Kaiserslautern
Lauterer Band Nachtgreif bringt heute neue CD raus
Die Zusammenarbeit mit Bernd Basmer war wohl nur eine Frage der Zeit. Das einstige Superior-Mitglied und die beiden bisherigen Nachtgreif-Musiker Thorsten Fries (Gesang) und Arndt Hebel (Schlagzeug, zudem auch Produktion und Mastering) kennen sich schließlich schon seit mehr als 30 Jahren. Gemeinsam machte man Anfang 90er erste musikalische Erfahrungen, gemeinsam hat das Trio, dass alle drei Musiker seither – und das nicht wenig erfolgreich – in diversen Bands aktiv sind: Fries etwa bei keiner geringeren als Winterland, Hebel bei diversen Heavy-Metal-Bands, Basmer eben bei der Gruppe Superior, mit der er dereinst mehrere Alben mit einspielte.
Bernd Basmer sei immer schon einer seiner Wunschkandidaten als Gitarrist gewesen, erklärt Nachtgreif-Frontmann, -Komponist und -Mitbegründer Thorsten Fries im RHEINPFALZ-Gespräch. Er habe ihn eigentlich schon viel früher dabei haben wollen, aber leider habe der Musiker aufgrund anderer Bandaktivitäten bisher nie die nötige Zeit gehabt. „Letztes Jahr ergab sich dann endlich die Gelegenheit“, sagt Fries. Basmer arbeitete an den Kompositionen Fries’ mit und steuerte auch gleich noch drei komplett eigene Titel bei. Man sei dabei künstlerisch ganz auf einer Linie gewesen. So wurde denn das aktuelle Album „Schattenwandler“ innerhalb nur eines Jahres produziert. Nach dem 2014 veröffentlichten Debüt-Album „Unter Strom“, der Folge-CD „Dunkle Materie“ (2017) und dem nur ein Jahr später erschienenen „Spukhaus“ liegt nun mit „Schattenwandler“ also das vierte Werk der Lauterer Gruppe vor. Und das kann sich, wie die Vorgänger, hören lassen.
Sie sind härter geworden
Auf der Basis der bekanntermaßen ungewöhnlichen Nachtgreif-Stile-Melange aus vor allem diversen harten und abgedunkelten „klassischen“ Rockstilen, sind die Jungs auf „Schattenwandler“ offenbar sogar noch ein bisschen härter geworden – was auch ein wenig am neuen Gitarristen, der übrigens auch für Bass- und Keyboard-Einsatz zuständig war, liegen dürfte. Zugleich hat das Trio trotz des deftigen Unterbaus die schon immer nachvollziehbaren Melodien darüber nicht aus den Ohren verloren. Eine gelungene Gratwanderung.
Dazu passen die hörenswerten Texte. Dabei geht es zeit- und gesellschaftskritisch meist ordentlich zur Sache. Da werden unter anderem Gier und Gewalt, Umweltzerstörung und Klimawandel thematisiert. Aber auch die Liebe und die Mutmacher-Haltung, sich von Angst und trüben Gedanken nicht unterkriegen zu lassen, kommen in den durchweg deutschen Texten vor.