Kaiserslautern Lautern im Detail (27): Der Hofrat in Stein

Eine fast vergessene historische Persönlichkeit, die im 18. Jahrhundert in Kaiserslautern lebt und wirkt: Hofrat Dr. Friedrich Casimir Medicus aus Grumbach bei Lauterecken. Medicus war Botaniker und Arzt. Herzog Christian von Pfalz-Zweibrücken ernennt ihn 1764 zum Hofrat. In Kaiserslautern ist er 1769 Ehrenmitglied der physikalisch-ökonomischen Gesellschaft und ab 1770 Direktor der Gesellschaft. Er ist 1774 Mitbegründer der Cameral Hohen Schule in Kaiserslautern, die hier gerne als historischer Vorläufer der Universität genannt wird. Er übernimmt die Leitung der Institution und bleibt auch nach der Verlegung nach Heidelberg ihr Direktor. Seit 1762 ist er Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Naturforscher in Wien. Der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften gehört er ab 1763 an. Eine Spur des Wissenschaftlers ist in der 1890 nach ihm benannten Medicusstraße zu finden. Die ganze Gegend um die Medicusstraße ist eine der rund 30 Denkmalzonen in der Stadt. Von 1900 bis etwa 1910 entsteht hier ein U-förmiger markanter Komplex von Wohn- und Geschäftshäusern „mit malerischer Gesamtwirkung“, so steht es in der Denkmalbeschreibung. Am Haus Nummer 38 in der Medicusstraße ist das Steinporträt des Hofrats zu finden. (urg)