Kaiserslautern Im Angriff herrschte tote Hose
«KAISERSLAUTERN.» Eine Woche bevor es wieder ernst wird in der Fußball-Oberliga unterzog sich der SV Morlautern einem Härtetest. Auf dem heimischen Kunstrasen bestritt das Team von Trainer Patrick Wittich am Samstag ein Freundschaftsspiel gegen keinen Geringeren als den souveränen Spitzenreiter der Oberliga, den FC Homburg. Mit 0:2 (0:1) zog der SVM in einer von den Gästen dominierten Partie den Kürzeren.
Dass der Sieg der mit blütenweißer Weste die Tabelle der Oberliga anführenden Saarländer mit 2:0 moderat und nicht viel deutlicher ausfiel, war eines der wenigen für das Heimteam erfreulichen Dinge in dieser Partie, die bei winterlichem Wetter stattfand. So schneite es die ganze erste Hälfte, und dementsprechend rutschig war das Geläuf. Letzteres zeigte sich bereits in der zweiten Minute, als der Homburger Stürmer Konstantinos Neofytos – vorausgegangen war ein Morlauterer Abwehrschnitzer – den Ball am zweiten Pfosten nur noch ins Tor zu schieben brauchte, dabei aber slapstickreif ausrutschte. So konnte Patrick Ruby die brenzlige Situation entschärfen. Ruby hütete am Samstag das Tor des SVM, und das tat er gut. Dass er und nicht Thorsten Hodel im letzten Testspiel zwischen den Pfosten stand, bedeute aber nicht, dass die Entscheidung im Konkurrenzkampf der beiden Keeper schon gefallen sei, sagte nach der Partie Patrick Wittich und wies darauf hin, dass Torwartroutinier Hodel erkrankt sei. Nach der frühen Schrecksekunde stand die Fünferabwehrkette des SVM, in der Andreas Gaebler durch gutes Stellungsspiel und Zweikampfverhalten herausragte, fest und ließ die spielbestimmenden Gäste zunächst nicht zum Abschluss kommen. Aber in Sachen Offensive war beim SVM lange Zeit tote Hose. „Dass wir nicht das Spiel machen würden, war klar. Aber wir wollten doch auch Nadelstiche setzen“, bemerkte Wittich später in seiner Spielanalyse und beklagte „die schnellen Ballverluste“ seiner Elf. Erst in der 28. Minute gelang es den bis dahin fest in ihrer Hälfte eingeschnürten Morlauterern einen Konter zu fahren. Eingeleitet von Jemal Kassa und Anton Artemov, fehlte nicht viel, und Marcell Öhler hätte ihn mit einem Tor vollendet. Im Strafraum kam der Mittelfeldspieler zum Schuss und nach der Abwehr des Homburger Schlussmanns David Salfeld auch noch zum Nachschuss, aber er traf nicht. Hätten die Morlauterer da den Führungstreffer erzielt, das Spiel wäre auf den Kopf gestellt worden. Auch beim zweiten Nadelstich des SVM in der ersten Halbzeit fehlte Öhler (40. Minute) im Abschluss das nötige Quäntchen Glück. Zwischenzeitlich war dem FCH der längst fällige Führungstreffer gelungen. Abwehrspieler Tim Stegerer (32.) hatte im Stile eines Toni Kroos sehenswert aus der Distanz getroffen. Kurz vor der Pause scheiterte Stegerers Teamkamerad Patrick Lienhard mit einem Kopfball an der Latte. Und auch nach dem Seitenwechsel war das Aluminium mit dem SVM im Bunde und verhinderte nach Tom Schmitts fulminanten Strafraumschuss (49.) den zweiten Treffer der Gäste. War es da der Pfosten, so stand knapp zehn Minuten später wieder die Latte dem Torerfolg des FCH im Wege. An die setzte der Homburger Spielmacher Sven Sökler einen fein gezirkelten Freistoß. Für das überfällige Tor Nummer zwei sorgte dann aber Schmitt. Nach einer verunglückten Abwehraktion des Morlauterer Defensivmannes Philipp Schwarz hatte der Homburger Angreifer im Strafraum freie Schussbahn und hämmerte den Ball zum 0:2 ins Netz. Dass die Morlauterer die Partie in Unterzahl beenden mussten, lag an Erik Tuttobene. Der sah nämlich nach einem Foul an Jaron Schäfer in der 75. Minute Gelb-Rot. Das Testspiel gegen den starken Gegner, der eine Klasse für sich sei in der Oberliga, so Patrick Wittich, habe ihm doch einige Erkenntnisse gebracht, an welchen Schrauben es noch bis zum ersten Oberligaspiel nach der Winterpause, das der SVM am nächsten Samstag zu Hause gegen den Lokalrivalen 1. FC Kaiserslautern II bestreitet, noch zu drehen gelte. Sein Gegenüber Jürgen Luginger war zwar verständlicherweise mit der Chancenverwertung seines Teams nicht zufrieden, fand es aber bemerkenswert, dass die Seinen das Spiel „kontrolliert und zu null gespielt hatten“.