Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Isabell Franke hat ein Gespür für Trends

Liebt Mode: Isabell Franke in ihrem Laden „SIC“ in der Schneiderstraße. Foto: VIEW
Liebt Mode: Isabell Franke in ihrem Laden »SIC« in der Schneiderstraße.

Begonnen hat alles 2011 mit einer kleinen Boutique für Herrenmode in der Münchstraße. Mittlerweile verkauft Isabell Franke im „SIC“ auch Designer-Second-Hand-Kleider für Frauen und Wohnaccessoires. Die Liebe für Mode begleitet die Inhaberin bereits ihr gesamtes Leben. Mit ihrem Laden in der Schneiderstraße hat sie sich einen Traum erfüllt.

An schwarzen Industrierohren hängen Kleidungsstücke sorgfältig aufgereiht an der unverputzten Backsteinwand. Jedes Teil ist genau ausgewählt und nach Farbe sortiert – fast jedes ein Designerstück. Atmosphärisch dunkle Töne bestimmen den 100 Quadratmeter großen Laden und ein riesiger bunter Blumenstrauß fängt den Blick. „Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Stil beschreiben würde“, sagt Inhaberin Isabelle Franke, „das hier bin einfach ich“.

Seit 35 Jahren in der Modebranche tätig

Mode habe sie schon als kleines Mädchen begeistert, erzählt Franke, während sie an der Theke ihres Ladens lehnt. „Eine meiner Freundinnen hatte damals eine Pfaff-Nähmaschine und konnte nähen. Gemeinsam sind wir zu Karstadt, haben Stoffe gekauft und Kleider entworfen“, erinnert sie sich. Mittlerweile hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Seit 35 Jahren arbeitet Franke in verschiedenen Boutiquen in Kaiserslautern. 2011 wagte sie mit ihrem ersten eigenen Laden den Schritt in die Selbstständigkeit. Auf 48 Quadratmetern verkaufte sie damals ausschließlich Herrenbekleidung von deutschen und italienischen Designern. „Es gab damals sehr wenige Läden für Männer und mich hat es einfach gereizt, Männer modisch zu kleiden“, erzählt Franke. Das erste Jahr sei schwer gewesen, doch sie machte weiter – mit Erfolg. 2015 konnte sie schließlich in einen größeren Laden umziehen. Ihre 48 Quadratmeter in der Münchstraße tauschte sie gegen 100 Quadratmeter in der Schneiderstraße. „Mein Vermieter hat mir den Laden komplett nach meinen Wünschen umgebaut“, erzählt Franke, „das war ein großes Glück für mich“, denn Design bedeutet Franke alles. Den Laden hat sie ganz nach ihren Vorstellungen eingerichtet. Die Möbelstücke ließ sie von einem Schreiner aus Kaiserslautern anfertigen, die Schaufenster dekoriert sie gemeinsam mit ihrer Freundin Marie Gouil regelmäßig neu.

Mit dem neuen Laden kam auch ein neues Geschäftsmodell hinzu: Designer-Second-Hand für Frauen. Die Idee sei im Gespräch mit Kundinnen entstanden. „Die kamen in meinen Laden, um für ihre Männer einzukaufen“, erzählt Franke lachend. Viele hätten sich einen Second-Hand-Laden mit Designer-Ware gewünscht und die Bereitschaft signalisiert, eigene Teile beizusteuern.

Das Modell funktioniert auf Provisionsbasis. Sobald Franke ein Kleidungsstück verkauft, bezahlt sie ihre Kundin aus, den Preis legen beide gemeinsam fest. Welches Teil die Inhaberin in ihren Laden aufnimmt, überlegt sie sich ganz genau. Ein aktuelles modisches Designerstück müsse es sein – und natürlich in einem super Zustand. „Man braucht einfach ein Gespür für Trends“, erklärt Franke. „Ab und an nehme ich auch mal ein Teil von Zara, aber nur wenn es gerade top-aktuell ist.“

Auch, wenn sie ihr neues Konzept liebt, die Männermode aufzugeben kam für Franke nie in Frage. „Damit habe ich angefangen, das ist sozusagen mein Baby“, erklärt sie und lacht. Ihr Traum sei jedoch schon immer ein Konzeptstore gewesen, in dem es neben Mode auch Wohnaccessoires und Dekoartikel zu kaufen gibt. „In Antwerpen sind die Straßen voll von solchen Läden“, schwärmt Franke, „bei uns dauert das immer etwas länger.“

Auch Deko- und Wohnartikel

Seit zwei Jahren führt sie nun auch Deko- und Wohnartikel in ihrer Boutique. Zunächst nur ein paar Teile, um zu sehen, wie es angenommen wird. „Mittlerweile bin ich fast bei meinem Traum angekommen“, so Franke. Den Bereich Wohnen wolle sie in Zukunft noch weiter ausbauen.

Franke hat ihren Laden über die Jahre weiterentwickelt, die Philosophie sei jedoch die gleiche geblieben: „Mir ist es wichtig, ausgefallene Marken zu haben. Ich kaufe nichts, was ein anderer Laden auch hat“, erklärt Franke. Neben großen Designernamen wie Dries Van Noten und Ann Demeulemeester lege sie außerdem Wert darauf, wo ein Kleidungsstück herkommt und wie es produziert wird. „Ich habe meine Nische gefunden“, erklärt Franke zufrieden. Mittlerweile habe sie sogar einige Kunden von außerhalb, die extra wegen ihres Ladens nach Kaiserslautern kommen. Auch die Stammkundschaft sei ihr – trotz großer Konkurrenz durch den Internethandel – treu geblieben.

„Ich geh zur Isabell“

Der persönliche Kontakt zu den Kunden bedeutet Franke viel. Der Name „SIC“ besteht aus ihren früheren Initialen: Isabell Cordula Soles. Den Namen „SIC“ benutze jedoch ohnehin kaum jemand, „die meisten meiner Kunden sagen einfach, ich geh zur Isabell.“

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