Kaiserslautern
Kreative Übergangslösung soll für eine zügige Digitalisierung der Schulen sorgen
Was die Digitalisierung der Schulen anbelangt, laufen zurzeit die Gespräche und Vorbereitungen auf Hochtouren“, schildert Beigeordneter Peter Kiefer. Das Thema beschäftigt den gesamten Stadtvorstand: Als Baudezernent ist Kiefer einer der Beteiligten – neben Beate Kimmel, die vertretungsweise das Schul-Ressort führt, und Oberbürgermeister Klaus Weichel, in dessen Zuständigkeit das Thema Digitalisierung fällt. Die städtische Gesellschaft KL.digital ist ebenfalls maßgeblich beteiligt. Kiefer: „Die Corona-Pandemie hat die Dringlichkeit einer soliden Digitalisierungsausstattung der Schulen verstärkt.“
Die Digitalisierung der Bildungseinrichtungen gehöre zu den erklärten Zielen der Politik: Bundes- und Landesregierung hätten zum Beispiel im Digital-Pakt Schule schon weit vor der Corona-Pandemie umfangreiche Mittel bereitgestellt. Kiefer: „Die Stadt Kaiserslautern nutzt aber auch andere Förderungen und eigenfinanzierte Maßnahmen, um Schulen zu modernisieren.“ Neben der Infrastruktur fänden auch erhebliche Investitionen in die technische Ausrüstung statt, zum Beispiel in Beamer und Whiteboards. Kiefer: „Die Corona-Krise verändert selbstverständlich alle diese Planungen. Viel vom Geplanten muss umgehend bereitgestellt werden, einiges kommt neu hinzu, etwa die Möglichkeit, die Kinder zuhause zu unterrichten.“ Die Stadt Kaiserslautern wolle die Voraussetzungen für Fernunterricht schaffen.
Einige Schulen in Kaiserslautern seien bereits sehr gut ans Internet angeschlossen, ein ganzer Schwung an neuen Anbindungen werde bald bereitgestellt. Kiefer: „Die Aufträge dazu sind erteilt und die Bestellungen müssen nun von den Telekommunikationsunternehmen abgearbeitet werden.“ Damit sei ein wichtiger Baustein zur Digitalisierung der Schulen fertig.
Der zweite Baustein ist die Verbindung zwischen Internet-Anschlusspunkt und PCs, Laptops oder Tablet-PCs von Schülern und Lehrern. „Hier sind normalerweise in einer Schule umfangreiche Arbeiten zu leisten“, erklärt Kiefer, „die Kosten dazu belaufen sich auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag bei weiterführenden Schulen.“ Derzeit wird beispielsweise an der EDV-Verkabelung für den digitalen Unterricht in allen Schulsälen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums gearbeitet. Kiefer: „Begonnen wurde mit den Arbeiten im Altbau. Es ist geplant, erste Bereiche im ersten Quartal 2021 in Betrieb zu nehmen.“ Die umfangreichen Arbeiten im gesamten Schulgebäude werden voraussichtlich noch bis Mitte 2021 dauern, die Kosten belaufen sich insgesamt auf 515.000 Euro. Bis alle Arbeiten an allen Schulen abgeschlossen seien, werde es mehrere Jahre dauern. Daher sollen Übergangslösungen geschaffen werden, wo nicht schon heute eine Verkabelung im Haus vorliegt.
Dabei unterstütze die städtische Gesellschaft KL.digital die Stadtverwaltung tatkräftig – beispielsweise mit der Erfahrung aus Projekten bei Großveranstaltungen. Für die Schulen sei geplant, ein System zum Einsatz zu bringen, das unter anderem als Kerwe-WLAN im Jahr 2018 erprobt wurde und für die Veranstaltungsorganisation von Altstadtfest und Rheinland-Pfalz-Tag im vergangenen Jahr verwendet wurde. Damit soll drahtloses Netzwerk an von den Schulen benannten Stellen im Schulhaus zum Einsatz gebracht werden. Kiefer: „Selbstverständlich kann diese schnell aufgebaute Lösung keine dauerhafte Vernetzung in der Schule ersetzen.“ Alles werde so ausgeführt, dass keine umfangreichen Planungen und Prüfungen, etwa für den Brandschutz, notwendig sind – um Zeit zu sparen.
Für die erste Gruppe von Schulen, die mit dem neuen System ausgestattet werden sollen, finden gerade Vor-Ort-Termine statt. Kiefer: „Wenn alles gut läuft, sind in ein paar Wochen die Netzwerke verfügbar.“