Kaiserslautern Kaiserslautern: Interview mit Tobias Häßel zum virtuellen FIFA-Turnier an TU

„Beim ersten Mal war es tatsächlich noch chaotisch“, sagt Student Tobias Häßel, Mitorganisator des FIFA-Turniers an der TU.
»Beim ersten Mal war es tatsächlich noch chaotisch«, sagt Student Tobias Häßel, Mitorganisator des FIFA-Turniers an der TU.

Elektronischer Sport, E-Sport, ist in aller Munde und gewinnt rasend schnell an Popularität, und im Profibereich kassieren die Sportler beeindruckende Preisgelder. Damit kann das virtuelle Fußball-Turnier an der Technischen Universität Kaiserslautern zwar nicht locken, aber immerhin winkt ein Rasierer. Am morgigen Mittwoch richtet der Unisport ein Turnier an Playstation-Spielkonsolen aus: Bereits zum vierten Mal treten dabei Zocker in der Fußballsimulation FIFA gegeneinander an. Der 24-jährige Sport-Lehramtsstudent Tobias Häßel war von Beginn an dabei und ist einer der Hauptorganisatoren. Im Gespräch mit Tim Altschuck spricht er über den Ablauf des Turniers, die Herausforderungen an die Organisatoren und wie viel Sport im E-Sport steckt.

Der Unisport richtet das Turnier inzwischen zum vierten Mal aus. Wie muss man sich eigentlich ein solches FIFA-Turnier an der Konsole vorstellen?

Wir richten dieses Turnier immer einmal im Winter- und einmal im Sommersemester aus. Das wird auch von der Gillette-Uni-Liga Deutschland etwas mit unterstützt. Studenten bezahlen drei Euro Startgebühr. Als „Prämie“ gibt es einen Rasierer, da die Uni-Fußballliga von Gillette unterstützt wird. Am Start sind dann sieben Playstation-Konsolen, die wir teils als Eigentum stellen, teils aber auch ausleihen müssen. Die werden dann auf einer Fläche von zirka zwei Dritteln der Sporthalle aufgebaut, sodass dort gegeneinander gespielt werden kann. Das war am Anfang sicher noch etwas schwierig zu koordinieren ... Beim ersten Mal war es tatsächlich noch etwas chaotisch. Wir wollten es einfach mal probieren, hatten noch keine Partner und mussten sämtliches Equipment ausleihen. Aber mit jedem Turnier entwickelte sich das dann weiter. Und wie läuft das Turnier organisatorisch ab? Insgesamt werden es wohl um die 70 Teilnehmer sein, das heißt es spielen je zwei Gruppen mit fünf Teilnehmer an einer Konsole in der Gruppenphase. Da gibt es – wie bei einem normalen Fußballturnier auch – einen Spielplan, der den zeitlichen Rahmen etwas festlegt. Die Teilnehmerzahl ist übrigens auch abhängig vom Hauptgewinn (lacht). Wieso? Im vergangenen Winter gab es als Hauptpreis eine Reise nach Leipzig zu einem Champions-League-Spiel von RB Leipzig zu gewinnen. Da nahmen dann an die 120 Personen teil, weil viele dort hin wollten. Wie muss man sich den Ablauf des Turniers vorstellen? Das läuft im Prinzip wie bei einem normalen Turnier. Erst geht’s in der Gruppenphase darum, weiter zu kommen, dann geht’s im K.o.-System bis zum Finale weiter. Gibt es dabei eigentlich irgendwelche Probleme für das Organisationsteam – oder regeln das die Spielpartner untereinander? Es gibt tatsächlich manche Dinge zu beachten. Man kann bei einem FIFA-Spiel beispielsweise zwei verschiedene Abwehrarten auswählen, die dann vom Computer unterstützt werden. Da muss man immer etwas aufpassen. Außerdem soll man laut den offiziellen Regeln immer die Uhrzeit und die Wetterbedingungen vorher einstellen. Uhrzeit und Wetterbedingungen einstellen. Wieso das denn? Man soll laut Regeln am besten immer die Bedingung „Abends, 18 Uhr, heiteres Wetter“ einstellen. Aber wir fungieren dabei nicht als Schiedsrichter, das regeln die Teilnehmer untereinander eigentlich sehr gut. Wir greifen wirklich nur im „Ernstfall“ ein. Wir freuen uns jedenfalls wieder über so viele Teilnehmer und auch viele Zuschauer, die Interesse haben sich das anzuschauen. Wenn es darum geht, ob E-Sport tatsächlich Sport ist, gehen die Meinungen ja weit auseinander. Wie viel Sport steckt denn im E-Sport? Klar, es ist anders als normaler Sport. Aber es ist meiner Meinung nach auch Sport. Es fordert die Konzentration und die Reaktionsfähigkeit. Und es ist erwiesen, dass E-Sport beides positiv beeinflusst. Als wir vor einem Jahr in Leipzig waren, haben wir auch den Deutschen FIFA-Meister, Cihan Yasarlar, getroffen. Der bekommt von RB Leipzig ein richtiges Sportprogramm zusammengestellt, dass ihn körperlich und geistig fit macht. Von diesem Aspekt her ist es also schon Sport. INFO Am Mittwoch, 28. November, 17 Uhr, startet das FIFA-Turnier in der großen Sporthalle des Unisports an der Technischen Universität Kaiserslautern. Zuschauer sind willkommen.

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