Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Publikum von „Männer“ im Pfalztheater begeistert

Premiere des Liederabends "Männer" im Pfalztheater: von links Stefan Kiefer, Jan Henning Kraus, Henning Kohne, Nicolas Handwerke
Premiere des Liederabends »Männer« im Pfalztheater: von links Stefan Kiefer, Jan Henning Kraus, Henning Kohne, Nicolas Handwerker, Oliver Burkia, Günther Fingerle und Rainer Furch, im Hintergrund mit Meisterscheibe Kerstin Hölzle und Barbara Seeliger.

Der 1. FCK hatte verloren, die Fans waren frustriert, doch das Premierenpublikum im Großen Haus des Pfalztheaters war am Samstagabend nach zweimal 45 Minuten von dem Fußball-Liederabend „Männer“ total begeistert. Im Parkett und auf dem Balkon quittierte es den Spaß auf der Bühne mit viel Lachen, Szenenapplaus und minutenlangem Beifall, zuletzt im Stehen.

Da mochte der rote Teufel in Person von Kerstin Hölzle die (erträumte) Meisterschale wegwerfen: Mit ihren Zugaben in der „Nachspielzeit“ – insbesondere der klaren Absage an Bayern München – machten der Finanzbeamte und der Altrocker, der Ultra genauso wie das Muttersöhnchen, der Kindergärtner, der Italiener und der Banker unisono klar, wofür sie stehen: für ihren 1. FCK.

„Fans sollten sich das anschauen“

Bei der Premierenfeier hat die RHEINPFALZ Gäste nach ihren persönlichen Eindrücken gefragt. „Mitreißend“, kommentierte Tobias Wiesemann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, den Liederabend. Der FCK sei Thema im Stadtrat, da brauche man noch ein paar Entscheidungshilfen, ergänzte er schmunzelnd. Jeder Fan und auch die Mannschaft sollten sich das Stück ansehen, war seine Empfehlung.

„Toll, dieser Ideenreichtum und absolut passend in die Zeit“, lobte Citymanager Hanno Scherer. Er habe seine Freude an dem Abend gehabt; der Funke sei übergesprungen. Dieter Rombach hat „Männer“ ein wenig an seine aktive Zeit erinnert. „Die meisten glauben es geht um Leben und Tod, dabei geht es um viel mehr“, zitierte der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FCK eine Aussage in dem Stück. Aufgefallen sind ihm die Utopien der Fans, die glaubten, alles müsse wieder so sein wie früher. Er findet: „Wir haben heute nicht mehr nur Fußball, aber vom Emotionalen her ist er nicht zu toppen; er bringt alle gesellschaftlichen Gruppen zusammen.“ „Schöne, vielseitige Lieder, ein Querschnitt mit vielen verschiedenen Charakteren, die im Fußball zusammenkommen“, lobte Stefan Krause, FCK-Dauerkartenbesitzer über 20 Jahre, den Premierenabend, der ihm gut gefallen hat.

Gelungene Liederauswahl

„Sehr amüsant, die Jungs harmonieren super zusammen“, lobte Jasmin Bernhardsgrütter. Fußball und der 1. FCK sind für die Schweizerin zwar etwas, was sie erst noch kennenlernen müsse. In der Inszenierung fand sie den Alltag der Fans jedenfalls gut rübergebracht und die Liederauswahl gelungen.

Obwohl absolut kein Fußball-Fan, hatte Regina Schlösser nach dem Besuch der Matinee zu „Männer“ entschieden, dass sie das Stück unbedingt sehen will. „Ich habe Tränen gelacht“, schilderte sie. Die Wortspiele, auch in den Liedern, in denen beispielsweise Heintjes „Mama“ auch noch durchgerockt wird: „Das macht einfach Spaß, das war gekonnt.“ Rita Jungblut, die sie zum Mitkommen bewegt hatte, lobte: „Das war mal was anderes, das passt weder in die Schublade Schauspiel noch Oper.“ Die vielen gesellschaftlichen Schichten, die unterschiedlichen Typen: „In das Stück sollten alle FCK-Fans reingehen.“ „Ein tolles Spektakel, ein ganz besonderer Abend, das war Unterhaltung pur“, lobte Elli Loeper. Vor allem die Stimmen der Schauspieler verdienten ein besonderes Lob.

Passend füreine Fußball-Stadt

In einer Fußball-Stadt sollte klar sein, dass man sich dieses Stück nicht entgehen lassen darf, erklärte Intendant Urs Häberli bei der Premierenfeier. Fußball und Theater hätten vieles gemeinsam, der große Anspruch verbinde die Gesellschaft, habe viel mit großen Emotionen zu tun. Die Emotionen der Gäste weckten noch einmal die „Trainermannschaft“ im Hintergrund der Inszenierung und die „Fans“, die Häberli nacheinander auf die Premierentreppe bat. Die Schauspieler und Sänger verabschiedeten sich mit einem triumphierenden „So sehen Sieger aus“. Passend zum Thema des Fußball-Liederabends dankte Marion Schulz-Reese, stellvertretende Vorsitzende der „Freunde des Pfalztheaters“, jedem der Beteiligten mit einer Flasche „Fritz-Walter-Bier“.

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