Kaiserslautern Kleine Krokodile schwimmen hinterher

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Jetzt hat es auch die zweite Wasserball-Mannschaft des Kaiserslauterer Schwimmsportklubs erwischt: Mit 8:14 (1:5/4:3/2:5/1:1) musste man beim SV Friedrichsthal eine unnötige Niederlage einstecken und zeigte dabei ausgerechnet gegen den Tabellenletzten erstmals in dieser Saison eine durchgehend unterdurchschnittliche Leistung. Die mögliche Qualifikation zur Oberligarunde ist somit in weite Ferne gerückt.

Rein vom Spielverlauf her gesehen, war es ein Abbild der letztwöchigen Begegnung der ersten Mannschaft gegen Ludwigshafen: Ein völlig verpatzter Start brachte den KSK in Rückstand. Es folgte eine Aufholjagd in der Mitte der Partie, aber am Ende stand man trotzdem mit leeren Händen da. Diesmal war es sogar ein 1:5, dem die kleinen Krokodile nach dem ersten Viertel hinterherschwammen. Man hatte zwar ordentlich begonnen und das zweite Überzahlspiel durch Johannes Bröhl zum 1:1 genutzt, danach lief allerdings bei den Lauterern nichts mehr zusammen. Im eigenen Angriff kamen sie überhaupt nicht damit zurecht, dass die Gegner fortwährend im flachen Becken stehen konnten, und in der Verteidigung hatte man offensichtlich mit der Doppeldeckung aufs falsche Pferd gesetzt und musste mehrere Gegentreffer aus der Distanz hinnehmen. Im zweiten Spielabschnitt stellten die Krokodile auf Pressdeckung um und schienen sich etwas besser an die Gegebenheiten gewöhnt zu haben. Anita Raspudic und Victor Morenas del Pozo trafen jeweils in Überzahl zum 3:6, etwas später verkürzten Jan-Philipp Minges und Stefan Raspudic auf 5:7. Mit dem Halbzeitpfiff musste man in einem gefühlt endlos dauernden Unterzahlspiel allerdings noch das 5:8 einstecken. Nach dem Seitenwechsel kam der KSK, der nun auf die etwas tiefere Seite des Beckens spielte, durch Victor Morenas del Pozo und Jan-Philipp Minges erneut auf zwei Treffer heran (7:9, 18. Minute), ehe in der Abwehr buchstäblich wieder alle Dämme brachen und man bis zur letzten Pause noch vier Tore hinnehmen musste. Spätestens da war allerdings das Ergebnis fast schon zweitrangig, denn mittlerweile wurde das Geschehen von Diskussionen bestimmt, inwiefern die von den Gastgebern praktizierte Nutzung des Beckenbodens noch den Regeln entsprach. Wie im Vorfeld bereits erwartet, wussten die Friedrichsthaler mit dem flachen Wasser äußerst clever umzugehen. Zwar waren jene Aktionen schon bei früheren Begegnungen gang und gäbe und bereits immer hart am Rande der Legalität, mittlerweile sind sie aber eben häufig diesen kleinen, entscheidenden Schritt darüber hinaus. Beispielsweise sprangen, obwohl es eigentlich nur den Torhütern erlaubt ist, auch die Friedrichsthaler Angreifer vom Boden ab und hoben dadurch die Lauterer Verteidiger förmlich aus dem Wasser heraus. Und auch wenn es grundsätzlich erlaubt ist, hätte das saarländische Schiedsrichtergespann bereits in der ersten Halbzeit häufiger das Laufen und Stehen der SVF-Abwehrspieler unterbinden müssen, was laut Regel nämlich immer dann der Fall sein muss, wenn „sich der Spieler durch Verwendung des Bodens einen unberechtigten Vorteil verschafft“. Die Unparteiischen versäumten dies jedoch weitestgehend, hatten aber auch zweifellos keinen leichten Job, denn konsequentes Ahnden aller Vergehen hätte wahrscheinlich alle zwei bis drei Sekunden zu einer Spielunterbrechung geführt. Aber auch so hatte das Ganze über weite Phasen nur wenig mit Wasserball zu tun und ähnelte eher einer Mischung aus Ringkampf und dem meist von Kindern in Nichtschwimmerbecken gespielten „Aqua-Ball“. So passte es ins Bild, dass die Lauterer im Schlussviertel das Wasserballspielen im Kopf wohl schon eingestellt hatten und trotz guter Chancen – unter anderem noch drei „Mann mehr“-Situationen – nur noch zu einem weiteren Treffer kamen (Ulf Feddeck zum Endstand von 14:8). „Wir haben es nicht geschafft, dem Gegner unser Schwimmspiel aufzuzwingen, und für das Standspiel hat uns offensichtlich die Cleverness gefehlt. Es war definitiv unsere schlechteste Saisonleistung“, resümierte Coach Stefan Raspudic etwas enttäuscht. Ungeachtet der Diskussionen ging der erste Saisonsieg für den SV Friedrichsthal voll in Ordnung. In der Tabelle nutzte es den nach wie vor am Ende stehenden Saarländern jedoch vorerst nichts, während der KSK 2 jetzt auf Platz fünf durchgereicht wurde. Dieser würde zwar am Ende noch zum Einzug in die Oberliga-Runde reichen, in Anbetracht der drei schweren, noch ausstehenden Partien ist es allerdings ehr unwahrscheinlich, dass man diesen halten kann. Am kommenden Samstag bestreiten die beiden KSK-Teams im Wettbewerb um den Südwestdeutschen Pokal Heimpartien. So spielt die erste Mannschaft (19.15 Uhr) gegen den SV Neunkirchen und die zweite (20.30 Uhr) gegen SC Poseidon Worms. (sts)

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