Kaiserslautern Lautrer Lexikon: R wie Reichsfreiheit

Das Foto zeigt die Buckelquadermauer aus Rotsandstein vom Fundament des Kaisersaals.
Das Foto zeigt die Buckelquadermauer aus Rotsandstein vom Fundament des Kaisersaals.

In den Jahren 1152 bis 1158 wurde die Barbarossaburg erbaut. Das Foto zeigt eine Partie der Buckelquadermauer aus Rotsandstein vom Fundament des Kaisersaals. Nachdem die Burg fertiggestellt war, vergingen allerdings noch rund 120 Jahre, bis König Rudolf I. von Habsburg am 18. August 1276 Kaiserslautern die Stadtrechte verlieh und „Lutern“ damit die Reichsfreiheit gewann. Rudolf von Habsburg wollte starke und reiche Städte, um aus ihnen Profit zu ziehen. Der König erhob daher Gemeinden zu Reichsstädten, die schon eine gewisse Größe und regionale Bedeutung hatten, weil sich daraus Zugriff auf die Steuerkassen ergab. Lautern hatte sich, wie jeder vergleichbare mittelalterliche Ort entwickelt, allerdings mit dem Vorteil einer günstigen Verkehrslage, die einen gewissen Wohlstand ganz im Sinne des Königs brachte.

Das Original der Urkunde ist nicht mehr erhalten

Die Urkunde über die Verleihung der Stadtrechte wurde in Worms ausgestellt, weil sich der Habsburger dort vorübergehend aufhielt. Die Lauterer mussten sich das Dokument in der Stadt am Rhein abholen. Kaiserslautern erhielt das gleiche Stadtrecht, wie es Speyer zugestanden worden war. Das Original der Urkunde ist jedoch verloren gegangen. Die Stadtrechte blieben zwar erhalten, aber mit der Reichsfreiheit war es bald vorbei. Möglicherweise schon 1313 durch Verpfändung der Stadt an die Grafen von Veldenz und Leiningen, was nicht genau belegt ist, mit Sicherheit aber 1375 mit der Verpfändung an die Pfalzgrafen.

Es konnte ein Stadtrat benannt werden

Mit der Reichsfreiheit, dem Stadtrecht, war die Trennung von Gerichtsbarkeit und Verwaltung möglich geworden. Außerdem war es möglich, einen Stadtrat zu „benennen“ – nicht ihn zu wählen. Zu den zwölf Räten nach Speyerer Stadtrecht kamen noch Vertreter der Zünfte. Das brachte für die Bürger Vorteile. Sie konnten immerhin von sich sagen, dass aus ihrer Mitte der Rat zustande kam. In diesem Konzept sind die Wurzeln der modernen kommunalen Selbstverwaltung zu finden.

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