KAISERSLAUTERN Keine betriebsbedingten Kündigungen bei Adient

Entwarnung im Technischen Zentrum von Adient.
Entwarnung im Technischen Zentrum von Adient.

Betriebsbedingte Kündigungen im Technischen Zentrum von Adient in Kaiserslautern sind vorerst vom Tisch.

Der Anbieter für Autositze teilte am Donnerstag mit, dass es Betriebsrat und Geschäftsleitung am Standort Kaiserslautern gelungen sei, nach intensiven Verhandlungen eine Einigung über den weiteren Stellenerhalt zu erzielen.

Demnach würden betriebsbedingte Kündigungen für das Technische Zentrum in Kaiserslautern entgegen den ursprünglichen Planungen bis zum 31. März 2022 ausgeschlossen. Lediglich ein kleiner Teil des ehemals geplanten Personalabbaus von 125 Stellen solle im Rahmen eines Zukunftspakets nun sozialverträglich umgesetzt werden, so etwa über freiwillige Frühverrentungen.

Mit der Einigung konnten die im Juli des Jahres aufgenommenen Verhandlungen über Interessensausgleich und Sozialplan nun einvernehmlich abgeschlossen werden. Über weitere Details des Zukunftspakets haben beide Parteien zunächst Stillschweigen vereinbart.

Parteien zufrieden mit Einigung

Geschäftsleitung und Betriebsrat zeigten sich erfreut, dass mit der Einigung die Weichen für die Zukunft des Technischen Zentrums gestellt werden konnten und zudem auch Know-how bestmöglich am Standort gehalten werde.

Im Zuge des Strukturwandels in der Automobilindustrie und der Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie hatte Adient als global tätiger Zulieferer umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt, um Strukturen und Kapazitäten des Unternehmens an eine rückläufige Umsatzerwartung anzupassen.

Als eine von mehreren möglichen Lösungen steht dabei auch ein mittelfristiger Verkauf des Standorts Kaiserslautern im Raum.

Ulrich: Noch Fragen offen

Der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Kaiserslautern, Alexander Ulrich, zeigte sich zufrieden mit der Einigung zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. „Es ist ein gutes Ergebnis für die Mitarbeiter und den regionalen Arbeitsmarkt, dass nach Adient in Rockenhausen nun auch bei Adient in Kaiserslautern die Ängste vor Kündigungen vertrieben wurden“, erklärte er. Die IG Metall hat das Verhandlungspaket tarifpolitisch flankiert und begleitet.

Es sei von Beginn an Forderung der IG Metall gewesen, die Möglichkeiten der Kurzarbeit zu nutzen, um Zeit für eine strategische Neuausrichtung des Technischen Zentrums in Kaiserslautern zu gewinnen, so der Zweite Bevollmächtigte. Daher sei es ein großer Erfolg, dass die Schließung des Musterbaus mit dieser Einigung vom Tisch sei. Adient-Mitarbeiter, die freiwillig ausscheiden wollten, könnten dies zu lukrativen Konditionen tun.

„Wir hoffen“, so erklärte Ulrich, „dass mit dieser Lösung wieder etwas Ruhe in die Belegschaft zurückkehrt und Adient im neuen Jahr eine langfristige Lösung für das Technische Zentrum anbieten kann. Dass von Unternehmensseite auch über einen Verkauf des Standorts nachgedacht wird, zeigt, dass noch einige Fragen über die mittel- bis langfristige Zukunftssicherung des Standorts offen sind.“

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