Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Lothar Sorger als Betriebsratsvorsitzender bei Opel verabschiedet

Ministerpräsidentin Malu Dreyer bescheinigte Lothar Sorger, er habe sich in die Reihe der engagierten Betriebsratsvorsitzenden i
Ministerpräsidentin Malu Dreyer bescheinigte Lothar Sorger, er habe sich in die Reihe der engagierten Betriebsratsvorsitzenden im Kaiserslauterer Opel-Werk eingereiht.

Großer Bahnhof für Lothar Sorger: Der langjährige Betriebsratsvorsitzende des Lauterer Opelwerks wurde am Mittwoch in der früheren Kantine des Werks in den Vorruhestand verabschiedet - und alles, was Rang und Namen hat, war da.

Gäste aus Politik und dem gesellschaftlichen Leben, Gewerkschafter und Vertreter des Opel-Konzerns erwiesen Sorger, der seit 2010 Betriebsratsvorsitzender war und auch als stellvertretender Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Opel fungierte, die Ehre. Dabei erhielt er von allen Seiten Lob für seinen Pragmatismus und seine Fähigkeit, Brücken zu bauen – auch von denen, die ihm am Verhandlungstisch gegenübersaßen.

„Opel Unternehmensgeschichte geschrieben“

So sagte Werksleiter Peter Winternheimer, es habe viele Verhandlungen gegeben, bei denen auch gestritten wurde, aber beiden Seiten sei es immer darum gegangen, das Beste für das Werk zu erreichen. Die Gespräche seien stets von Respekt geprägt gewesen – was Opel-Arbeitsdirektor Ralph Wangenmann unterstrich. Sorger habe es einem in Verhandlungen nicht leicht gemacht, er habe mit einer ordentlichen Portion Pragmatismus und seiner Zielstrebigkeit viel für das Kaiserslauterer Opel-Werk erreicht. „Sie haben bei Opel Unternehmensgeschichte geschrieben“, bescheinigte Wangenmann dem scheidenden Betriebsratsvorsitzenden.

Sorgers Verdienste hoben auch Wolfgang Schäfer-Klug, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Opel, und Rudolf Lutz von der IG Metall hervor. Schäfer-Klug betonte, Sorger habe unter schwierigsten Bedingungen immer Auswege gesucht, sein Interesse habe immer dem Überleben des Standortes Kaiserslautern gedient. „2019 ist das Werk immer noch da“, unterstrich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Der Gewerkschafter der IG Metall unterstrich, Sorger habe unermüdlich für Opel gekämpft und auch Verantwortung in der IG Metall übernommen, habe in Verhandlungskommissionen seine Kompetenz eingebracht.

Lob der Ministerpräsidentin

Lob gab es auch von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin. Es habe im Kaiserslauterer Opel-Werk immer extrem engagierte Betriebsratsvorsitzende gegeben, Sorger habe sich in diese Riege eingereiht, sagte Malu Dreyer. Er habe aufreibende und emotionale Momente bei Opel erlebt. Gerade jetzt vor seinem Ausscheiden habe er an einer Betriebsvereinbarung mitgewirkt, so die Ministerpräsidentin.

Sorgers Nachfolger Thorsten Zangerle, der am Mittwoch einstimmig zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt wurde, sprach davon, dass eine Ära zu Ende gehe. Neben seiner angenehmen persönlichen Art habe Sorger einen unglaublichen Wissensfundus. Er habe nur eine negative Eigenschaft, er könne nicht Nein sagen. So habe er sich oft Mehrarbeit an Wochenenden, am Abend oder im Urlaub aufgehalst.

Sorger verspricht ständigen Kampf

Der scheidende Betriebsratsvorsitzende wartete mit einer Botschaft für seinen Nachfolger auf: Seine Arbeit werde ein ständiger Kampf sein, geprägt von ständigen Auseinandersetzungen, die es erforderten, ständig am Ball zu bleiben. „Es gibt nicht eine Lösung, es ist ein ständiger Prozess“, betonte Sorger, diese Botschaft müsse auch in die Belegschaft transportiert werden.

Das Lob, das über ihm ausgeschüttet, wurde, gab er weiter. Ganz viele Menschen hätten zu den Erfolgen beigetragen, nicht zuletzt die Belegschaft.

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