Kaiserslautern Junge Europäer in Kaiserslautern

Zeichen für Europa: Lehrer Ulrich Schulik (hintere Reihe, Mitte) ist für den Besuch der internationalen Schüler verantwortlich.
Zeichen für Europa: Lehrer Ulrich Schulik (hintere Reihe, Mitte) ist für den Besuch der internationalen Schüler verantwortlich.

16 Schüler aus europäischen Nachbarländern waren zu Gast in Kaiserslautern. Sie nahmen am St.-Franziskus-Gymnasium und der -Realschule an der Projektwoche „Europa kommt in Fahrt“ teil, die von Lehrer Ulrich Schulik initiiert wurde. Er wollte in Zeiten von Brexit und erstarkendem Populismus ein Zeichen für Europa setzen.

Gekommen waren vier Schüler aus Frankreich, vier aus Italien und jeweils zwei aus Holland, Belgien und Luxemburg. Zur Begrüßung in der vergangenen Woche erschienen auch die Kaiserslauterer Schüler zahlreich. Die Schulband spielte die Europa-Hymne. Olivia Allmanns ist eine der 16 europäischen Schüler. Die 15-Jährige kommt aus Eupen, aus der deutschsprachigen Region Belgiens. Auch wenn sie öfter in Deutschland ist, nach Kaiserslautern kommt sie zum ersten Mal. „Bis jetzt habe ich nicht viel gesehen. Aber was ich gesehen habe, war nett“, sagt sie. Auf die Frage, was sie mit Europa verbindet, antwortet sie ohne lange zu überlegen: „Gemeinschaft, keine Grenzen, Freiheit.“ Mona Liang (15) kommt aus Luxemburg. Auch sie ist zum ersten Mal in Kaiserslautern. „Die Menschen hier scheinen freundlich zu sein“, erzählt sie. Europa bedeute für sie Verbundenheit und Frieden. Dass die Schüler nach Kaiserslautern kamen, verdanken sie zwei Umständen: den freien Grenzen in der Europäischen Union (EU) und der Initiative des Lehrers Ulrich Schulik. Im vergangenen Jahr, als sich die Engländer mehrheitlich zum Brexit entscheiden und in Europa in vielen Ländern populistische Kräfte an Zuwachs gewannen, erwuchs in ihm der Entschluss, mit einem Projekt ein Zeichen für Europa zu setzen. Er schrieb Schulen in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich und Italien an. Es sind die Länder, die 1957 zusammen mit Deutschland die Römischen Verträge unterzeichneten und damit den Grundstein zur späteren EU legten. In der Projektwoche stand für die Schüler die Auseinandersetzung mit den Errungenschaften und künftigen Perspektiven der EU auf dem Stundenplan. Finanziert wurde das Projekt durch eine größere Spende einer ehemaligen Schülerin sowie durch die Unterstützung der Stadtwerke Kaiserslautern und Rotary. Doch auch, wenn die Schüler wieder abgereist sind, das Projekt geht weiter: Ab Donnerstag, 21. September, wird Schulik mit einem Fiat „Europa“ zu einem besonderen Roadtrip aufbrechen. Er besucht die europäischen Schulen, und fährt von Maastricht bis nach Turin. Schulik selbst kennt die europäische Einigung mit all ihren Schwierigkeiten auch durch seine Familie. Verheiratet mit einer französischen Lehrerin lebt er im Elsass und pendelt nach Kaiserslautern. Der Grund: Seine Frau kann nicht in Deutschland arbeiten – ihr Abschluss wird nicht anerkannt.

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