Kaiserslautern Johannes zieht schon wacker mit

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Immerhin: zwei Punkte, Platz 37 in der Turnier-Rangliste. Und die U-10-Wertung hat er sozusagen im Vorbeiziehen gewonnen: Der Samstag war ein großer Tag für das blutjunge Schach-Talent. Johannes Jann hat in der Pfalzbibliothek erstmals echte Turnierluft schnuppern dürfen. Erst hat sich der Sechsjährige in der Rolle des fairen Verlierers üben müssen. Am Ende aber hat Johannes bei der elften Auflage der Bibliotheks-Open im Schnellschach sogar das familieninterne Duell gewonnen.

Kurt Trautmann hat bereits mit gerade mal vier Jahren seinen ersten Schachzug gewagt. Doch dies wohl eher bedächtig: Ans Schnellschachspielen wagte sich der Miesauer erstmals, als er schon erwachsen war. Von daher ist es kaum verwunderlich, dass der 65-Jährige seinem „kleinen“ Gegner Johannes Jann gebührend Respekt entgegenbringt, denn der ist erst sechs Jahre alt. Doch das Lebensalter spielt bei den Bibliotheks-Open keinerlei Rolle. Unter Schachfreunden nehmen die stärksten auch die weniger gewitzten Spieler ernst, da käme auch nie ein „Alter“ auf die Idee, geringschätzig auf die Jüngsten herabzuschauen. „So soll’s ja auch sein. Er lernt das ja noch“, sagt Trautmann über den jüngsten seiner sieben Tages-Gegner. In Runde zwei haben sich der 65-Jährige vom Schachclub Ramstein und der erst sechs Lenze zählende Grundschüler aus Käshofen gegenüber gesessen. Die Partie ging klar an den „alten Hasen“. Augenfällig: Trautmann half dem Kontrahenten ein ums andere Mal auf die Sprünge. Und deutete vielsagend auf die Uhr, wenn Johannes mal wieder nicht daran gedacht hatte, den Schalter zu drücken und damit seinen Gegner in Zugzwang zu versetzen. 42 Denksportler haben am Samstagnachmittag den Lesesaal der Pfalzbibliothek mit Beschlag belegt. Zum elften Mal hatte der Schachclub SG Kaiserslautern zu den Schnellschach-Open geladen. Der Vorstand zieht kräftig mit: Sowohl SG-Vorsitzender Helmut Hürter, an diesem Tag als Turnierdirektor gefragt, als auch der stellvertretende Vorstandschef Matthias Huschens spielen mit. Huschens sollte übrigens am Ende die Fahne des Gastgeber-Clubs hochhalten und mit Rang vier das beste Ergebnis des Ausrichtervereins erzielen – gemeinsam mit Michael Diesenhof, der direkt hinter seinem Clubkameraden auf Rang fünf landet. Hürter und Huschens können sich beruhigt dem Spiel widmen, wissen sie doch die Organisation des Geschehens in besten Händen. Als Hauptschiedsrichter fungiert der international erfahrene Schiri Gregor Johann. Und der kümmert sich auch um die Auslosung der Paarungen und die Wertungserfassung. Die Gesamtwertung sieht am Ende den Gau-Algesheimer Pascal Karsay ganz oben. Mit Manuel Weller (SC Niedermohr-Hütschenhausen) hat es ein Lokalmatador aus dem Landkreis aufs Treppchen geschafft, wo als Dritter im Bunde der Dahner Jonas Zwick steht. Trautmann schafft Rang 28 unter den 42 Teilnehmern, die das Turnier an die Grenze des Machbaren bringen. „Es gibt sogar eine Warteliste. Mehr kriegen wir hier nicht mehr rein“, erläutert Schiri Johann, dass die Bibliotheks-Open nach wie vor einen guten Ruf genießen und Spieler anziehen. Johannes Jann war erstmals mit von der Partie. Der Sechsjährige spielt im Verein und gehört dem SSC Caissa Schwarzenbach an. Beim Club im Homburger Stadtteil ist auch sein älterer Bruder Philipp am Brett: Der Neunjährige war es, der als Erster die Liebe zum Schach entdeckt hat – in der Schule in Einöd, bei der Nachmittagsbetreuung, wie Mutter Doris erzählt. Ende vom Lied: Auch sie und ihr Ehemann Marcus haben im Fahrwasser der beide Söhne zum Schach gefunden. Doris Jann findet die Sportart gut: „Hier ist jeder auf sich selbst gestellt. Wenn’s schiefgeht, ist nicht der Torwart daran schuld...“

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