Kaiserslautern
Imker aus Leidenschaft: Joachim Langner macht der Klimawandel zu schaffen
„Honig vom Imker – Ein Produkt der Natur“ heißt es auf einem gelben Schild neben dem Abbild eines Bienenkorbs an seinem Stand. Der fällt mit rund vier Metern eher bescheiden aus. Nach Sorten aufgetürmt, präsentiert Joachim Langner seine naturreinen Produkte, für die ihm seine Bienen aus unterschiedlichen Regionen den Honig liefern: Bienenhonig von Sonnenblumen, von Blüten der Tanne und der Edelkastanie, Honig der Sommerblüte und der Waldblüte findet sich in Gläsern gefüllt in den Auslagen.
Blütenpollen sind kleine Kraftpakete
Daneben gibt es Blütenpollen. Blütenpollen seien kleine Kraftpakete und stärkten den Körper von innen heraus. „Sie eignen sich gut, ins Müsli gemischt zu werden.“ Angeboten werden „Gelée Royale“ und Honigbonbons. Gelée Royale sei ein Futtersaft aus dem Bienenstock, der normalerweise für die Königinnen bestimmt ist. „Beim Menschen wirkt der Saft kräftigend, vitalisierend und ausgleichend.“
Joachim Langner bereitet das Klima Sorgen. Als Imker ist er auf ein „Bienenwetter“ angewiesen. Das hat ihm im Frühjahr die Blüte von Frühjahrsblühern wie beispielsweise der Akazie ganz schön verregnet. Der Imker spricht von einem der schlechtesten Bienenjahre. Einigen Erwerbsimkern könne ein solches Jahr das Genick brechen.
Mehr als 100 Völker gehören zur Imkerei von Joachim Langner. Die betreibt er unter Mithilfe seiner Familie seit 2007 in Bierbach, einem Stadtteil von Blieskastel, „im wunderschönen Biosphärenreservat Bliesgau“. Zuvor war er mit seinen Bienen im Landkreis Kusel beschäftigt. Beruflich gestartet ist der 55-Jährige aus Schönenberg-Kübelberg als Energieanlagenelektroniker. Es folgten sieben Jahre bei der saarländischen Polizei. Beruflich mehr versprach er sich von Bienenvölkern, die er vom verstorbenen Opa eines Freundes übernahm.
Von den Vogesen bis in die Vorderpfalz
Wenn Joachim Langner die letzten Wochen nicht auf dem Wochenmarkt präsent war, dann, weil er fast täglich unterwegs war, um nach seinen Bienenstöcken zu schauen und für einen Wintervorrat der Bienen zu sorgen. Von den Vogesen bis in die Vorderpfalz hat er nach Absprache mit den Grundstücksbesitzern seine Bienenstöcke aufgestellt. Der Nektar aus Dabo in den Vogesen eigne sich bestens für Tannenhonig. Aus der Vorderpfalz seien es die Blüten von Akazien, Linden und Kastanien, die die Grundlage für einen geschmackvollen Honig lieferten. Die vergangenen Tage hat Joachim Langner in seinem Betrieb zugebracht. Unter Mithilfe seiner Ehefrau Magdalena und seiner beiden Töchter hat er Waben geschleudert und Honig in Gläser abgefüllt.
Dass er sich für die Imkerei entschieden hat, hat Joachim Langner nicht bereut, spricht er von einem „Traumberuf“. Gleichwohl macht er sich Gedanken, was die Zukunft des Imkerns in der Region angeht, verweist auf den Klimawandel. Nässe, wie wir sie im Frühjahr hatten, sei für die Produktion von Nektar nicht geeignet. „Doch ohne Nektar keine Nahrung für die Bienen.“ Gleichzeitig trage Trockenheit dazu bei, dass Pflanzen keinen Nektar erzeugen und Bienen verhungern. Der Klimawandel bringe den Rhythmus der Bienen durcheinander, konstatiert der Imker.
Südfrankreich als Alternativstandort
Ein Grund für ihn, darüber nachzudenken, seine Bienenstöcke beispielsweise in Südfrankreich aufzustellen. Das Wetter sei nicht so wechselhaft, auch sei die Sortenvielfalt der Blüten im Süden größer als bei uns. Was seine Bienenvölker angeht, schwört der Imker auf die Carnica Biene, auch Kärntner Biene genannt, und die Buckfastbiene.
Mit dem Lauterer Wochenmarkt ist Joachim Langner zufrieden. „Meine Kunden finden immer wieder den Weg zu mir. Ich kann mich nicht beschweren.“ Das einzige Problem, das er hat, sei ein Produktproblem. Es gebe Zeiten, da könne er nicht liefern. Dabei möchte er für seine Kunden, überwiegend junge Familien, Studenten und ältere Menschen, „alles geben“.