Kaiserslautern Kartfahren: Elfjähriger ist bereit für die WM in Brasilien

Auf dem Weg nach Brasilien: Max Reis fliegt als Deutscher Meister im Kartfahren Ende November zur Weltmeisterschaft nach Südamer
Auf dem Weg nach Brasilien: Max Reis fliegt als Deutscher Meister im Kartfahren Ende November zur Weltmeisterschaft nach Südamerika. Am heimischen Rennsimulator bereitet er sich vor, fährt am liebsten auf der Strecke von Genk in Belgien. Seine Brüder Hannes (links) und Paul werden ihm zu Hause die Daumen drücken.

Max Reis, amtierender Deutscher Kartmeister, hat die Weltmeisterschaft in Brasilien fest im Blick. Bis zum Abflug am 21. November geht er aber noch ins Reichswald-Gymnasium in Ramstein-Miesenbach und trainiert daheim am Fahrsimulator. Max ist elf Jahre alt und wohnt mit seinen Eltern und den beiden Brüdern in Ramstein-Miesenbach.

2018 wird die Formel-1-Bühne von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel bespielt und das nach allen Regeln der Kunst: mit Show, mit ausgefeilter Technik und natürlich mit ausgeklügelter Motorentechnik und schicken Rennboliden. Das Drumherum ist gewaltig, doch ganz ohne Können der Fahrer geht es nicht und dieses kommt nicht von ungefähr. Auch Vettel und Hamilton haben mal klein auf einer Kartbahn angefangen und sich mit Talent und Fleiß bis ganz nach oben gearbeitet.

Amtierender Deutscher Meister

In die Liga dieser Fahrer will der elfjährige Max Reis. Ganz nach oben in den internationalen Rennzirkus. Max träumt nicht nur, er hat sich längst auf den Weg gemacht, hat in diesem Jahr im Kartfahren seine gesamte Konkurrenz hinter sich gelassen. Im Oktober wurde er mit dem goldenen Rennkranz als Deutscher Meister gekürt . „102 Stundenkilometer“, schießt seine Antwort heraus, auf die Frage wie schnell er unterwegs ist. Er weiß genau was er will. „Das geht noch schneller“, sagt er und nimmt schon mal ehrgeizig die nächste Motorenklasse ins Visier. „Mit Playmobil oder Lego konnte Max nie etwas anfangen. Schon als ganz kleiner Junge saß er nur auf dem Laufrad und dem Bobbycar“, erzählen seine Eltern Melanie und Ralph Reis und blicken auf die vergangenen Jahre zurück. „Ich habe mir draußen vor dem Haus Rampen gebaut und bin mit dem Bobbycar runter“, schildert Max seine Erinnerung. Natürlich ging er zunächst auch in den Turnverein, machte Judo, fuhr leidenschaftlich Inline-Skates – das war aber alles nichts gegen seine Leidenschaft ein Lenkrad in der Hand zu halten und die Geschwindigkeit zu spüren. Seine Eltern meinten es gut, gingen mit ihm zum RC Barbarossa, ließen ihn im Vereinskart in Kaiserslautern mal um die Pylonen fahren. Das war’s dann mit dem normalen Familienleben, zu dem neben den Eltern auch noch die Brüder Paul (8) und Hannes (5) gehören. Max beweist, dass das Kart und er eine Einheit sind. Mit acht Jahren fährt er die ersten Wettbewerbe und startet gewaltig durch.

Vater baut Netzwerk auf

Erst kommt der Wechsel zum Homburger Verein, dann der Umstieg von der Slalomfahrt auf die Rennstrecke. Ein eigenes Rennkart muss her. Bei den Eltern stellt sich rasch die Erkenntnis ein: „Ohne Sponsoren ist das für uns Otto-Normal-Familie niemals zu stemmen.“ So drückt es Vater Ralph, der als Beamter täglich ins Mainzer Innenministerium pendelt, aus. Also baut der Vater ein Netzwerk auf, ohne das es heute für viele ohnehin nicht mehr geht. Eine Homepage, ein Youtubekanal, Facebook und und und werden kreiert. Ein Logo „MR 28“ entsteht. „Am 28. ist mein Geburtstag und das ist meine absolute Glückszahl“, kommentiert Max wofür die „28“ steht. Ein Fan-Club bildet sich, die ersten Unterstützer kommen dazu. „Wir sind allen unseren Unterstützern sehr dankbar“, sagt Vater Ralph, denn ohne Sponsoren geht es im Rennzirkus, selbst in der Kartszene, nicht. Auch nicht ohne einen Mechaniker. „Ich bin kein Schrauber-Papa“, erklärt Ralph Reis seine Grenzen. „Im Leben ist mein Papa der Wichtigste, im Kart-Sport ist es der Schrauber“, rückt Max spontan die Wertigkeit zurecht.

Papa fährt mit nach Brasilien

Längst hat er seine Idole Vettel und auch Hamilton persönlich kennengelernt. Als Deutscher Kartmeister fliegt er nun sogar zur Weltmeisterschaft nach Brasilien. Dort finden vom 24. November bis zum 1. Dezember die Rennen statt. Sein eigenes Kart wird dann nicht dabei sein. Das bleibt zu Hause. In Brasilien steht jedem Teilnehmer ein neues Gefährt zur Verfügung. Da muss dann erst mal der Schrauber ran. Für alles andere ist der Papa gefragt. Die Mama drückt mit den Brüdern von Ramstein-Miesenbach aus die Daumen. Info Weitere Informationen unter www.max-reis.de.

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