Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Jugendliche bauen im Projekt „Handwerk trifft Forst“ Turm für Tierwelt

Imposant: Drei Meter hoch ist der Lebensturm für die unterschiedlichsten Tiere, den die Jugendlichen im Ferienprojekt „Handwerk
Imposant: Drei Meter hoch ist der Lebensturm für die unterschiedlichsten Tiere, den die Jugendlichen im Ferienprojekt »Handwerk trifft Forst« gebaut haben.

Schrauben, bohren, sägen: Zwölf Jugendliche packen in der ersten Ferienwoche gemeinsam ordentlich an. Das Resultat des Kooperationsprojektes zwischen Forstamt und Handwerkskammer lässt staunen, lockt allerlei Tiere an und kann am Forstamt Kaiserslautern bewundert werden.

Im Wald und teils im Ausbildungszentrum der Handwerkskammer Pfalz seine erste Ferienwoche verbringen? Keine schlechte Sache, da waren sich am Ende die zwölf Jugendlichen einig, die genau das hinter sich haben. Das Kooperationsprojekt zwischen Forstamt und Handwerkskammer kommt in vielerlei Hinsicht gut an.

„War echt super“, fasst etwa der 15-jährige Florian seine erste Ferienwoche zusammen, bei der es darum ging, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, mit Werkzeug zu hantieren und ganz nebenbei mit dem Wald ein bisschen vertrauter zu werden.

Und da steht es nun, das Ergebnis, auf das Florian und all die anderen Mädchen und Jungen schon ordentlich stolz sind: Der Lebensturm, drei Meter hoch mit begrüntem Dach! Ein stattliches Bauwerk, das fortan vielen Tiere eine Behausung bietet. Welch Liebe zum Detail lässt sich da entdecken: Ob es der Eingang für den Igel ist, die geschlitzten Steine für allerlei Getier, das gestopfte Stroh für Insekten und Co, die Vogelnistkästen, angebohrte Laubhölzer, Lehmsteine, Fledermauskästen und und und.

Ein Hingucker, der sich nicht verstecken will

„Das eigene handwerkliche Geschick erfahren, erleben, wie es sich im Team arbeiten lässt und sehen, was man mit den Händen alles schaffen kann“, stellt der Leiter der Berufsausbildung an der Handwerkskammer, Thorsten Requadt, vor, was hinter dem Projekt steht. Genaugenommen seien es die Nachwuchsprobleme auf Seiten des Handwerks ebenso wie beim Forstamt, die zu einer solchen Kooperation zwischen Forst und Handwerk geführt hätten.

„Das ist ein absoluter Hingucker“, zeigt er sich beim Anblick dessen begeistert, was die Jugendlichen gemeinsam mit den Forstwirt-Azubis unter der Anleitung von Forstwirtschaftsmeister Alf Schumacher, Tischlermeister Christian Fischer und Kfz-Meister Kevin Groß nach wenigen Tagen von Null auf „Neubau“ geschafft haben.

Das Prachtstück ist für jedermann sichtbar an einem doch gut frequentierten Spazier- und Wanderweg direkt am Forstamt aufgebaut. Gewollter Platz, soll es doch Nachahmer finden, die es den Jugendlichen gleichtun und im Garten ein bisschen Artenschutz betreiben. „Das geht ja auch eine Nummer kleiner“, muss Forstamtsleiterin Ute Fenkner-Gies lachen. Auch sie ist voll des Lobes für die Arbeit der jungen Leute.

„Die Kooperation mit der Handwerkskammer ist eine wunderbare Möglichkeit, Jugendlichen eine schöne Ferienwoche anzubieten, ihnen einige Berufsfelder aufzuzeigen, den Artenschutz näherzubringen und Umweltbildung zu betreiben“, sieht die Forstamtsleiterin zudem lauter gute Gründe, die Kooperation auf breitere Füße zu stellen.

Lauterer Pilotprojekt soll auf die Pfalz ausgeweitet werden

Und genau das gehen Forstamt und Handwerkskammer auch an. Was in Kaiserslautern als eine Art Pilotprojekt schon im zweiten Jahr erfolgreich durchgeführt wird, soll nun auf die gesamte Pfalz ausgeweitet werden.

Noch sind alle der Jugendlichen in der Schule. Viele kommen nach den Sommerferien in Klasse zehn und sind damit einer Ausbildung gar nicht mehr ganz so weit. Hat das Ferienprogramm denn nun Forstwirt- oder Handwerksaspiranten gebracht? „Das Handwerk finde ich für mich schon sehr interessant“, sagt zumindest die 15-jährige Dora, die vor allem die Arbeit mit Säge, Akkuschrauber und Akkubohrer genossen hat. Was aus dem ersten zarten Band, das auch andere durchaus so geknüpft haben, werden wird, muss die Zukunft zeigen.

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