Kaiserslautern
Kultsänger Andy Kuntz mischt bei All-Star-Video mit
Die Idee zu der ungewöhnlichen Video-Produktion „Frontiers All Stars – Push Through“ mit fast 60 mitwirkenden Musikschaffenden stammt vom weltbekannten italienischen Platten-Label Frontiers Music, bei dem Vanden Plas unter Vertrag steht. Die vornehmlich auf anspruchsvollen (Melodic) Rock spezialisierte Plattenfirma, die unter anderem auch Whitesnake, Styx und Toto betreut, mit all ihren kreativen Mitgliedern leidet natürlich im Moment ganz besonders unter der Corona-Krise.
Aber man lässt sich nicht unterkriegen. Allesandro Del Vecchio, prominenter Multi-Instrumentalist und maßgeblicher Produzent bei Frontiers Music, war beeindruckt davon, wie viel Kreativität, Kraft und Durchhaltewillen in dieser Situation gerade „seine“ Leute zeigten. Und er hatte eine Idee dazu, wie er selbst etwas dazu beitragen und ihnen allen zugleich ein kleines Denkmal setzen konnte.
Knackige Häppchen
Del Vecchio schrieb und textete den knackigen Rocksong „Push Through“, teilte ihn in ungezählte „Häppchen“ auf und verteilte sie gemäß eines minutiösen Plans zum Einsingen und Instrumental-Spiel an seine Musiker. Diese machten die jeweiligen Aufnahmen in der Regel bei sich zu Hause und schickten sie dann dem Produzenten zu; später kamen auf ähnliche Weise entsprechende Videosequenzen dazu. In einem komplizierten Verfahren hat dann Allessandro del Vecchio zusammen mit einem Videokünstler das ganze Material zusammengebaut und abschließend abgemischt.
Herausgekommen ist ein knapp sechseinhalb Minuten dauernder Powerrock-Clip, in dem knapp fünf Dutzend erstklassige Frontiers-Mitglieder aus drei Rock-Generationen – darunter Michael Sweet (Stryper), Robin McAuley (Black Swan) und Del Vecchio selbst – im Sekundentakt auftreten. Musikalisch geht der Titel mächtig ins Ohr und aufs Gemüt, wo er zumindest bei Genre-Fans gute Laune auslösen dürfte. Entsprechend der Wirkung und der Thematik beschäftigt sich „Push Through“ (übersetzt etwa „sich durchboxen“) im Text damit, nicht aufzugeben, weiterzumachen, zusammenzuhalten. „Live your life as deep as you can“, heißt es da etwa, und später „We’re all just one in this“ ...
Kraftvolles Statement
Einer, der nach der Anfrage zum Mitmachen sofort gerne dabei war, ist also Andy Kuntz: „Mir gefiel der Song supergut“, sagt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Und auch die Idee, damit ein kraftvolles Statement nach draußen zu senden und in dieser Zeit ein Zeichen der Hoffnung für die Kunst zu setzen.“
Auch Entstehung und Art der Produktion hatten für Andy Kuntz einen besonderen Reiz. Er habe dieses Zusammenwirken mit all den Kollegen bei Frontiers Music empfunden als eine „sehr zeitgemäße und einzigartige Form der Kunst, die auch in diesen Zeiten kreativ sein und Neues erschaffen kann“. Und weiter: „Gerade weil es momentan für unsere Sparte echt nicht rosig aussieht, müssen wir uns trauen, neue Wege zu gehen!“ Das sei in diesem Fall besonders gut gelungen.
Etwas Großartiges am Ende
Normalerweise suche man ja immer die besten Voraussetzungen, um einen Song aufzunehmen. Das sei in dieser Form bei dieser Produktion für keinen der Beteiligten möglich gewesen. „Und trotzdem ist so etwas Großartiges dabei herausgekommen“, freut sich Kuntz. Das fertige Werk bestätigt seinen Eindruck.
Im Video ist Kuntz an zwei Stellen zu sehen und zu hören, einmal ab Minute 2:15 drei Sekunden lang mit der Textzeile „Paint the story you were shy to tell“, dann bei 3:13 noch einmal kurz mit der Titelzeile. Man muss übrigens schon genau hinsehen, denn der Vanden-Plas-Sänger ist im ersten Moment kaum zu erkennen: Mit absichtlich stehen gelassenem, der besonderen Situation geschuldetem Corona-Bart und wild ausgebreiteter Haarpracht (siehe Foto) erinnert Kuntz hier ein wenig an eine Mischung aus der Figur Hagrid aus den Harry Potter-Filmen und Göttervater Zeus – passend zur Stimme sehr urwüchsig, kraftvoll, beeindruckend.
Das Video „Push Through“ (alle Mitwirkenden sind übrigens darunter aufgelistet) ist seit Freitag auf YouTube online und hat Stand Donnerstag über 80.000 Aufrufe und an die 300 nahezu durchweg positive Kommentare. Zum Angucken einfach etwa „Frontiers Push Through“ eingeben.