Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Jan Claussen: „Wir werden den Abstieg verhindern“

Trifft achtmal für den TuS: Jan Claussen.
Trifft achtmal für den TuS: Jan Claussen.

Ein starker Schlussspurt hat Drittlgist TuS Dansenberg am Samstag den dritten Heimsieg in Folge und damit den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz beschert. Beim 34:32 (17:19)-Arbeitssieg gegen den Tabellensechsten Longericher SC Köln machten die Barbarossastädter in den letzten 15 Minuten einen Vier-Tore-Rückstand wett und siegten verdient.

Jan Claussen und der zehnfache Torschütze Jonas Dambach stachen gegen die Rheinländer aus dem starken Kollektiv hervor und sorgten mit dafür, dass ihr Team wie schon im Hinspiel als Sieger vom Feld ging. Dass Trainer Theodoros Megalooikonomou die komplette Breite des Kaders nutzte und seinen Leistungsträgern somit immer wieder dringend benötigte Verschnaufpausen gönnte, kam den Schwarz-Weißen in der entscheidenden Phase zugute. „Jeder Spieler ist wichtig, egal, ob er zehn Sekunden spielt oder 50 Minuten“, unterstrich der Trainer im Anschluss an den sechsten Saisonsieg. Da auch die beiden Kellerkinder TV Homburg und TV Aldekerk am Samstag doppelt punkteten, war es aus Sicht der Schwarz-Weißen umso wichtiger, die eigene Halle nicht als Verlierer zu verlassen.

Familie geht vor

Vor dem Seitenwechsel war es in erster Linie Claussen, der seine Farben gegen die körperlich starken Kölner im Spiel hielt. Der Routinier erzielte in der ersten Viertelstunde fünf seiner insgesamt acht Tore und hatte damit einen großen Anteil am 5:1-Lauf seiner Mannschaft zum 12:10 (18.). Seinen Entschluss, die Handballstiefel am Ende der Saison an den Nagel zu hängen, bekräftigte der gebürtige Kieler im Anschluss an die Partie mit einem Augenzwinkern: „Es bleibt dabei, sonst steigt mir meine Frau aufs Dach.“

Für den frisch gebackenen Familienvater steht ab Ende Mai die Familie im Vordergrund. Bis dahin will er alles tun, um mit seinem Team den Klassenerhalt zu schaffen: „Wir werden den Abstieg verhindern, weil wir eine geile Mannschaft sind.“

Der Glaube an die Wende zum Guten ist mit der Installation von Megalooikonomou als Chefcoach zurückgekehrt. Der ehemalige Publikumsliebling und Trainer der zweiten Mannschaft hat es in kürzester Zeit geschafft, dem sportlich am Boden liegenden Team neues Leben einzuhauchen. Von drei Spielen unter seiner Regie gewann der Abstiegskandidat zwei.

Kampf und Einsatzbereitschaft

Dass Dansenberg immer dann am stärksten war, wenn die Grundtugenden wie Kampf- und Einsatzbereitschaft über 60 Minuten auf die Platte gebracht wurden, weiß der ehemalige Kreisläufer aus eigener Erfahrung nur allzu gut. Dass er an seine Mannschaft glaubt, lebt er aus vollster Überzeugung vor. Dansenberg überstand vor der Pause einen 7:1-Lauf der Kölner zum 13:17 (26.) und ließ sich auch vom zweiten Vier-Tore-Rückstand des Abends (24:28/45.) nicht aus der Bahn werfen. Auch die ein oder andere mehr als strittige Schiedsrichterentscheidung zugunsten der Kölner steckten die Westpfälzer, wenn auch zähneknirschend, weg.

„Ich habe den Jungs in der Auszeit gesagt, dass wir in der letzten Viertelstunde noch einmal unsere ganze Energie auf die Platte bringen müssen. Wir gewinnen und wir verlieren zusammen“, stellte der Trainer klar. Mit dem Rücken zur Wand trumpfte seine Mannschaft auf, auch weil Dambach bis auf einen vergebenen Siebenmeter jetzt so gut wie alles glückte.

„Wir sind enttäuscht, weil wir ziemlich lange vorne waren. Am Ende haben wir ein bisschen den Kopf verloren und der TuS hat das Ding verdient gezogen“, räumte SC-Coach Christian Stark nach der Partie ein.

Martinsen trifft

Als der im zweiten Durchgang für den etwas glücklosen Michel Fiedler zwischen die Pfosten gerückte Alexander Martinsen zum 28:28 (54.) ins leere Gästetor traf, verwandelte sich die Halle in ein Tollhaus, das Momentum war gekippt. Dambach brachte er seine Farben vier Minuten vor dem Ende erstmals seit der 19. Minute wieder mit einem Tor in Front, den Rest erledigten die beiden Doppelpacker Claussen und Frano Vujovic, die gemeinsam vier der letzten fünf Dansenberger Tore erzielten. Mit einem fulminanten Treffer zum 34:32-Endstand machte Eigengewächs Timo Holstein den Deckel drauf und versetzte die Zuschauer damit endgültig in Ekstase.

„Das war heute ein ganz wichtiger Sieg für uns, wir haben als Mannschaft funktioniert. Jetzt gilt es, den Schwung in die restlichen Spiele mitzunehmen“, forderte der schnelle Linksaußen, der insgesamt vier Tore beisteuerte.

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