Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterer Feuerwehr sucht Verstärkung

Gruppenfoto aus dem Jahr 2017: der dritte Innenstadtzug der Freiwilligen Feuerwehr vor der Wache. Insgesamt sind fast 230 Mensch
Gruppenfoto aus dem Jahr 2017: der dritte Innenstadtzug der Freiwilligen Feuerwehr vor der Wache. Insgesamt sind fast 230 Menschen in Kaiserslautern ehrenamtlich bei den Brandbekämpfern aktiv.

Fast 230 Menschen engagieren sich in Kaiserslautern und den Stadtteilen bei der Freiwilligen Feuerwehr. Doch in manchen Ecken dürften es durchaus ein paar helfende Hände mehr sein. In der Zukunft sollen verstärkt neue Mitglieder geworben werden.

„Bedarf an neuen Kräften haben wir immer“, sagt Thomas Höhne, der seit Anfang April neuer Feuerwehrchef in Kaiserslautern ist. Während es in Hohenecken derzeit eine sehr gut aufgestellte Freiwillige Feuerwehr gebe, die sich einem guten Zustrom erfreue, „sind wir in Dansenberg nicht sehr üppig aufgestellt. Da könnten wir Verstärkung gut gebrauchen.“ Insgesamt sind in Kaiserslautern 223 Menschen aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr, in acht Stadtteil- und vier Innenstadtzügen. Darunter 13 Frauen. „Da gibt’s noch Luft nach oben“, sagt Höhne. Unter den Freiwilligen Wehrleuten finden sich 18, die auch beruflich Brände bekämpfen und sich in Doppelfunktion engagieren.

Organisatorisch sind die Freiwilligen Wehren in drei Verbände aufgeteilt: Nord (Morlautern, Erlenbach, Siegelbach, Erfenbach und IG-Nord unter Verbandsführer Marco Bardens), Mitte (die vier Innenstadtzüge unter Frank Dick) und Süd (Hohenecken, Dansenberg und Mölschbach mit Julian Beckmann als Verbandsführer), Bernd Liebrich ist der Obmann der Freiwilligen Feuerwehren.

Jugendfeuerwehr hilft bei der Nachwuchsgewinnung

„Im Vergleich mit anderen Städten sind wir in Kaiserslautern bei der Freiwilligen Feuerwehr relativ gut aufgestellt“, resümiert Beigeordneter Peter Kiefer, in dessen Zuständigkeitsbereich Feuerwehr- und Katastrophenschutz fallen.

In den vergangenen Jahren hielten sich Ein- und Austritte – letztere meist altersbedingt – die Waage, sagt Kiefer: „Aber wir haben die Situation im Blick und machen beispielsweise im Amtsblatt immer wieder Werbung.“ Gute Erfahrungen habe man mit der Bambini- und der Jugendfeuerwehr gemacht, aus der immer wieder junge Leute in die Freiwillige oder gar die Berufsfeuerwehr wechselten.

„Das war das Steckenpferd von Michael Ufer“, erläutert Kiefer, „wie auch die Freiwillige Feuerwehr insgesamt.“ Ufer ist im Dezember 2019 als Stellvertretender Feuerwehrchef altersbedingt ausgeschieden. Kiefer: „Da war natürlich die große Frage: Wer übernimmt das nun?“ Dabei hätten seit Januar alle Führungskräfte der Berufsfeuerwehr ihren Anteil gehabt, schildert Höhne: „Der Führungsdienst hat das mit übernommen und sich schwerpunktmäßig mit um die Freiwilligen Feuerwehren gekümmert.“

Um den Führungsdienst zu entlasten und einen einheitlichen Ansprechpartner für die Freiwilligen Wehren zu haben, kündigte Kiefer an, eine Stabsstelle in der Leitung des Brand- und Katastrophenschutz schaffen zu wollen. Höhne ergänzt: „Damit sollen Referatsleitung und Freiwillige Feuerwehren stärker verbunden werden, das ist uns ganz wichtig.“ Mitgliedergewinnung und Austausch mit den Aktiven seien zentrale Aufgaben für die neue Stelle.

Große Motivation bei den Wehrleuten

Beide betonen das gute Miteinander zwischen Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr. Kiefer: „Wir sind eine gemeinsame Wehr.“ Das zeige sich nicht nur in Großeinsätzen, sondern bereits im Alltag. Wenn die Berufsfeuerwehr ausrückt und freiwillige Kräfte alarmiert werden, um die Wache zu besetzen. Höhne: „Ich finde es immer wieder toll, wie motiviert die Innenstadtzüge sind, die nachrücken und auf der Wache bereitstehen.“ Denn im Gegensatz zu den Stadtteilzügen, die im Einsatzfall selbst Brände bekämpfen oder Hilfe leisten, säßen die Innenstadt-Aktiven oft nur auf der Wache.

Auch das von Michael Ufer initiierte Wachpraktikum, bei dem die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr einen Tag lang bei der Berufsfeuerwehr mitarbeiten, will Höhne künftig beibehalten: „Das gibt uns ganz andere, intensivere Möglichkeiten bei der Ausbildung.“

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