Kolumne Nachspielzeit RHEINPFALZ Plus Artikel Hohe Ziele und ein hoher Sieg

Vorwärtsdrang: Reichenbachs Spielertrainer Yannik Brehmer (Mitte) netzte am Samstag gegen den VfR Kaiserslautern gleich fünfmal
Vorwärtsdrang: Reichenbachs Spielertrainer Yannik Brehmer (Mitte) netzte am Samstag gegen den VfR Kaiserslautern gleich fünfmal ein.

In der neusten Kolumne „Nachspielzeit“ geht es um ein ambitioniertes A-Klasse-Team und einen Spielertrainer, der es krachen lässt.

SG Siegelbach/Erfenbach: Auf Erfolgskurs

Auf dieses Fußballspiel hatten sich sicherlich viele gefreut. Der Tabellenführer SG Siegelbach/Erfenbach im Duell mit dem SV Mölschbach, der als Aufsteiger in der A-Klasse Kaiserslautern/Donnersberg für Furore sorgt. Aber das Winterwetter verhinderte dieses reizvolle Kräftemessen. Damit, dass der Schiedsrichter die Partie nicht anpfiff, war aber Michael Wolter überhaupt nicht einverstanden. „Schade, man hätte auf dem Platz spielen können.“ So kommentierte der Coach der SG Siegelbach/Erfenbach die Entscheidung des Unparteiischen. Ganz anders sah es Andreas Müller, der Vorsitzende des SV Mölschbach. Für ihn war der Schiedsrichter Egon Kazmirsky „The Man of the Match“, weil dieser „völlig zu recht“ nach einer Platzbegehung die Partie wegen der Bodenverhältnisse abgesagt habe.

An der Tabellensituation hat sich dadurch aber nichts geändert. Weiterhin steht die dominante Wolter-Truppe an der Spitze. Dass sie das Nonplusultra ihrer Klasse ist, zeigt die eindrucksvolle Zwischenbilanz. Von den bisherigen 15 Spielen hat die SG 14 gewonnen, nur einmal musste sie sich mit einem Unentschieden begnügen. „Ich bin megastolz auf meine Jungs“, sagt Coach Wolter, der mit seinem Team in dieser Runde Großes erreichen will: „das Double“. Meisterschaft und Aufstieg in die Bezirksliga und dazu noch den Gewinn des Kreispokals. Das Finale hat Michael Wolter mit seiner spielstarken Elf ja schon erreicht. Und auch in der Winterpause peilt er einen Titel an, da will er Ende Januar in der Barbarossahalle die Stadtmeisterschaft gewinnen. Dass sich das ehemalige Stürmerass des Verbandsligisten TuS Hohenecken bei der SG Siegelbach/Erfenbach wohlfühlt, zeigt die Vertragsverlängerung. Der 46-Jährige, für den es derzeit die zweite Saison als Coach der SG ist, will auch in der nächsten Runde weitermachen. Dann in der Bezirksliga Westpfalz, die für seine Mannschaft aber nicht Endstation sein soll.

Den Aufstieg von der A-Klasse über die Bezirksliga in die Landesliga hat Wolter schon einmal geschafft. Als Spielertrainer beim VfR Kaiserslautern. Der traditionsreiche Lauterer Klub war damals seine erste Trainerstation. Und noch immer fühlt sich Wolter mit „dem Erbse“ tief verbunden. „Der VfR ist in meinem Herzen“, sagt er. Und natürlich tut es ihm weh, dass sein Herzensklub in der Bezirksliga so tief im Schlamassel steckt. Mit nur zwei mickrigen Punkten abgeschlagen am Tabellenende stehend, scheint der Abstieg für die Erbsenberger unvermeidlich zu sein. Steil bergauf geht es dagegen für Michael Wolter und die SG, die sich in Sachen Meisterschaft eigentlich nur noch selbst ein Bein stellen könnte.

VfB Reichenbach: Vier am Stück

Was für eine Woche für den VfB Reichenbach und seinen Spielertrainer Yannik Brehmer. Nach dem Auswärtsstreich am Mittwoch bei der TSG Wolfstein-Roßbach folgte am Samstag daheim gegen den VfR Kaiserslautern bei winterlichen Temperaturen ein für die Anhänger des VfB herzerwärmendes Schützenfest. Zwei Bezirksligapartien, die die Reichenbacher auf ganz unterschiedliche Weise für sich entschieden. Im Spiel gegen die „Rowos“ hatte Brehmer seiner Truppe eine Defensivtaktik verordnet. Da sie aber nicht nur „diszipliniert verteidigte“, sondern zeigte, dass sie sich auch bestens aufs Kontern versteht, stand am Ende ein 2:0-Sieg. Beide Treffer erzielte Niclas Leist. Beim Führungstreffer drückte er den Ball über die Linie, und beim 2:0 überlupfte er elegant den Keeper. „Die TSG hatte zwar 80 Prozent Ballbesitz, aber wir haben unsere Konterchancen genutzt“, schilderte Brehmer den Spielverlauf und sprach von einem „verdienten Sieg“.

Das mit dem Ballbesitz änderte sich dann aber im Spiel gegen den VfR Kaiserslautern. Auf dem Papier eine leichte Aufgabe für den VfB; bekam er es doch mit dem noch sieglosen Tabellenletzten zu tun. „Die wollen gegen uns den ersten Sieg erringen.“ Mit diesen Worten hatte Brehmer sein Team davor gewarnt, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Und das taten die Seinen dann auch nicht. Im Gegenteil. Sie gingen hochkonzentriert zur Sache und siegten fast zweistellig. Eröffnet wurde der Torreigen vom Chef der Reichenbacher Truppe. Nach einem Eckball köpfte Brehmer aus dem Gewühl heraus das 1:0. Danach hielt er sich zurück, überließ das Toreschießen zunächst seinen Teamkollegen. Doch ab der 55. Minute – das Heimteam führte da schon mit 5:0 – meldete sich Brehmer zurück. Und wie! Innerhalb von etwas mehr als einer Viertelstunde erzielte er einen Hattrick und sorgte dann auch noch mit seinem fünften Treffer für den 9:0-Triumph seiner Elf. „Vier Tore am Stück“ seien ihm in seiner Stürmerkarriere zuvor noch nicht gelungen, erzählte der treffsichere Spielertrainer freudestrahlend. Nach 18 Ligaspielen ist er mit 18 Toren der erfolgreichste Schütze seiner Elf. Vor der Saison hatte sich Yannik Brehmer 20 Treffer als Ziel gesetzt. Hält seine Torlaune an, dann könnte er diese Marke schon im nächsten Spiel knacken.

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