Kaiserslautern Leerstand verringert sich

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Leer stehende Häuser wieder mit Leben zu füllen, das treibt Peter Degenhardt, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Landstuhl, und seine Mitstreiter im Rathaus seit geraumer Zeit um. Verfallende Häuser und zugeklebte Schaufenster sind keine Werbung für eine Gemeinde. Verwaisen immer mehr Gebäude, weil etwa die Eigentümer ohne Erben versterben, fehlen den Gemeinden auf Dauer zudem Grundsteuereinnahmen. Auch die Infrastruktur, wie zum Beispiel die Kanalgröße, ist auf eine bestimmte Einwohnermenge ausgelegt. Daher werden seit 2014 in jedem der sechs Orte der VG ehrenamtliche Leerstandslotsen eingesetzt. Und tatsächlich hat sich der Leerstand im Vergleich zum vergangenen Jahr verringert. Waren es Anfang 2015 allein in der Sickingenstadt noch rund 70 Gebäude, die leer standen, zählen die Verantwortlichen momentan nur etwa 40. „Genau kann man das nie sagen“, räumt Degenhardt ein, „das ändert sich ja praktisch täglich.“ Einer, der sich in der VG Landstuhl dafür einsetzt, dass es dauerhaft weniger Leerstand gibt, ist Thomas Wisniewski. Der 53-jährige Hauptstuhler hat sich zum Leerstandslotsen ausbilden lassen. Seither versucht er in Hauptstuhl, Hauseigentümer an seinem Wohnort davon zu überzeugen, ihre Häuser nicht leer stehen zu lassen. Zum einen betont er, dass ein Haus, das leer stehe, „jeden Tag an Wert und Substanz“ verliere. Zum anderen möchte er „dazu beitragen, dass es mehr Informationen gibt“, sagt Wisniewski. Er selbst hat bei der Suche nach einem kleinen Grundstück im Dorf erfahren, wie schwierig es ist, etwas über geeignete Areale zu erfahren. Mittlerweile geht er mit offeneren Augen durch Hauptstuhl. Wann immer ihm ein Gebäude auffällt, das unbewohnt aussieht, versucht er, mit den Eigentümern Kontakt aufzunehmen. Dabei sei allerdings Fingerspitzengefühl gefragt, sagt der 53-Jährige. Viele hätten Vorbehalte und Angst, nicht selbst entscheiden zu dürfen. Doch genau darum gehe es gerade nicht, betont Wisniewski, sondern darum, zu helfen, zu vermitteln und zu unterstützen. Wie er am besten auf Leute zugehen kann, habe er in der Ausbildung bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz gelernt, die das Projekt betreut. Zurzeit gebe es in Hauptstuhl vornehmlich zwei Objekte, die neu genutzt werden sollten. Bei einem seien die Inhaber bereits aktiv geworden. Es soll abgerissen und der Platz mit zwei Häusern neu bebaut werden. Auch ein ehemaliges Hotel steht seit einiger Zeit nicht mehr leer. Zehn Flüchtlinge sind dort nun untergebracht. Damit spricht Wisniewski ein Thema an, das in der Debatte um den Leerstand in der gesamten VG und in der Region für eine neue Wendung sorgt. Durch die vielen Flüchtlinge, die alle dezentral in den Gemeinden untergebracht werden sollen, ist der Immobilienmarkt in Bewegung geraten. Wohnungen, die auf dem normalen Markt nicht vermittelbar wären, zum Beispiel weil sie modernisiert werden müssten, genügen vorerst den Ansprüchen, die an Flüchtlingsunterkünfte gestellt werden. Also mieten die Verwaltungen der VGs viele der ansonsten leer stehenden Wohnungen. In der VG Landstuhl kümmern sich mittlerweile drei Mitarbeiter um die Migranten. Vor Beginn der großen Flüchtlingswelle, also noch bis zum vergangenen Herbst, waren lediglich 0,6 Angestellte damit beschäftigt. Die Mitarbeiter suchten nicht nur Wohnraum, erläutert Degenhardt, sondern besorgten auch Bettwäsche, Möbel und Geschirr. Die Kosten für das Personal muss die Verbandsgemeinde selbst tragen. Die Miete für die Wohnungen bekommt Landstuhl von der Kreisverwaltung Kaiserslautern erstattet. (Foto: frei)

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