FCK Keine Ausschreitungen bei Hochrisikospiel – Anzeigen wegen Pyrotechnik

Beim Marsch der FCK-Fans zum Stadion zündeten Anhänger Pyrotechnik in der Unterführung in der Eisenbahnstraße.
Beim Marsch der FCK-Fans zum Stadion zündeten Anhänger Pyrotechnik in der Unterführung in der Eisenbahnstraße.

Die Spuren des Derbys waren auch am Ostermontag noch zu erkennen. Glasscherben und Müll zeugten von den Fanmassen, die sich tags zuvor durch die Stadt zum Fritz-Walter-Stadion bewegt hatten. Viel Arbeit für die Stadtbildpflege. Hunderte Polizeibeamte hatten am Sonntag das Hochrisikospiel gesichert.

Um 17.39 Uhr am Sonntag vermeldet die Polizei über den Nachrichtendienst Twitter, dass der Elf-Freunde-Kreisel wieder für den Autoverkehr geöffnet sei. Zusammengerechnet mehrere Stunden waren Zollamtstraße, Kreisel und die Unterführung in der Eisenbahnstraße am Sonntagvormittag und -nachmittag gesperrt, um die Anhänger des 1. FC Kaiserslautern und des 1. FC Saarbrücken getrennt voneinander zum und vom Stadion zurück in die Stadt und zum Bahnhof zu geleiten. Die Folge waren erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen in diesem Bereich.

Durch Trennung der Fanlager sollten bei dem Hochrisikospiel Ausschreitungen verhindert werden. Dafür hatte die Polizei mehrere hundert Beamte aufgeboten. Unterstützt wurden das Polizeipräsidium Westpfalz und die Bundespolizei von Kräften des Polizeipräsidiums Einsatz, Logistik und Technik, aus Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und dem Saarland. Ein Hubschrauber kreiste schon am Morgen über dem Betzenberg, auch eine Drohne kam zum Einsatz. Am Boden stand ein Wasserwerfer bereit.

Beide Fanlager zünden Pyrotechnik

Am Sonntagabend konnte die Polizei eine positive Bilanz ziehen: „Es blieb bei diesem brisanten Spiel weitgehend friedlich.“ Strafanzeigen wegen des Zündens von Pyrotechnik kommen allerdings auf Anhänger beider Seiten zu. Bereits am Morgen hatten sich laut Polizei rund 3000 FCK-Anhänger am Stiftsplatz getroffen, um in einem Fanmarsch durch die Innenstadt in Richtung Betzenberg zu ziehen. Unter anderem in der Unterführung in der Eisenbahnstraße zündeten die Fans massiv Pyrotechnik und Böller. Einige Beschuldigte seien bereits ermittelt, so die Polizei. Auf sie kommen Strafanzeigen wegen versuchter Körperverletzung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu, so die Polizei. Gleiches gilt für Anhänger des FCS, die auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion ebenfalls Pyrotechnik zündeten. Die Partie selbst wurde mehrmals unterbrochen, weil aus dem Gästeblock – etwa 5000 Saarbrücker waren in das mit 47.000 Zuschauern ausverkaufte Fritz-Walter-Stadion gekommen – Leuchtraketen auf das Spielfeld geschossen wurden. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei haben Ermittlungen aufgenommen.

Laut Polizei wurden beide Fanlager nach dem Spiel zeitversetzt aus dem Stadion geleitet. Die FCS-Fans, die mit dem Zug gekommen waren, wurden mit massiver Polizeipräsenz zum Bahnhof eskortiert. Die Bundespolizei sperrte die Personenunterführung im Bahnhof.

Polizei sichtet Social-Media-Beiträge

Im Auftrag des rheinland-pfälzischen Innenministeriums hat das Polizeipräsidium Westpfalz in einem Pilotprojekt eine sogenannte Social-Media-Clearingstelle eingerichtet. Dort soll die Relevanz sozialer Medien für die Bewältigung von Polizeieinsätzen untersucht werden. Ziel sei es durch die Sichtung und Bewertung von Social-Media-Beiträgen die Einsatzkräfte zu unterstützen. Am Sonntag, so die Polizei, konnte die Clearingstelle den Ermittler wesentliche Erkenntnisse weiterleiten.

Um die Fan-Lager zu trennen, eskortierte die Polizei die FCS-Anhänger vom Bahnhof ins Stadion.
Um die Fan-Lager zu trennen, eskortierte die Polizei die FCS-Anhänger vom Bahnhof ins Stadion.
Die Spuren des Spitzenspiels in der Innenstadt: Der Zug der FCK-Fans hinterließ Glasscherben und Müll.
Die Spuren des Spitzenspiels in der Innenstadt: Der Zug der FCK-Fans hinterließ Glasscherben und Müll.
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