Kaiserslautern Gut durchdacht und hohes Niveau

Das Festkonzert der Städtischen Emmerich-Smola-Musikschule fand am Sonntag im SWR-Studio statt: Die Spielstätte der Deutschen Radio Philharmonie (DRP) steht für Spezialistentum und Perfektionismus, dagegen assoziiert man mit Musikschulen Breitenarbeit und Vielseitigkeit. Doch das Festkonzert mit Dozenten, Studenten, Schülern und Gästen hatte hohes Niveau, hielt kritischen Vergleichen stand und hatte Vorzeigecharakter.
Das Konzert war programmatisch gut durchdacht aufgebaut, gab Einblicke in Ensemblearbeit unterschiedlichster Gattungen, Genres und Stile. Es hätte durch gestraffteren Ablauf mit einer Konzentration auf weniger Programmpunkte - bei manchen Ensembles - und kürzere Pause noch an Wirkung gewonnen. Bedenkt man die Vielzahl der Schüler und Lehrer dieser Musikschule und der allgemeinbildenden Schulen war die Besucherresonanz eher enttäuschend. Dennoch konnte das Blechbläser-Ensemble mit Joachim Braun und Otto Fuchs (Trompete) und Frank Braun (Horn) sowie Joachim Clemenz und Fabian Maskill (Posaune) durch barocke Klangpracht bei einer Intrade von Melchior Franck festlichen Glanz verbreiten und durch noble Tonkultur für sich einnehmen. Als musikalische Botschafter von der Musikschule der Partnerstadt Brandenburg fungierten Ute Wolf und Gerrit Fröhlich (Querflöte) sowie Bernd Heese am Klavier, die zusammen mit Cellistin Kati Punstein, Tochter des Musikschulleiters, eine Triosonate von Händel aufführten. Ein rhythmisch und harmonisch sehr sicher und in ausdrucksvollen Basslinien stützender Generalbasspart korrespondierte gut mit zwei brillanten und dialogisch verbundenen Oberstimmen. Die Bezeichnung eines klassischen Streichquintetts mit zwei Violinen, Viola, Cello und Kontrabass als „Sägewerk“ ist Ausdruck heiterer Selbstironie und kokettiert auch mit der Erwartungshaltung. Wobei die Tango-, Boogie- und Ragtimerhythmen hier zwischen konzertant, unterhaltend und tänzerisch mitreißend arrangiert und interpretiert wurden und mit Spielwitz aufwarteten. Das Saxophonquartett der Musikschule der französischen Partnerstadt St. Quentin hat – so wird berichtet – mehr den Status einer Konservatoriums-Formation und trumpfte dementsprechend bei raffiniert arrangierten Tanzsätzen mit klassischen und folkloristischen Anklängen mit einem Superlativ an spielerischer Brillanz, Ausdrucksverfeinerung und mitreissender Spielfreude auf. Das Pendant der hiesigen Musikschule, die Lazy Tongues, hatten dagegen Anlaufschwierigkeiten, um sich auf Situation und Akustik einzustellen. Anstelle der bei den französischen Gästen praktizierten Sitzordnung in Hufeisenform standen die Ausführenden neben Lehrer Helmut Engelhardt auf einer Linie, was die akustische und optische Orientierung offenbar erschwerte. Dies verführte zu einem etwas harten und spröden Ton, der erst mit Gershwins Klassiker „Summertime“ runder und weicher und sanglicher wurde. Dazwischen gab der Jazzchor unter der Leitung von Kirsti Alho Kostproben seines Könnens und traf den Nerv der Melodik und pulsierenden Rhythmik. Das Jugend- und Kammerorchester fungierte als Bindeglied zwischen den genannten, bisweilen sensationellen Beiträgen und war mitten im berühmten Sprung nach oben: Deren Beiträge zeichneten sich durch klangliche Homogenität und Expressivität aus. Für die Musikschule der Partnerstadt Banja Luka aus Bosnien-Herzegowina stellte ein Akkordeontrio minutiös ausgefeilte Interpretationen vor, die das verkannte Instrument aufwerteten.