Kaiserslautern Krokodile verpassen Überraschung gegen Spitzenreiter
Einen unerwarteten Punktgewinn verbuchten die Wasserballer des Kaiserslauterer Schwimmsportklubs am Montagabend im ersten Freibadspiel der Saison. Allerdings fühlte sich das 12:12 (2:2/5:1/1:6/4:3) gegen Tabellenführer WSV Vorwärts Ludwigshafen II auch so ein wenig wie eine Niederlage an, denn zwischenzeitlich führte man sogar mit fünf Toren, konnte den deutlichen Vorsprung aber nicht ins Ziel retten.
Die Seiten waren gerade gewechselt worden, der KSK hatte das Anschwimmen gewonnen, blieb in Ballbesitz und schloss den Angriff durch Dirk Feddeck nach 11 Sekunden erfolgreich ab. „8:3“ zeigte in diesem Moment die Anzeigetafel – und zwar überraschenderweise für die Kaiserslauterer, die bis dahin eine tolle Leistung abgeliefert hatten. Nach ausgeglichenem ersten Spielabschnitt, in dem man gegen den Favoriten vom Rhein ein 2:2-Unentschieden hielt (Johannes Bröhl traf per Strafwurf zum 1:1, Dirk Feddeck sorgte in Überzahl für die zwischenzeitliche 2:1- Führung), trumpften die Krokodile in den zweiten acht Minuten dann groß auf. Insgesamt fünf Treffer gelangen den Hausherren in dieser Phase (Stefan Stranz (2), Stefan Raspudic, Frederik Ramthun, Dirk Feddeck), und hätte man nicht einen Strafwurf vergeben, so wäre das achte Tor schon vor der Halbzeit gefallen. Auf der anderen Seite stand man in der Verteidigung meist goldrichtig und hatte in Frank Dick, der sogar zwei Fünfmeter entschärfte, wie immer einen sicheren Rückhalt. Was dann allerdings nach dem 8:3 passierte, konnte hinterher kaum jemand so richtig in Worte fassen. Plötzlich war es mit der Souveränität der Kaiserslauterer dahin. Man ließ dem Gegner zu viel Freiraum, agierte im Angriff zu statisch und wechselte angesichts der deutlichen Führung auch etwas zu chaotisch durch. Trotzdem hätten die ebenfalls nicht in Bestbesetzung angetretenen Ludwigshafener niemals so leicht ins Spiel zurückfinden dürfen. Doch die Rheinstädter hatten an diesem Tag mit Johannes Schmitz, dem Kapitän ihres Zweitligateams, den Akteur in ihren Reihen, der den Unterschied machte: Mit fünf eigenen Treffern (bis zum Schlusspfiff sollten es deren acht sein) drehte er die Partie noch vor der letzten Pause fast im Alleingang zum 9:8 aus Sicht des Tabellenführers. Als Ludwigshafen kurz nach Beginn des Schlussabschnitts das 10:8 nachlegte, schien die Begegnung zu Ungunsten der Krokodile gelaufen zu sein. Doch die Rumpftruppe des KSK hatte sich noch nicht aufgegeben und kam durch einen Doppelpack von Frederik Ramthun und Dirk Feddeck innerhalb von 30 Sekunden zum Ausgleich. Kaiserslauterns wieder genesener Goalgetter war es wenig später auch, der in Überzahl mit seinem fünften Treffer die erneute Führung der Gäste zum 11:11 egalisierte. Drei Minuten vor dem Ende drehte man die Partie dann tatsächlich nochmals, als Stefan Stranz eine Hinausstellung gegen Ludwigshafen zum 12:11 für die Gastgeber nutzte. Im Folgenden vergab der KSK ein weiteres Überzahlspiel, blieb aber in Führung, weil der WSV seine Angriffe nun ebenfalls nicht mehr konzentriert ausspielte. Als bereits die letzten 30 Sekunden angebrochen waren und die Lauterer bei eigenem Ballbesitz die Zeit nur noch hätten ablaufen lassen müssen, färbten diese Konzentrationsmängel dann aber auch auf die Krokodile ab: Ein ärgerlicher Ballverlust im Vorwärtsgang lud Ludwigshafen zum Kontern ein und führte zehn Sekunden vor dem Abpfiff zum 12:12-Endstand, über den sich auf beiden Seiten eigentlich niemand so richtig freuen wollte. „Wäre uns im Vorfeld ein Unentschieden angeboten worden, so hätten wir natürlich angenommen, aber in dieser Form darf uns das unabhängig von der Kaderbesetzung einfach nicht passieren“, zeigte sich Spielertrainer Stefan Raspudic trotzdem mit seinem Team „bis auf den unerklärlichen Auftritt im dritten Viertel äußerst zufrieden“. Die Krokodile bleiben mit 1:9 Punkten zwar weiterhin Tabellenletzter der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, haben aber nach wie vor die minimale Chance auf einen Medaillenplatz. Für den Tabellenführer wiegt der Punktverlust hingegen schwerer: Auf dem Weg zur bereits sicher geglaubten Meisterschaft ist man nun auf fremde Hilfe angewiesen, die allerdings in Form der eigenen dritten Mannschaft auch aus den eigenen Reihen kommen könnte. (sts)