Kaiserslautern / Speyer Karnevalverein: Neuer Standort für die „Friedens-Berta“
Die Kanone sei einst ein Geschenk des früheren Kommandierenden des Western Areal Command, General Reber, gewesen. Nachdem sich die „Friedens-Berta“ mehr als 70 Jahre im Eigentum des Karnevalvereins Kaiserslautern befunden hatte, wurde sie vom langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Udo Bröckelmann, beim Sommerfest an die Verantwortlichen des Präsidiums der Badisch-Pfälzischen Karnevalvereine übergeben. Die Kanone hat jetzt ihren festen Platz im Museum der Vereinigung in Speyer, dem Sitz des zweitgrößten Landesverbandes im Bund Deutscher Karneval (BDK), teilte der Karnevalverein Kaiserslautern mit.
Bröckelmann räumte bei der Übergabe an Präsident Jürgen Lesmeister (Ramstein) und Geschäftsführer Gerald Bleimeier (Bellheim) ein, dass sich die Karnevalisten nur schweren Herzens von ihrer „Friedens-Berta“ trennen konnten. „Aber die Platzsituation und die damit verbundenen Auflagen um den Brandschutz machten solch eine Entscheidung notwendig“, erklärte Bröckelmann.
Lesmeister sagte, dass er überrascht über die Anfrage gewesen sei. „Ich dachte schon, eine Kanone, oh je“, wird er in der Mitteilung zitiert. Aber Geschäftsführer Bleimeier, der Macher im Museum der Pfälzisch-Badischen Karnevalvereine in Speyer, sei von der Idee begeistert gewesen und habe schnell einen Platz für die Kanone im Sinn gehabt.
Drei Schüsse zum Konfettisalut
Bei der „Friedens-Berta“ handele es sich um ein umgebautes Geschütz, das ausschließlich mit Konfetti und Bonbons geladen und nur zu Friedenszwecken genutzt wird. Sie wurde dem Karnevalverein zufolge in der Lauterer Panzerkaserne nach Plänen von Oberst Cramer und Hans Willig gebaut. Die Feuertaufe bestand die Kanone demnach im Jahr 1953 bei der Begegnung der Zweibrücker Freunde und der Lauterer Narrhallesen sowie anlässlich eines Empfangs der Düsseldorfer Narren in Kaiserslautern. In den Jahren danach habe die „Friedens-Berta“ den Karnevalverein auf allen Umzügen begleitet und aufgrund ihrer gewaltigen Kraft bei einem Umzug in der Eisenbahnstraße manche Fensterscheiben zerbersten lassen. Das habe dazu geführt, dass sie seit dem 11. November 2024 nur noch zur Kampagneneröffnung mit drei Konfettisalutschüssen im Einsatz war.