Kaiserslautern
Große Unsicherheit bei privaten Kulturveranstaltern in Kaiserslautern
Der Kulturclub Salon Schmitt bietet seit Jahren ein internationales Veranstaltungsprogramm an. Betreiber Michael Halberstadt nennt das Erschweren oder ganz Absagen von Veranstaltungen einen „gewissen Schock“. Täglich bekäme er Nachrichten von Künstlern aus dem Ausland, die wegen der geschlossenen Grenzen nicht kommen können – ganz aktuell von einer Band aus Irland und einer weiteren aus den Vereinigten Staaten. „Wir müssen nun von Tag zu Tag reagieren. Wie es weitergeht, steht noch in den Sternen“ sagt Halberstadt. Jetzt im Frühjahr treffe die Krise den Salon mitten in der Hochzeit der Veranstaltungen. „Wir arbeiten ja ohne Gewinnabsicht und rein kostendeckend, das kann schnell eng werden“, betont er. Halberstadt stellt heraus, dass der Salon zurzeit, sofern weiterhin möglich, donnerstags ab 19 Uhr geöffnet sei. Dann kämen meist Clubmitglieder und man könne sich über Weiteres beraten. Aktuelle Infos sind auf der Internetseite unter www.salon-schmitts.de zu finden.
Stefanie Dieter vom Glockencafé, das auch regelmäßig Konzerte anbietet, ist noch unentschlossen, wie es weitergeht. Zur Zeit spreche sie noch mit einer brasilianischen Band sowie mit Sven Ruppert über angesetzte Termine im April. Sie sagt: „Selbst wenn man die Konzerte unter den neuen strengen Maßgaben durchführt, besteht ja die Gefahr, dass keiner kommt.“ Und weiter: „Wenn sich bei Aldi Hunderte an den Kassen drängen, scheint das ja okay zu sein, aber bei Konzerten beschränkt man die Gästezahl massiv.“ Sie betont, dass es im Glockencafé wieder regelmäßig mit Musik weitergehe, sobald die Maßnahmen gelockert würden.
Einfrieren oder gleich ganz schließen
„Das Einzige, was einem bleibt, ist die Veranstaltungen einzufrieren“, betont Jörg Kirsch vom Organisationsteam des Irish House an der Eselsfürth. Man habe überlegt, Konzerte mit beschränkter Gästezahl und Adresslisten durchzuführen, sich aber letztlich dagegen entschieden. „Das hat keinen Sinn, das rechnet sich für keinen, auch nicht für die Bands. Am besten man setzt sich zuhause in ein geschlossenes Zimmer und setzt die Taucherbrille auf“, meint Kirsch nicht ohne Galgenhumor. Zurzeit versuche er, bereits geplante Konzerte umzulegen, was nicht einfach sei, da im Herbst schon jede Menge Auftritte anberaumt seien. „Aber wir haben schon vieles überlebt, da werden wir das auch schaffen“ konstatiert er letztlich.
Der Benderhof ist frisch renoviert und unter der Ägide einer neu gegründeten Genossenschaft aus Musikern und Unterstützern erst seit drei Monaten wieder offen. Geplant sind das Renovieren des Biergartens und weitere Arbeiten. „Das Ganze ist für uns sehr bitter“, sagt Susanne Daugill. Anfang der Woche befürchtete sie, dass Lokale bald ganz schließen müssen – nun ist es für den Benderhof soweit gekommen. Auf der Website unter www.benderhof-kl.de bedankt sich das Team für die ersten drei Monate und verabschiedet sich mit den Worten: „Bleibt gesund und wir sehen uns nach der Krise wieder zu einem Bier.“
Zumindest aktuell noch geöffnet
Daphne Landenberger, die den alternativen Kunsttreff AmWebEnd betreibt, will das Konzert vom „Duo Solarplexus“ am Donnerstag, 26. März, und die Lesung von Bernd Ernst am Donnerstag, 2. April, jeweils um 20 Uhr sofern möglich nicht absagen. Sie will die Maßgaben der Stadt erfüllen und die Adressen der Gäste in eine Liste eintragen. Auch will sie auf den vorgeschriebenen Abstand zwischen den Leuten achten. „Bei meinen Veranstaltungen kommen eh meist nicht allzu viele Leute“, stellt sie heraus. Sie hat vor, auch die „normalen“ Donnerstage mit offener Bühne und Gesprächsrunde ab 19.30 Uhr fortzuführen. Auch hier sei die Teilnehmerzahl begrenzt. Interessierte können sich auf der Homepage unter www.amwebend.de informieren.
Renommiert und weit über die Grenzen Kaiserslauterns hinaus bekannt ist die Galerie Wack. Spezialisiert auf die Kunstform des Konstruktivismus geben sich dort seit Jahrzehnten entsprechende Künstler aus dem In- und Ausland die Klinke in die Hand. Die Betreiberin Sigrid Wack sagt: „Corona hat mich bisher kaum interessiert.“ Mittwochs von 14 bis 19 Uhr will sie ihre Galerie weiterhin offenhalten. Aktuelle Auskünfte werden unter der Telefonnummer 0631/72773 erteilt.