Jahr. Gegen 0.20 Uhr soll der Angeklagte vor dem Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern mit einem Messer auf drei Personen eingestochen haben. Ein Mann wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Das Leben des Verletzten – dessen Niere sei durchstochen worden – habe nur aufgrund sofort erfolgter intensivmedizinischer Behandlung gerettet werden können. Der Staatsanwaltschaft zufolge habe der Angeklagte den Tod des Mannes mindestens billigend in Kauf genommen.

Der Angeklagte, der als Asylbewerber nach Deutschland gekommen war, sagte vor Gericht aus, von einem ihm bekannten Mann in einem Linienbus bedroht worden. Nachdem die Männer und weitere Personen den Bus am Westpfalz-Klinikum verlassen hätten, sei er von einer Gruppe umringt und geschlagen worden. In Todesangst habe er dann auf zwei Personen eingestochen, sagte der mutmaßlich 20-Jährige. Die Verletzung einer dritten Person sei unbeabsichtigt und quasi ein Unfall gewesen.

Was geschah zur Tatzeit?

Die Aussagen weiterer Zeugen in der Verhandlung am Montag brachten kaum neue Erkenntnisse dahingehend, was vor der Klinik wirklich passiert ist. Wieder und wieder wurde von der Kammer eine Videoaufnahme in Augenschein genommen, die eine Zeugin aus einem Auto heraus gemacht hatte. Sie hatte mit ihrem Wagen zur Tatzeit an einer roten Ampel am Westpfalz-Klinikum angehalten. Darauf ist zu erkennen, wie Menschen aus einer größeren Personengruppe hinter einem stehenden Linienbus aufeinander einschlagen und eine Person einen flüchtenden Mann verfolgt. Stichbewegungen jedoch sind auf der Aufnahme nicht zu sehen, und auch die Insassen des Wagens hatten solche nicht beobachtet. Was kurz vor dem Start der Aufnahme am rechten Ausstieg des Busses geschah, konnten die Zeugen ebenfalls nicht klären.

Eine medizinische Fachangestellte des Westpfalz-Klinikums, die zur Tatzeit Dienst hatte, schilderte, dass sie eine Schlägerei zwischen mehreren Beteiligten beobachtet habe, die nur eineinhalb bis zwei Minuten gedauert habe. Danach seien die Leute weggerannt. Vor dem Klinikum habe sie drei Verletzte vorgefunden. Einer sei vor ihren Augen zusammengebrochen. Sie habe dann Erste Hilfe geleistet, die Behandlungen veranlasst und die Polizei informiert, schilderte sie.

Die Hauptverhandlung wird am Mittwoch, 6. November, fortgesetzt.

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