Kaiserslautern In Gesichter gesehen, geweint

Eine Ausstellung in der Mainzer Kunsthalle zeigt zeitgenössische Kunst über den Krieg und einen Dokumentarfilm über das Militärkrankenhaus in Landstuhl. Sie ist schwer auszuhalten. Ein Rundgang mit Hubschrauberlärm.
Georges Clemenceau brach in Tränen aus, als er sie sah. Der Ministerpräsident Frankreichs. Fünf französische Soldaten mit zerschlagenen Gesichtern. Wild entstellte Veteranen des Ersten Weltkriegs, aufgereiht im Versailler Schloss, im Spiegelsaal ausgerechnet, postiert als menschliche Mahnmale. Auch die deutsche Delegation musste an ihnen vorbeidefilieren. Keiner, so die Überlieferung, sagte danach ein Wort. Noch 100 Jahre später ist der Anblick der vom Schicksal geschlagenen Krieger, die als Statisten der Unterzeichnung des Friedensvertrages vom 28. Juni 1919 in Frankreich herhalten mussten, ein Schock. Wie sie dastehen, in Uniform, hochdekoriert, entschlossener Blick von irgendwo weit weg her, Augen, die gerade so Augen geblieben sind, die Nasen plastische Teil-Rekonstruktion. Die Münder, Krater. Die historische Postkarte der