Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Heinrich-Heine-Gymnasium: Sport- und Hochbegabtenförderung sowie Regelgymnasium

Die Schülerinnen und Schüler sollen am Heinrich-Heine-Gymnasium auf starke Standbeine gestellt werden, erklären Schulleiter Ulri
Die Schülerinnen und Schüler sollen am Heinrich-Heine-Gymnasium auf starke Standbeine gestellt werden, erklären Schulleiter Ulrich Becker (rechts) und Stellvertreter Lars Emmermann.

Das Heinrich-Heine-Gymnasium vereint mehrere Schwerpunkte unter einem Dach. An der Schule in Trägerschaft des Landes Rheinland-Pfalz werden Spitzentalente im Sport sowie Hochbegabte gefördert. Das Einzugsgebiet ist groß, die Unterbringung erfolgt bei Bedarf im schuleigenen Internat. Gleichzeitig ist die Schule ein klassisches Regelgymnasium.

„Wir sind viele Schulen in einer Institution“, fasst es Ulrich Becker, Schulleiter des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG), zusammen. Rund 820 Schülerinnen und Schüler besuchen das HHG, unterrichtet von 85 Lehrkräften.

Die fünften Klassen starteten vierzügig, schildert Lars Emmermann, der stellvertretende Leiter. Die Schwerpunkte sind unterschiedlich ausgerichtet. So gibt es eine Sportklasse, in der Kinder zusammengefasst sind, die Sportarten auf hohem Niveau betreiben und darin gefördert werden. Dazu zählen Badminton, Judo, Radfahren, Tennis, Sportklettern und Leichtathletik, derzeit werde Handball aufgebaut.

Weiter gebe es eine reine Fußball-Klasse, in der talentierte Mädchen und Jungen unterrichtet werden. Seit einiger Zeit steige gerade bei Mädchen das Interesse an dieser Klasse stark an, schildert Becker.

Kinder, die sich für eine der Sportklassen interessierten, meldeten sich im Vorfeld zu einem Probetraining an. In der Regel seien sie bereits in Vereinen aktiv und würden häufig von diesen empfohlen, so Becker.

Start mit Englisch in der fünften

Eine weitere fünfte Klasse stehe sportinteressierten Kindern ohne Bewerbungsverfahren offen, die in der fünften und sechsten Klasse eine Stunde mehr Sport pro Woche erhielten.

Diese drei Klassen starteten in der fünften mit Englisch, in der sechsten stehe die Wahl zwischen Französisch und Latein an. Auf Wunsch könne in der neunten eine dritte Fremdsprache gewählt werden.

Der Hochbegabten-Zweig des HHG setzt ebenfalls in Stufe fünf ein. Um in die Hochbegabten-Klasse aufgenommen zu werden, sei ein IQ-Test erforderlich, erklärt Becker. Der Wert sollte bei 130 oder darüber liegen. Um die Kinder und ihr Lernverhalten kennenzulernen, werden die Interessenten zu einem Wochenende eingeladen. „Manche sind erst neun Jahre alt, sie haben bereits in der Grundschule eine Klasse übersprungen“, schildert Becker.

Im Hochbegabten-Zweig sei der Besuch der Ganztagsschule von 8 bis 16.15 Uhr verpflichtend. Zu den Schwerpunkten gehöre ein erweitertes Bildungsangebot mit verschiedenen Wahlmöglichkeiten sowie einer engen Kooperation mit außerschulischen Institutionen. „Wir haben ein schönes Programm zusammengestellt“, berichtet Becker. Dazu gehöre unter anderem die Möglichkeit, Japanisch als dritte Fremdsprache zu lernen. Ein Merkmal sei, dass die Jugendlichen gemeinsam als Klasse die neunte Jahrgangsstufe überspringen und direkt von der achten in die zehnte Stufe wechselten.

Internat ist angegliedert

Sowohl Kinder aus dem Sport-, als auch aus dem Hochbegabten-Zweig haben die Möglichkeit, im Internat zu wohnen, wenn sie nicht aus Kaiserslautern stammen. In beiden Spezialrichtungen gebe es viele Seiteneinsteiger, die in höheren Klassen an die Schule und ins Internat wechselten: „Wenn die Kinder etwas älter sind“, sagt Becker. Das Internat verfüge über 150 Plätze.

Neben den Schwerpunkten erfülle das HHG die Funktion eines Aufbaugymnasiums: Schüler, denen eine zweite schulische Fremdsprache als Voraussetzung für die Abitur-Prüfung fehlt, können diese nachholen. „Hier liegt Spanisch gerade sehr im Trend“, sagt Becker. Zur Auswahl stünden alternativ Latein oder Französisch.

Doch auch Schüler, die bereits eine zweite Fremdsprache haben, können in die Oberstufe am HHG wechseln. Diese sei sehr gefragt, schildert Emmermann. Möglich seien alle Abschlüsse: Berufsreife nach neun, Sekundarstufe I nach zehn, Fachabitur und Abitur.

Spitzenförderung bis zum Abitur

Nicht alle Schülerinnen und Schüler aus den Sportklassen setzten das Training nach der Orientierungsstufe in fünf und sechs auf hohem sportlichen Niveau fort, berichtet Becker. Die Spitzentalente, die dabei bleiben, werden durchgehend bis zum Abitur auf hohem Niveau gefördert. In der Oberstufe gebe es eine Sportklasse, die Sport als Leistungsfach wähle.

„Wir sind sehr orientiert an den Bedürfnissen unserer Schülerinnen und Schüler“, betont Becker. Gerade im Sportbereich sei es wichtig, den Jugendlichen eine duale Karriere zu ermöglichen: Schule und Sport seien gleichermaßen wichtig. „Wir wollen beides fördern und zusammenbringen, den Sport und das Abitur“, sagt Becker. Es gelte, die Absolventen auf zwei starke Standbeine zu stellen. Um das zu erreichen, sei meist eine riesige Abstimmungsaufgabe zu meistern. So werde zum einen das Training in den Schulalltag integriert. Zum anderen gelte es, Sporttalente zu unterstützen, wenn sie wegen der Teilnahme an Turnieren schulisch etwas verpasst haben. Mittlerweile gebe es viele Wettkämpfe, die im europäischen Ausland stattfänden und längere Reisen erforderten. Ganz wichtig dabei sei, dass die Kinder und Jugendlichen den Weg selbst einschlagen: „Eine Entscheidung gegen das Kind funktioniert nicht“, betont Becker.

Wettbewerbsorientierte Schulgemeinschaft

Das HHG sei insgesamt sehr wettbewerbsorientiert aufgestellt, zählt der Schulleiter eine weitere Besonderheit der Schule auf. Dies gelte nicht nur im Bereich Sport, sondern auch für die Teilnahme an Wettbewerben anderer Disziplinen, darunter „Jugend forscht“, „Jugend präsentiert“ und „Jugend debattiert“. „Die Schüler beweisen sich in solchen Wettbewerben, da wollen wir mehr sein als nur Schule“, betont Becker. „Wir haben tolle Lehrer, die das betreuen“, schildert der Schulleiter.

Das Einzugsgebiet des HHG ist groß, neben Rheinland-Pfalz gehörten Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Bayern und Hessen dazu. Weiter kämen Talente aus Hamburg, Luxemburg und der Schweiz. „Das bereichert unsere Schulatmosphäre“, sind sich Becker und Emmermann einig.

Das HHG arbeite mit zahlreichen außerschulischen Partnern zusammen, darunter die Technische Universität Kaiserslautern, die Hochschule, die Volkshochschule, die Fraunhofer Institute, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI): „Ohne Kooperation geht es nicht“, berichtet Becker. Auch die Berufsorientierung gehört hier zum festen Angebot.

Viele Kooperationspartner

Gleiches gelte für die Sportförderung: Hier arbeite die Schule eng mit Vereinen und Verbänden aus der Region, auf Landes- und Bundesebene zusammen. Das Ziel sei es, die Schüler auf nationaler und internationaler Ebene leistungsfähig zu machen. Als Eliteschule des Sports und des Fußballs stehe die Schule in engem Kontakt zum FCK und zu den Fußballverbänden auf Landes- und Bundesebene. Die Fußballerinnen erhielten unter anderem Unterstützung vom FCK und der SV 07 Elversberg.

Als Schule in Landesträgerschaft sei das HHG sowohl materiell als auch medial gut ausgestattet, berichtet Becker. „Wir haben ein tolles Schulgrundstück, das viele Möglichkeiten bietet“.

Das HHG sei im vierten Jahr Ganztagsschule in Angebotsform, derzeit nehmen dies 150 Schüler wahr. Zur Wahl stehen die Zeiten von 7.25 bis 15.30 Uhr oder von 8 Uhr bis 16.15 Uhr. Nach einem Mittagessen gebe es zahlreiche Angebote, darunter Sport, Förderunterricht, Musik und Schach.

Im Internet

www.hhg-kl.de

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