Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Leserin ärgert sich über Verkauf des Bahnhofs auf dem Einsiedlerhof

Sorgt für Ärger: der Bahnhof auf dem Einsiedlerhof.
Sorgt für Ärger: der Bahnhof auf dem Einsiedlerhof.

Das Umfeld des S-Bahn-Geländes auf dem Einsiedlerhof und der marode Zustand des ehemaligen Bahnhofsgebäudes stehen schon lange in der Kritik – bei Bürgern wie beim Ortsbeirat. Was ein Leuchtturmprojekt für den Einsiedlerhof hätte werden können, entwickle sich immer mehr zum Schandfleck für den Stadtteil, beklagte Heidi Keilhauer in der Sprechstunde der RHEINPFALZ.

Die Anwohnerin nimmt es der Stadt übel, dass sie ein Angebot der Deutsche Bahn AG nicht angenommen und das Gelände samt Gebäude nicht selbst erworben und entwickelt hat. Dies auch im Hinblick auf das neue Batteriezellenwerk, das mit 2000 neuen Jobs am Opelstandort Vogelweh entstehen solle. Für die Mitarbeiter könne der S-Bahnhof zu einem ganz wichtigen Haltepunkt mit Gelegenheit zur Weiterfahrt mit dem Bus werden – vorausgesetzt er werde entsprechend aufgewertet, argumentiert Heidi Keilhauer. Dass der Ortsbeirat vor dem Verkauf nicht informiert, stattdessen vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, ärgert sie außerdem.

„Dem Ortsbeirat sind die Hände gebunden“, erklärte Ortsvorsteherin Christina Kadel auf Anfrage der RHEINPFALZ. Die Stadt sei sehenden Auges in die jetzige Situation gegangen. Seit der Veräußerung des Bahnhofsgebäudes an eine unbekannte Privatperson habe sich das Erscheinungsbild des Bahnhofsumfelds zum Schlechten verändert. Die Gebäude vergammelten, ein Zaun sei errichtet worden und die Zuwegung zum Bahnsteig nicht nur zur Seite hin verlegt worden, sondern auch noch mit einer Art provisorischem Belag versehen.

Im Februar dieses Jahres habe sie mit der DB-Liegenschaften telefoniert, schilderte die Ortsvorsteherin. Nach Auskunft des Unternehmens hat dieses der Stadt Kaiserslautern das Bahnhofsgelände mehrfach zum Kauf angeboten. Die Stadt sei nicht interessiert gewesen. Daher habe man das Gebäude mit angrenzendem Gelände an eine Privatperson verkauft. Auf eine weitere Anfrage bei der Abteilung Station und Service der Deutschen Bahn habe diese erklärt, keinerlei Einfluss auf das Erscheinungsbild des Areals nehmen zu können. Die Zuwegung verstoße nicht gegen den Vertrag.

„Uns ärgert, dass jedem klar war, wie wichtig das Bahnhofsgelände für den Einsiedlerhof ist und dass die Stadt nicht nach einer anderen Lösung gesucht hat“, so Christina Kadel. Den Ortsbeirat ärgere auch, dass er in der Angelegenheit überhaupt nicht gehört wurde. Es hätte gegebenenfalls eine andere Lösung gegeben.

In ihrem Gespräch mit dem Referat Stadtentwicklung habe dieses bestätigt, das Vorkaufsangebot der Deutschen Bahn erhalten, jedoch nicht ausgeübt zu haben, so Kadel. Bestätigt worden sei ihr auch, dass der Ortsbeirat darüber nicht informiert wurde: „Die Stadtentwicklung war der Meinung, dass sie das nicht muss.“

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