Handball
In der lauten Halle den Zweitligisten geärgert
Lange Zeit hielt der Handball-Drittligist TuS Dansenberg in der ersten Runde des DHB-Pokals gut mit, verlor den Faden, nahm ihn wieder auf und stand am Ende mit leeren Händen da. Die Niederlage gegen das starke Zweitliga-Team des HSC Coburg war dennoch zu verkraften, denn das 22:28 (9:14) am Samstag war zumindest phasenweise eine Partie auf Augenhöhe.
„Man hat gesehen, dass sie an sich geglaubt haben. Am Ende war es noch mal spannender, als wir es gewollt hatten. Es war auch kein einfaches Spiel, die Halle ist unglaublich eng und laut“, meinte Coburgs Andreas Schröder, der sich kämpferisch stark zeigte, jedoch auch Kleinigkeiten in seinem Team sah, die er gerne noch verbessern würde.
Schon der Auftakt in der lauten Sporthalle – sowohl die Coburger, als auch die Dansenberger Fans drückten mächtig aufs Gaspedal – war für den früheren Erstligisten HSC zumindest in den ersten zehn Minuten haarig. TuS-Akteur Fabian Serwinsky glich mit einem Siebenmeter zum 3:3 aus, während die Dansenberger sich weiter beweglich und kämpferisch zeigten, kaum einmal einen leichten Treffer zuließen. Es sollte der letzte Ausgleich des Underdogs in der Partie gegen die Oberfranken sein. Jannes Krone mit zwei Treffern und Jan Schäffer zogen den Dansenbergern erst mal den Zahn und zogen bis auf 6:3 davon.
Der Unüberwindbare
Doch insbesondere einer verhalf den Coburgern ins handballerische Ruhebecken. Torhüter Jan Kulhanek entnervte die Dansenberger, hielt einen Siebenmeter und war aus der Distanz kaum zu überwinden. Einzig Kreisläufer Sebastian Bösing fand immer wieder einen Weg durch die enge Abwehrreihe der Coburger, wand sich wie eine Schlange zwischen seinen Gegnern durch, um zum Abschluss zu kommen. Der tschechische Torhüter Kulhanek kam auf insgesamt sieben Paraden in der ersten Halbzeit. Er wurde in der zweiten Spielhälfte durch Fabian Apfel ersetzt, der dem 41-Jährigen in nichts nachstand.
Kurz vor der Halbzeit setzten sich die Coburger vorentscheidend ab. Doch die Dansenberger hatten auch Pech. Eine Rückraumfackel von Claussen sprang derart unglücklich an die Latte, dass der Ball mustergültig zu Jannes Krone sprang, der kurz vor dem Pausentee ins verwaiste Dansenberger Tor warf.
Lob für Dansenberg
Nachdem die Coburger sich in der zweiten Hälfte mit sieben Treffern abgesetzt hatten (12:19/38.), schien die Messe gelesen. „Wir haben es dann noch mal spannender gemacht, als wir es eigentlich wollten“, lobte Schröder die Dansenberger, die in den Schlussminuten vor 335 Zuschauern noch mal herankamen. „Wir wollten einfach noch nicht aufgeben. Wir haben in der Halbzeit auch gesagt, dass wir uns nicht hängen lassen. Leider haben wir dann einige Chancen liegen lassen“, meinte Dansenbergs Spielmacher Jan Claussen nach der Partie.
Mit je fünf Treffern waren Fabian Serwinsky und Bösing die treffsichersten Spieler auf Seiten der Dansenberger, die sich nun auf den Liga-Alltag konzentrieren können. „Die Coburger waren am Ende einfach abgezockter, das hat uns gefehlt“, meinte Dansenbergs Spielmacher Jan Claussen nach der Partie. Wir haben gemerkt, dass wir von den Positionswechseln her mithalten konnten. Der Unterschied zwischen einem Zweit- und Drittligisten wurde aber auch klar. Sie haben einfach einen breiteren Kader“, sagt Dansenbergs Bösing, der auch sah, dass Altmeister Kulhanek seinem Team den Zahn zog. „Sie haben es uns extrem schwer gemacht, die Halle war unheimlich laut und sie haben nie wirklich aufgegeben“, lobte Coburgs Andreas Schröder die Mannschaft von Dansenbergs Trainer Frank Müller. Am Ende bleibt: Der TuS Dansenberg hat eine Topmannschaft, die auch einen Zweitligisten ärgern kann, auch wenn es nicht ganz reichte.
So spielten sie
TuS Dansenberg: Lüpke - Dambach (4), Dietrich (1), Marco Holstein (1), Claussen (4), Reitemann, Bösing (5), Serwinsky (5/3), Kortz, Dettinger (2), Kolsch, Kurz, Timo Holstein
HSC Coburg: Kulhanek (1. bis 30.), Apfel (31. bis 60.), Jäger (4), Glatthard (1), Fuß (1), Ossowski, Billek (4/3), Herzig (6), Krone (4/1), Kanuer (2), Schäffer (3), Jäger, Schröder (3)
Spielfilm: 2:2 (5.), 3:6 (14.), 6:8 (20.), 9:11 (27.), 9:14 (Halbzeit), 11:17 (35.), 12:19 (39.), 17:23 (50.), 21:24 (55.), 22:26 (58.), 22:28 (Ende) - Zeitstrafen: 6:4 - Siebenmeter: 3/4 - 4/6 - Beste Spieler: Claussen, Bösing - Kulhanek, Schröder - Zuschauer: 335 - Schiedsrichter: Eleco Schmitz/Robin Schmitz (Mönchengladbach).