Kaiserslautern Kraft, Eleganz und Körperspannung

Konzentriert: Elisabeth Göddel vom TV Morlautern beim Bodenturnen.
Konzentriert: Elisabeth Göddel vom TV Morlautern beim Bodenturnen.

Mächtig was los in der Ramsteiner Reichswaldhalle. Dort läuft am Sonntag Tag zwei der Pfalzmeisterschaften im Geräteturnen weiblich allgemein. Gut 100 Mädels sind in der Halle, etwa genauso viele waren es tags zuvor bei den Landesbestenwettkämpfen. Schon eine stramme Leistung, die das Turn-Team Sickingen (TTS) und sein Förderverein, die ein weiteres Mal als Ausrichter für solch ein Großereignis fungieren, da an den Wettkampftag legt.

„Wir stemmen das, weil alle mit anpacken“, sagt Achim Wätzold, Vizepräsident im Pfälzischen Turnerbund und auch Trainer im TTS. Er strahlt absolute Ruhe aus. Sie stemmen es mit viel guter Laune und auch mit der immer wieder geäußerten Bitte an die Zuschauer, Betreuer und Turnerinnen, doch auch den Verein zu unterstützen und Essen und Trinken in der Halle zu kaufen. Alles geht glatt, die Mädels, die sich auf den jeweiligen Gaumeisterschaften qualifiziert haben, turnen ohne große Zeitverschiebung im Plan. Und sie turnen gut. „Im Turnen allgemein, dem Turnen mit festgelegten Pflichtübungen, ist die Anforderung nicht mit dem Niveau der Kür vergleichbar, aber die Mädels trainieren meist auch nur ein- bis zweimal die Woche. Dafür zeigen sie wirklich großartige Leistungen“, zollt Wätzold dem Nachwuchs Respekt. Mädchen, die mehr wollen, müssten in der Regel schon im Alter von etwa sechs Jahren, deutlich intensiver trainieren. Und sie bräuchten zudem einen Verein, der häufiges Training mit entsprechenden Trainern und einem vorhandenen Gerätepark anbiete. Am Wochenende liefen neben den Pfalzmeisterschaften im Turnen allgemein noch die Landesbestenkämpfe. Das stellt die kleinste Stufe auf Pfalzniveau dar. Hier wird ein im Vergleich zur Pfalzmeisterschaft abgestecktes Pflichtprogramm gefordert und von vielen Starterinnen auch ausgezeichnet geturnt. Sie kommen von überall, von der Vorderpfalz, aus Grünstadt, Zweibrücken genauso wie aus Kusel. Der TPSV Enkenbach hat eine große Gruppe entsandt, genau wie der SV Katzweiler, Mädels aus Rodenbach, Hochspeyer, aus Otterberg, Morlautern und aus Ramstein beweisen sich an den Geräten Boden, Schwebebalken, am Sprung und am Stufenbarren. Zum ersten Mal seit etwa 20 Jahren sind auch wieder Turnerinnen vom TuS Erfenbach am Start. Stellt zumindest Uwe Oster, Landesfachwart Allgemeines Turnen im Pfälzer Turnerbund, erfreut fest. Es wuselt in der Halle, trotzdem hat alles seine Ordnung, jeder hat den anderen mit im Blick. Muss wohl so sein, wenn in einer Halle gleichzeitig am Sprung hohe Konzentration beim Anlauf gefordert wird, der Schwebebalken noch nie leicht zu turnen war, der Stufenbarren Kraft, Eleganz und Körperspannung verlangt und am Boden gleichzeitig zum x-ten Mal die gleiche klassische Musik ertönt. Da sind auch die Wertungsrichter schwer gefordert. Die Betreuer ohnehin. Hat es nicht geklappt will getröstet sein. War das Gerät perfekt, muss gebremst werden, es folgen ja noch drei. „Es gehört schon Disziplin dazu“, sieht der Kuseler Uwe Oster den Trubel in der Halle gelassen. Kann er, er hat im Vorfeld und in vielen Nachtschichten die Riegen eingeteilt, hat die Weichen für einen ordentlichen Ablauf gestellt. Den Rest erledigt das Turn-Team Sickingen als Ausrichter und die Mädels – sie turnen einfach fein. Sport, Zahlenspiegel

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