Kaiserslautern
Hole Full Of Love im Cotton Club: Tongewordene Verehrung
Insofern war der Auftritt der AC/DC-Epigonen Hole Full Of Love am Freitagabend im gut gefüllten Cotton Club der Kammgarn das Werk einer seriösen Tribute-Band, die ihrem Vorbild mit großem künstlerischen Respekt begegnet. Nicht ohne Grund buchte ein früheres Original-AC/DC-Mitglied das seit Jahrzehnten aktive deutsche Quintett schon als Begleitband.
Es wurde nicht nur musikalisch nah am hardrockigen Original operiert – was ohnehin schon bewundernswert ist. Denn die Titel der australischen Vorbild-Band mögen zwar bisweilen einfach klingen, das gruppentypisch Eruptive aber kommt eben nur zustande, wenn das Zusammenspiel aller perfekt klappt. Und das tat es auch in der „Kopie“.
Nah am Original
Da versetzte man sich auch stets regelrecht in die Titel hinein. Ausladenden Soli wurde intensiv nachgespürt, die Text-Aussagen erkennbar mitgefühlt. Entsprechend wurden viele Stücke von begeisterten Fans mit ausgelassenen Tanzschritten und laut mitgesungenen Refrains mitgetragen.
Auch in die konkreten Persönlichkeiten der Originalmusiker fühlten sich die Fünf von Hole Full Of Love ordentlich ein. Insbesondere tat das Sänger Dario Djurinovac, der mit seiner gepresst-exaltierten Singstimme erstaunlich nahe an den Duktus von AC/DC-Sänger Bon Scott herankommt.
Noch deutlicher am Vorbild orientiert (aber auch hier ohne übertrieben zu wirken) trat Leadgitarrist Karsten Kutscher in der Rolle von AC/DCs Angus Young auf. Wie dieser typischerweise gekleidet in eine dunkle englische Schuluniform, ahmte er ihn optisch und dann auch im Verhalten beeindruckend nach – inklusive dem Umher-Torkeln auf der Bühne und einem gekonnten Duckwalk á la Chuck Berry. Sogar Youngs berühmt-berüchtigtes Zeigen des verlängerten Rückens gehörte zur Gaudi des Publikums dazu.
Krachen bis zum letzten Takt
Zusammen mit den showmäßig zurückhaltenderen, aber musikalisch ebenbürtigen Musikern Tony Clark (Gitarre), Ede Keiser (Bass) und Michael Schramm (Schlagzeug) ließ es Kutscher solchermaßen mit AC/DC-Hits wie „TNT“ und „Highway To Hell“ bis zum letzten Takt mächtig krachen. Das war tatsächlich mehr als Covern, das war tongewordene Verehrung.