Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Grusel und Liebe: Neue Romane aus und über Kaiserslautern

Mark Roderick
Mark Roderick

Was in jüngster Zeit in Büchern und der überregionalen Presse über Kaiserslautern zu lesen ist, lässt die Stadt als hochbrisanten Sozialbrennpunkt erscheinen. Da mag es patriotische Literaturfreunde beruhigen, dass dieses unerfreuliche Image jetzt durch zwei neue Romane ein ewig zurechtgerückt wird. Wirklich „schön“ ist die belletristische Runderneuerung der Barbarossastadt allerdings nur in einem Fall.

Denn die erste Geschichte, die rund um Kaiserslautern spielt, ist ein handfester Thriller voll Spannung und Nervenkitzel. Schon der Titel „Morbus“ verheißt nichts Gutes, handelt es sich doch um das lateinische Wort für Krankheit. Und der allererste Satz lautet: „Während sein Blick langsam über den Bahnsteig von Kaiserslautern wanderte, beschlich Ottfried Gollinger ein ungutes Gefühl.“

In den nahen Weinbergen der Vorderpfalz nistet das Böse. Es gibt ein spurlos verschwundenes Schulmädchen und dann auch noch ein 50 Jahre altes Skelett im Gruselhaus. Als ihre beste Freundin einen gewaltsamen Tod findet, begibt sich die Heldin auf Spurensuche. Immerhin ist sie Journalistin, die in der Pfälzer Provinz eigentlich Ruhe vom Großstadttrubel finden wollte.

Also „knallharte Spannung vor idyllischer Kulisse“, wie der Verlag ankündigt. Das ist die Spezialität des Autors Mark Roderick, der vor allem durch den (bislang) fünfteiligen Zyklus „Post Mortem“ bekannt geworden ist. Der 52-jährige Autor, der nach einem BWL-Studium zunächst als Projektmanager im Finanzwesen tätig war, lebt in der Nähe von Stuttgart.

Dagegen hat die Schriftstellerin Ursula Kollritsch tatsächlich einen Bezug zu Kaiserslautern, denn hier wurde sie 1972 geboren. Nach ersten Gehversuchen auf der Jugendseite der RHEINPFALZ studierte sie slawische Philologie, Politik und Publizistik, wurde PR-Texterin und stellte vor viereinhalb Jahren ihren ersten Roman vor, den sie zusammen mit ihrer Schreibpartnerin Stephanie Jana fertiggestellt hatte.

Jetzt erscheint das neue Gemeinschaftswerk des Autorinnen-Gespanns. Auch „Coco, Sophie und die Sache mit Paris“ erzählt von den romantischen Eskapaden zweier Freundinnen: Das Gefühlsleben einer Redakteurin und einer alleinerziehenden Literaturagentin gerät während einer turbulenten Fahrt durchs Elsass nach Paris in Wallung.

Eine „herzerfrischende Komödie über Freundschaft, Liebe und die wunderbaren Überraschungen des Lebens“ kündigt der Verlag an. Das Buch erscheint Mitte Mai, für Juni hatten die beiden Autorinnen eigentlich eine Lesung in der Lauterer Thalia-Buchhandlung angekündigt. Die ist vorerst abgeblasen, aber Ursula Kollritsch und Stephanie Jana haben bereits einen dritten Roman in Arbeit.

Info

Mark Roderick: „Morbus“. 446 Seiten. Fischer-Taschenbuch-Verlag. 9,99 Euro.

Stephanie Jana und Ursula Kollritsch: „Coco, Sophie und die Sache mit Paris“. 448 Seiten. Goldmann-Verlag. 10 Euro.

Ursula Kollritsch
Ursula Kollritsch
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