Kaiserslautern
Horst Schöttler erhält für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
Für seinen langjährigen, bundesweiten, humanitären Einsatz für Versehrte und Verwundete sowie Angehörige Verstorbener von Bundeswehr, Polizei und Hilfsorganisationen überreichte ihm der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling das von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehene Verdienstkreuz 1. Klasse. Bereits im Jahr 2000 hatte der damalige Bundespräsident Johannes Rau Schöttler für sein Engagement als Experte für Katastrophenschutz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Bilanz des beruflichen und ehrenamtlichen Einsatzes
„Ich war erfreut und überrascht über die Ehrung“, so Schöttler gegenüber der RHEINPFALZ. Angetan sei er gewesen, dass er die Auszeichnung als Einzelner im Beisein seiner Ehefrau Ute im Rahmen einer kleinen Feier mit Oberst Stefan Weber, dem Kaiserslauterer Beigeordneten Peter Kiefer, dem Landtagsabgeordneten Andreas Rahm und Walter Altherr, dem ehemaligen Beigeordneten des Landkreises Kaiserslautern, entgegennehmen durfte.
Schöttler (81), promovierter Kartograf, der als Beigeordneter der Stadt Kaiserslautern (1977 bis 1987) auch für den Brand- und Katastrophenschutz verantwortlich war, sieht in der Auszeichnung so etwas wie eine Bilanz seines beruflichen und ehrenamtlichen Einsatzes, der über Jahrzehnte sein Leben geprägt und begleitet hat.
Nach Anschlag in Kabul Stiftung gegründet
Bundesweite Resonanz hat die von ihm 2007 ins Leben gerufene „Oberst Schöttler Versehrten-Stiftung“ erfahren. Auslöser für die Gründung der Stiftung war der Anschlag auf Soldaten der Bundeswehr in Kabul im November 2005. „Die Hilfe der Stiftung setzt da an, wo der Staat nicht mehr zahlt“, sagt Schöttler. Die Hilfe kommt Soldaten zugute, die bei einem Auslandseinsatz verwundet wurden und dauerhafte körperliche Schäden wie Amputationen, psychische und seelische Erkrankungen erlitten haben.
In Krisengebieten schwer verletzten und traumatisierten Soldaten habe die Stiftung durch die Beschaffung von Prothesen, medizinischen Hilfen, behindertengerechten Umbauten und Reha-Maßnahmen helfen können. „Gesetze können nicht alle Erfordernisse ausgleichen.“ Die jährlichen Leistungen der Stiftung beziffert Schöttler auf 60.000 bis 80.000 Euro. In 15 Jahren sei das Stiftungskapital von anfänglich 25.000 auf 1,6 Millionen Euro angewachsen. Des Weiteren nimmt sich die Stiftung auch Angehörigen und deren Familien von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk an.
Verdienste um Kartographie-Stiftung gewürdigt
Innenminister Ebling erinnerte daran, dass sich die Stiftung zu einem der bedeutendsten bundesweit tätigen privaten Hilfswerke entwickelt habe. 2021 sei zudem ein „Blaulicht-Hilfsfonds“ eingerichtet worden, der es ermögliche, die Unterstützungsleistungen auch auf einsatzbedingte Unfälle und Verletzungen im Inland auszuweiten. Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal setzte Schöttler zudem einen Sonderfonds ein, um Menschen vor Ort zu unterstützen.
Mit der Auszeichnung wurden gleichzeitig die Verdienste Schöttlers um die Kartographie-Stiftung Ravenstein gewürdigt. Zur Nachwuchsförderung im Bereich der Kartografie etablierte er 1981 die Kartographie-Stiftung in Kaiserslautern. Deren Vorsitz hatte er bis 2018 inne.
Auslastung trägt zur Erfüllung bei
„Die Zeit ist nicht mehr geworden“, so der ehemalige städtische Beigeordnete, der selbst im Ruhestand nicht müde wird, sich dem Gemeinwohl verpflichtet zu sehen. Er sei mit seiner Auslastung zufrieden. Auslastung sei etwas anderes als Belastung, trage zur Erfüllung bei und tue ihm persönlich gut. Zwei bis drei Tage die Woche sei er mit der Stiftungsarbeit beschäftigt. Seit 35 Jahren Rotarier, nehme er noch immer interessiert an den Treffen des Service Clubs teil.