Kaiserslautern Kuscheln vor dem Strafraum
WORMS. Die Handballer des TuS Dansenberg sicherten sich am Samstagabend im Spitzenspiel der Oberliga mit einem hart erkämpften 29:23 (12:12)-Sieg bei der HSG Worms die Tabellenspitze. Dabei beeinflussten die Unparteiischen mit 27 Zeitstrafen das Duell um den ersten Tabellenplatz erheblich.
„So etwas habe ich als Spieler und in meiner jungen Trainerkarriere noch nie erlebt“, schüttelte Marco Sliwa fassungslos den Kopf über die rekordverdächtige Anzahl der Zwei-Minuten-Strafen, die gegen Ende der Partie auch zwei Rote Karten für Steffen Kiefer (48.) und Tim Beutler (56.) aufseiten des TuS zur Folge hatten. Die Partie wurde nur sehr selten überhart geführt und war trotz der Intensität und Härte durchweg fair. In der sehr engen ersten Hälfte zeigten beide Teams starke Leistungen im Defensivverbund, ließen nur wenig zu und wechselten sich bis zum 6:6 mit den Führungen ab. Zeitweilen kam es zu längeren Phasen, wo auf beiden Seiten der Ball überhaupt nicht ins Tor wollte und nicht nur auf der überfüllten Tribüne, sondern auch vor dem Strafraum Kuscheln angesagt war. Die Wormser schafften es dann, sich kurzweilig auf 10:7 abzusetzen, doch brachte die Auszeit von Sliwa die Wende: Während die HSG nun an Torhüter Markus Seitz scheiterte, nutzten die Dansenberger vor dem gegnerischen Gehäuse ihre Chancen konsequent zur 11:10-Führung. „In der Auszeit gab es eine klare Ansage von mir, die die Jungs super umgesetzt haben“, lobte Sliwa. Lediglich kurz vor der Pausensirene patzte Steffen Kiefer, sodass es beim 12:12-Halbzeitstand blieb. „Wir wollten schauen, dass wir bis zur Halbzeit wieder auf Schlagdistanz sind. Das hat auch wunderbar geklappt“, war der TuS-Coach über den Ausgleich zur Pause froh. „In der ersten Halbzeit konnten wir noch sehr gut mithalten, doch waren wir danach nicht mehr clever genug. Das ständige Unterzahlspiel machte es da auch nicht einfacher, sodass wir keinen Zugriff mehr bekamen. Zudem ließen sich unsere erfahrenen Spieler von dem ganzen Umfeld anstecken“, sprach Worms Trainer Gerd Zimmermann auch die mit 700 Zuschauern prall gefüllte und emotionsgeladene Halle an. Im zweiten Abschnitt parierte Markus Seitz hinten im Kasten einmal mehr weltklasse, während vorne die Chancen eiskalt genutzt wurden. Worms stand in der zweiten Halbzeit nicht mehr so konzentriert in der Defensive, sodass sich dem Tabellenführer viele Räume boten. Auch war nun mehr Tempo in der Partie, während die Unparteiischen nun jedes winzige Foul mit Zeitstrafen belegten. So standen in der Schlussphase durchweg weniger als 14 Mann auf dem Feld, was das Spiel stark verzerrte. Denn Dansenberg war am Ende nicht die sechs Tore besser, die auf der Anzeigetafel aufleuchteten. SO SPIELTEN SIE TuS Dansenberg: Markus Seitz - Kiefer (5/1), Tim Beutler (2), Mallios (7/3) - Labroue (2), Lamotte - Megalooikonomou (4) - Christopher Seitz (1), Röll, Alexander Schulze (3), Munzinger (4), Lammering, Nick Beutler Spielfilm: 6:6, 10:7, 12:12, 14:17, 18:24, 23:29 - Gelbe Karten: Schluß, Gerdon, Gerd Zimmermann - Labroue, Tim Beutler, Christopher Seitz, Munzinger, Sliwa - Rote Karten: Kiefer (48., dritte Zeitstrafe), Tim Beutler (56., dritte Zeitstrafe) - Beste Spieler: Gieger - Markus Seitz, Kiefer - Zuschauer: 700 - Schiedsrichter: Iversen, Rein.