Kaiserslautern Keine Poller mehr vor Zepp

Die rot-weiß gestrichenen Poller wurden vor drei Jahren gesetzt, nachdem es mehrere Unfälle in der Rechtskurve stadtauswärts gegeben hatte und innerhalb kürzester Zeit zwei Autos an die Fassade des Hotels gedonnert waren. Die Fensterfront wurde durch die Unfälle am 11. November und 16. Dezember 2010 völlig zerstört. Besonders schlimm war es am 16. Dezember, als sich die Fahrer von zwei Sportwagen ein Wettrennen lieferten. Einer der Fahrer krachte mit seiner Karosse in die Rezeption, wobei sich der Wagen drehte und auch noch den Frühstücksraum erwischte. Hotelbesitzerin Stephanie Beck hatte anschließend darauf gedrungen, dass Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, die Straßenverkehrsbehörde der Stadt ordnete daraufhin umgehend an, dass Poller gesetzt werden. Als diese standen, ging es munter weiter. Zunächst landeten im Sommer 2011 zweimal Wagen in der Grünanlage von Karstadt auf der anderen Straßenseite, dann krachte im Oktober ein Auto, das aus der Kurve getragen wurde, an die Poller, die das Hotel vor einem Aufprall schützten.
Nun sind die Poller weg. Der Bürgersteig wurde um die Jahreswende erneuert, die Poller würden nicht mehr gesetzt, sie seien bei der künftigen Verkehrsführung nicht mehr nötig, erklärte die Stadtverwaltung. Sie argumentiert, eine Gefahr, wie sie bis Sommer vergangenen Jahres bestanden habe, sei nicht mehr zu erwarten. Denn künftig gebe es auf dem Abschnitt der Pariser Straße Gegenverkehr, so stünden nicht mehr zwei Fahrspuren in einer Richtung zur Verfügung und es werde langsamer gefahren. Der Unfall, bei dem ein Wagen in die Rezeption des Hotels fuhr, sei passiert, weil an der Ampel Mühlstraße zwei Wagen nebeneinander standen und sich ein Wettrennen lieferten. Das sei künftig nicht mehr möglich.
Außerdem entschärften Ampeln die Situation; die erste bilde eine Blockade in Höhe der Mühlstraße, wo Fußgänger die Fahrbahn zur künftigen Rotunde der Einkaufsmall kreuzen, die nächste Ampel komme ein Stück weiter in Höhe der Humboldtstraße, was Raserei ebenfalls erschwere. Mit 100-prozentiger Sicherheit sei nie auszuschließen, dass etwas passiert, aber bei der künftigen Verkehrsführung sei ein Aufprall an der Hotelfront nicht mehr zu erwarten, hieß es bei der Stadt.
Stephanie Beck trägt es mit Gelassenheit, dass keine Poller mehr da sind. Sie erinnert zwar daran, dass etwa ein Dutzend Fahrzeuge an ihre Fassade geprallt ist, hofft jedoch, dass die Argumentation der Stadt zutreffen wird, es zu keinen Unfällen mehr kommt.
Die Hotelbesitzerin hat derzeit eine ganz andere Sorge: den Lärm, der von der ECE-Baustelle ausgeht. Die Karstadt-Fassade sei teilweise weggerissen worden, der Lärm aus dem Gebäude schalle über die Straße. Das wirke sich auch auf die Übernachtungen aus; Gäste sorgten sich um ihre Nachtruhe und fragten, wann morgens angefangen werde zu arbeiten und wie lange es abends auf der Baustelle gehe. (dür)