Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kulturandacht mit Sopranistin Adelheid Fink in der Stiftskirche

Ausdrucksstark und eindringlich: Sopranistin Adelheid Fink (hier bei einer Pfalztheater-Premiere im Jahr 2016) gestaltete die Ku
Ausdrucksstark und eindringlich: Sopranistin Adelheid Fink (hier bei einer Pfalztheater-Premiere im Jahr 2016) gestaltete die Kulturandacht gesanglich.

Die neue Veranstaltungsreihe der Kulturandachten ist eine Kooperation des Städtischen Kulturreferats mit Stifts- und Martinskirche. An Christi Himmelfahrt konzertierte die mit klassischer Gesangsausbildung an der Musikhochschule Köln ausgebildete Sopranistin Adelheid Fink erstmals in dieser Reihe, die sie damit weiter aufwertete.

Nach dem Studium hatte die Sopran-Solistin Engagements an den Theatern in Passau und Regensburg, bis sie schließlich ab 2002 über viele Jahre zum festen Stamm des Musiktheater–Ensembles am Pfalztheater gehörte und hier für bleibende Eindrücke sorgte. Mit diesem denkwürdigen und nachhaltigen Auftritt zusammen mit dem Pianisten und Organisten Andreas Macco brachte sie sich wieder lebhaft in Erinnerung, denn ihre durchdringende Ausdrucks– und Strahlkraft waren und sind noch immer unübertroffen.

Dabei musste sich sie nicht nur in der Weite des Kirchenschiffs mit sehr gut tragender Stimme behaupten, sondern teilweise auch gegen die zu dominante und nicht immer einfühlsame Klavier– und Orgelbegleitung von Andreas Macco. Dies kam vor allem beim Choral „Jesu meine Freude“ aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ von Bach zum Ausdruck und wurde zum noch ungelösten Problem: Zugegeben ist die Triolenbegleitung zu der weitgespannten Choralmelodie in langen Notenwerten schwer in Einklang zu bringen, der Begleiter sollte aber der Atemführung der Sängerin und nicht nur seiner taktlichen Metrik folgen.

Zu dominante Orgelbegleitung

Dagegen ist das Klangbeispiel aus der Sammlung der „Kleinen Geistlichen Konzerte“ von Schütz zum Auftakt der Vortragsfolge beseelt von der kunstvollen Ausgestaltung und Ausdeutung des Textes, was von der Sopranistin in sehr ansprechenden melodischen Linien und Paraphrasierungen, wie Verzierungen und Melismen, gut getroffen wurde. Allerdings wurden manche dieser filigranen Feinheiten von einer zu dominanten Orgelbegleitung mit eher orchestral wirkender Registrierung übertönt.

Insgesamt betrachtet konnten diese Einschränkungen der Begleitung – die sonst spielerisch gut und solide war – den gesangstechnischen Höhenflügen nichts anhaben: Adelheid Fink übertrumpfte früher mühelos Theaterorchester und behauptete sich dennoch in der Stimmführung mit reiner Intonation und klarer Diktion sowie in der angemessenen Stilistik (vom Barock über Spätklassik bis zur Romantik) sehr souverän. Sie entfaltete bei einer Arie aus Händels Oratorium „Messias“ bei den spannungsgeladenen ariosen Phrasierungsbögen große gestalterische Intensität und Expressivität in dynamisch und agogisch dezent und werkgerecht angedeuteten pathetischen Steigerungen.

Von dramatischer Wirkung

Bei Schuberts Lied „Christ ist erstanden“ zeigte sich die Fähigkeit von Komponist und Interpretin gleichermaßen einen kurzen, sich wiederholenden Textabschnitt durch pathetische Steigerung, Sequenzierung und wechselnde Betonung und unterschiedliche Prosodie so zu beleben, dass eine dramatische Wirkung entsteht, aus der dann eine Art Jubelgesang wird.

Eine großartige Interpretation, die zum Ausklang mit Wagners Wesendonck-Lied eine weitere Steigerung an eruptiven Klangmitteln erfuhr. Adelheid Fink warf hier alles an lied- und auch opernhafter Erfahrung ihrer Karriere in die Waagschale und überzeugte auch in der eindringlichen Deklamation von hervorgehobenen Textsilben, die von Erlösung und himmlischen Wonnen künden.

Pfarrerin Margarete Hopf zelebrierte diese „himmlische“ Kulturandacht in einer kontemplativen Weise und stellte den Bezug der Vorträge zur Himmelfahrt Christi her.

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