Fußball
Im Abschlusstest lief einiges schief für den SV Morlautern
Das Ganze hatte etwas von einer Generalprobe. Genau eine Woche vor dem ersten Oberligaspiel nach der Winterpause bestritt der SV Morlautern noch ein Testspiel, auf heimischem Kunstrasen gegen einen Ligakonkurrenten, den SV Gonsenheim.
Lautstark dirigierte der Morlauterer Coach seine Elf von der Seitenlinie aus. Und auch seine Schlussansprache kurz nach dem Abpfiff war voller Leidenschaft. Da schwor er die Seinen auf den Abstiegskampf ein, der am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Arminia Ludwigshafen wieder in voller Härte entbrennt. Da gilt es für die Morlauterer, die als Tabellenvorletzte hochgradig abstiegsgefährdet sind. „Da müssen wir liefern“, machte Graf seinen Spielern mit eindringlichen Worten klar, was die Stunde geschlagen hat.
Vom Spiel gegen Gonsenheim versprach er sich Erkenntnisse, ja eine Standortbestimmung. In den Testspielen davor traf sein Team auf unterklassige Gegner. In der Partie am Samstag aber auf eine Topmannschaft der Oberliga. Das zeigte die Elf aus dem Mainzer Stadtteil Gonsenheim dann auch. Sie ergriff schnell die Initiative, kombinierte sich passgenau durchs Mittelfeld und setzte die Morlauterer Abwehr heftig unter Druck.
Sanyang trotz starker Paraden ohne Chance
Der SVM-Keeper Bakary Sanyang hatte alle Hände voll zu tun. Durch starke Paraden bewahrte er sein Team in der Anfangsphase vor einem schnellen Rückstand. In der 16. Minute musste er sich aber zum ersten Mal geschlagen geben. Gegen Max Kleins platzierten Schuss ins lange Eck war er machtlos. Letzteres traf auch beim 0:2 zu (33.). Unbedrängt kam da Maurice Neukirch im Strafraum zu Sache. Beim 0:3 hatte Cem Demir alle Zeit der Welt, um den Ball im Tor unterzubringen (79.). Sanyang hätte also allen Grund gehabt, mit seinen Vorderleuten zu hadern. Das tat er aber nicht. „Wir müssen noch an der Sicherheit arbeiten“, hielt er sich mit seiner Kritik zurück. Einen Grund für das dominante Angriffsspiel der Gonsenheimer sah er darin, „dass wir nicht schneller ins Gegenpressing gekommen sind“.
In Bakary Sanyang haben die Morlauterer einen der besten Torhüter der Liga in ihren Reihen. Aber nur noch bis zum Ende der Saison. Am Samstag bestätigte Sanyang, dass er in der nächsten Spielzeit das Tor des FSV Jägersburg hüten wird. Möglicherweise wieder in der Oberliga. Denn die Saarländer stehen in der Schröder-Liga Saar auf Platz zwei und dürfen sich berechtigte Aufstiegshoffnungen machen.
In Sachen Abwehr steht es noch nicht zum Besten beim SVM. Das zeigte die Gonsenheim-Partie einmal mehr. Das wiegt schwer. Gerade weil Coach Graf den Schlüssel zum Ligaverbleib darin sieht, dass sein Team den Gegnern das Toreschießen nicht mehr so leicht macht wie in den bisherigen 20 Ligaspielen.
Haarsträubende Ballverluste
Nach dem Testspiel wies Graf darauf hin, dass Dennis Jander „der einzige gelernte Innenverteidiger“ gewesen sei, und lobte ihn für seine Zweikampfstärke. Fast hätte sich Jander auch als Torschütze in Szene gesetzt. Nach einer Ecke traf er den Pfosten und verpasste so den Ausgleichstreffer zum 1:1 (20.).
Im zweiten Durchgang steigerte sich das Heimteam. Vor allem im Mittelfeld ließ es die Gäste nicht mehr so zur Entfaltung kommen und dämpfte so deren Angriffswucht. Sorgen bereiteten aber auch da immer wieder die haarsträubenden Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, mit denen man sich selbst in die Klemme brachte und den Gegner zu Konterangriffen einlud. Waren sie selbst in der Angriffsrolle, schafften es die Morlauterer nur wenige Male, die sichere Abwehrreihe der Rheinhessen in Verlegenheit zu bringen. So hatte Felix Bürger den Anschlusstreffer zum 1:2 auf dem Fuß, scheiterte aber mit seinem Schuss an Schlussmann Paul Simon (65.). Die Vorlage kam von Tim Ratkowski, dem talentierten Youngster, der viele gute Offensivmomente hatte. Ein Tor gelang ihm aber nicht. Und auch dem Stürmerduo Bobby Edet und Marc Knapp nicht. Knapp ist zwar wegen seiner imposanten Körpergröße nicht zu übersehen. Trotzdem sollte er sich aber energischer bei seinen Teamkollegen bemerkbar machen. Er braucht Flankenbälle und seine Mannschaft unbedingt einen Sieg über Arminia Ludwigshafen, wenn es mit dem Klassenverbleib klappen soll.