Kaiserslautern
Kurt Landrys Quintett beim Volksparkkonzert
„No Matter What?“ – „Egal was auch immer“, erklärt Kurt Landry, Saarbrücken, der übrigens ein Bruder des Leiters einer großen Brotbäckerei in Kaiserslautern ist. „Egal was passiert, wir bleiben zusammen“, so definiert er den Refrain des Songs, der unter der Gruppe Boyzone 1998 zum Welterfolg wurde. Es gehe darum, sich nicht von anderen einschüchtern zu lassen, sondern seinen eigenen Weg zu gehen, nie den Glauben an sich selbst zu verlieren. Ursprünglich ist das Lied aus dem Musical „Whistle Down the Wind“ von Andrew Lloyd Webber. Aber selbst eine Musiklegende wie Webber ist keine Garantie für Erfolg. Das Musical wurde in den USA zum Flop.
Alles andere als ein Flop war die Band in der Volkspark-Muschel, obwohl es einige Probleme mit dem Sound gab, der anfangs recht verwaschen klang. Was das Trio mit Kurt Landry am Schlagzeug, Martin Preiser am Keyboard und Luigi Burgio am Bass auszeichnete, war sein instinktsicherer Zusammenklang. Durch das geschickte Wechselspiel zwischen den beiden Vokalistinnen Elisa Rehlinger (eine Nichte der neuen saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger) und Myriam Keller sowie ihren herrlichen, zweistimmigen Harmoniegesang klang auch eine lyrische, romantische Seite auf.
Wenn der Bass singt
Bluesige Riffs klimperten zum Auftakt mit dem Klassiker „Fly Me To The Moon“ über die Tasten, wobei Kurt Landry lakonische Zeichen setzte und Luigi Burgio den Bass singen ließ. Beide bekamen in den folgenden Stücken wie „Time After Time“ (Cyndi Lauper), „Everything“ (Michael Bublé) oder „Blame It On The Boogie“ (Mick Jackson) mehr Raum, so konnten auch Jazz-Standards auf ganzer Linie überzeugen.
Während Burgio einen unentwegt pulsenden Bass als Hauptschlagader für die faszinierenden Klangkonstruktionen anlegte, umspielte Martin Preiser die Melodien mit beeindruckender Delikatesse. Selbst Hardbob-Nummern wie „Lady Marmelade“ verwandelten sich bei ihm in eine fragil nachtastende Übung voller Subtilität. So waren die dargebotenen Songs nie schlichte Tribute-Geschichten. Stattdessen überführte sie Preiser ins 21. Jahrhundert, indem er ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu einer stilistischen Regenbogenkoalititon erweiterte.
Gut bei Stimme
Auch Landry setzte auf dem Schlagzeug Wegmarken, spielte so griffig und modern, dirigierte den spielerischen Fluss rhythmisch auf den Punkt gebracht und gab so den Originalkompositionen stets überraschende Wendungen. Ihren ganz eigenen Stempel drückten die charmanten Vokalistinnen Rehlinger und Keller den Songs mit ihren klaren und exquisiten Stimmen auf. Sie waren zwar keine Rockröhren, aber gut bei Stimme, mit individueller Patina, und hatten sichtlich Spaß an den guten, alten Songs. So währte es nicht lange, bis an allen Ecken Paare ein Tänzchen wagten und die Stimmung im Park sich von Titel zu Titel steigerte. Die einladende Atmosphäre unter den riesigen Platanen und Eichen trug ihr Übriges dazu bei.
Konzert
Am Mittwoch, 3. August, ab 19 Uhr, lädt die Philipp Graf Blues Band in den Volkspark ein. Die Formation aus dem Elsaß und der Pfalz liefert echten Blues-Sound mit Hammond Feeling. Songs von B. B. King, Peter Frampton oder Frumpy stellt der Gitarrist und Sänger mit ureigenem Stil in den Mittelpunkt.