Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Jean Zimmers vorsichtiger Blick in die Zukunft

Jean Zimmer nach bestandenem Lehrgang in der Münchener Allianz-Arena.
Jean Zimmer nach bestandenem Lehrgang in der Münchener Allianz-Arena.

Jean Zimmer, Kapitän der Oberligamannschaft des FCK, hat mal reingeschnuppert beim DFB, wie es sich anfühlen würde, nach der Karriere im Management zu arbeiten.

Der 32-Jährige fand es spannend, doch jetzt zählt für ihn erst mal etwas ganz anderes. Dass die U21 wieder Regionalliga spielt, nicht mehr auf Dorfplätzen, sondern in Stadien antritt.

Seit 19 Spielen ist die U21 des FCK ungeschlagen, steht nach wie vor auf Platz eins der Oberligatabelle, auch wenn die jüngsten zwei Unentschieden schmerzen. „Die Ausgangslage hat sich nicht verändert, außer dass wir jetzt eine Englische Woche vor uns haben und die Spiele weniger werden“, sagt Trainer Alexander Bugera mit Blick auf Verfolger FK Pirmasens, der mit zwei Punkten weniger (54) auf Platz zwei lauert. Bugera ist insgesamt sehr zufrieden. Auch wenn der Start holprig war. Nach sieben Spieltagen war sein Team neun Punkte vom ersten Platz entfernt, gewann dann aber 13 Spiele in Folge und hat den FKP überholt, der mehr Erfahrung mitbringt, dessen Team länger zusammenspielt, während sich die Nachwuchsmannschaft der Roten Teufel wie jedes Jahr nach vielen Abgängen und dem Hochrücken vieler neuer Talente aus der eigenen Jugend erst finden musste, dafür aber mehr Dynamik mitbringt, wie der ehemalige Bundesliga-Profi erläutert.

„13 Siege, das machst Du nicht einfach so“

Er ist stolz auf seine Jungs, darauf, wie sie sich hochgearbeitet haben. „13 Siege in Folge, das machst Du nicht einfach so.“ Doch ein Selbstläufer werde das Ganze gerade zum Saisonende hin nicht. Jetzt sei es wichtig, sich zu fokussieren. „Es sind jetzt noch acht Wochen, in denen sie durchziehen müssen.“ Dass der FCK II gegen Idar-Oberstein (3:3) und in Auersmacher (1:1) nur jeweils einen Punkt holte, spielte dem Team, das bis zum Schluss an der Tabellenspitze bleiben will, nicht gerade in die Karten, zumal auch Verfolger FKP mit Diefflen die Punkte teilte, man „die Klub“ hätte auf Abstand halten können. „Die zwei Unentschieden ärgern mich. Das war unnötig, aber ich kenne diese Phase. Da spielst Du gegen unterklassige Mannschaften, das ist immer schwierig. Die kämpfen und beißen und wollen auch gewinnen.“ Auch die Partie gegen d Gau-Odernheim (Samstag, 15 Uhr, Fröhnerhof), am Mittwoch gegen Wiesbach und am Samstag drauf gegen Dudenhofen werden nicht einfach, auch weil es in der Tabelle eng zugehe, prophezeit er. Doch er vertraut auf sein Team, lobt dessen Moral. „Sie wehren sich und kämpfen. Das stimmt mich positiv.“

Dass die Stimmung gut ist, bestätigt auch Kapitän Jean Zimmer, auch wenn ihn die kleinen Ausrutscher ebenfalls wurmten. Er bleibt aber mit Blick auf die Partie gegen Gau-Odernheim optimistisch. „Zwei Unentschieden in Folge, das hat man nicht so oft. Aber wir sind immer noch ungeschlagen, darum mache ich mir keine Sorgen, dass das am Samstag anders wird. Wir sind auf jeden Fall motiviert.“ Wichtig sei es, die Laune zu behalten und effektiver zu werden. „Wir haben viele Chancen, brauchen aber aktuell zu viele Möglichkeiten fürs Tor und kriegen gleichzeitig zu viele Gegentore. Wenn wir wieder effizienter werden, gewinnen wir auch wieder die Spiele.“ Gewinnen, auf Platz eins bleiben und aufsteigen – darauf liege der Fokus.

Stadium statt Dorfplatz

„Der Aufstieg ist für unseren Verein sehr wichtig. Die Oberliga ist okay, aber die Diskrepanz zwischen Zweiter Liga und Oberliga ist zu groß, und der Sprung ist auch sehr groß, wenn die Jungs von uns mal bei den Profis mittrainieren. Regionalliga ist einfach ein anderes Niveau. Du spielst nicht mehr auf dem Dorfplatz, Du spielst in Stadien. So viel Charme ein Dorfplatz auch hat.“

Zimmer, der früher in der Bundesliga und Zweiten Liga gespielt hat, denkt auch sonst an die Zukunft, hat zum Reinschnuppern am „Player's-Pathway-Programm“ teilgenommen, das der DFB unter dem Motto „Die Karriere nach der Karriere“ anbietet. 19 Tage hat er gebüffelt und Praxiseinheiten absolviert. „Wir sind verschiedene Bereiche durchlaufen, hatten ein paar Präsenzphasen. Ich habe das dann immer mit dem Verein abgeklärt beziehungsweise das war in der Länderspielpause. Wir waren bei Manchester City, waren beim FC Bayern München. Es war ein bisschen Vorfühlen Richtung Management, Eindrücke von der Arbeit im Nachwuchs- oder Profibereich sammeln oder sehen, ob es vielleicht gar nichts für einen ist. Dementsprechend war das sehr, sehr spannend. Auch zu sehen, wie die Topvereine der Welt arbeiten.“ Zimmer findet das Angebot gut, das so etwas wie der kleine Bruder des großen Management-Lehrgangs beim DFB ist. „Ich finde es spannend, dass der DFB sowas macht, dass er Spielern – es war zum Beispiel Rani Khedira dabei, der noch im Spielbetrieb ist – ermöglicht, ein bisschen reinzuschnuppern.“ Doch noch denkt der Kapitän des FCK II nicht ans Aufhören. „Ich will noch ein bisschen kicken. So lange die Beine mitmachen, will ich noch spielen. Aber grundsätzlich schließe ich sowas für die Zukunft nicht aus, weil es Laune gemacht hat.“

Aber noch ist das Zukunftsmusik. Am Samstag, 15 Uhr, auf dem Fröhnerhof, zählt nur eins: dass das Oberligateam des FCK Tabellenführer bleibt, den FKP auf Abstand hält und die Chance auf den Aufstieg in die Regionalliga wahrt.

Vorbereitung auf das Spiel gegen Gau-Odernheim. Trainer Alexander Bugera (im Hintergrund im schwarzen Trainingsanzug) ruft seine
Vorbereitung auf das Spiel gegen Gau-Odernheim. Trainer Alexander Bugera (im Hintergrund im schwarzen Trainingsanzug) ruft seine Jungs nach der Einheit zusammen und gibt ihnen noch ein paar Instruktionen mit auf den Weg. Links von ihm Co-Trainer Nicola Karl, links Athletiktrainer Oliver Schäfer.

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