Kickboxen
Großartige Kampfkunstsportler aus Ramstein auf großer Bühne
Bei der WKU-Weltmeisterschaft kam Kim Herzog, Gründer und Trainer der Kampfkunstschule Herz, aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und er war am Ende sehr bewegt, unter anderem wegen seines Sohnes.
Für die besten Kickboxer der Welt führte der Weg in diesem Jahr nach Trier. Die WKU, die World Kickboxing und Karate Union, eine der weltweit größten Fachverbände für Kickboxen und modernes Sportkarate, lockte mit der Weltmeisterschaft mehr als 2500 Starterinnen und Starter nach Rheinland-Pfalz. Aus Ramstein waren die Kampfkunstsportler Orell Herzog und Sebastian Sanchez von Kampfkunst Herz dabei. Sie trugen sich mit großartigen Leistungen in die Vereinschronik ein. Für einen ziemlich bewegten Kim Herzog, Vereinsgründer und Trainer von Kampfkunst Herz, sorgten die Mattenauftritte der beiden obendrein.
Wie der Vater, so der Sohn
Was war da los? Der zwölfjährige Orell Herzog, der erst kürzlich mit seinem Weltrekord der besonderen Art überrascht hatte – er kickte vor einem Millionenpublikum 56 Flaschendeckel von den Flaschen –, ging bei der WM in der Disziplin Pointfighting bis 35 Kilo in der Kinderklasse bis zwölf Jahre auf die Matte. Ein Freilos bescherte ihm den Einzug in Runde zwei, und ab da gab es kämpferisch kein Halten mehr.
Orell kickte im wahrsten Sinne des Wortes die Konkurrenten aus Irland, Deutschland und den USA von der Matte, zog ins Finale ein und überzeugte dort gegen den Finalgegner aus England mit Biss, Schnelligkeit und feinster Technik. Mit 17:6 holte sich Orell den WM-Titel. Doch dabei blieb es nicht. Aufgrund seiner starken Auftritte wurde er gezielt in die Mannschaft berufen und holte nach erneut glänzender Vorstellung mit Deutschlands Kinder-Team sein zweites Gold und damit seinen zweiten WM-Titel. „1995 durfte ich selbst erstmals bei einer WKA-Weltmeisterschaft in Karlsruhe starten. 30 Jahre später meinen eigenen Sohn als Weltmeister in Deutschland zu sehen, ist unbeschreiblich“, zeigte sich Kim Herzog, Orells Vater, Trainer und Gründer von Kampfkunst Herz, nach der Leistung seines Sohnes sichtlich bewegt.
Im nächsten Jahr nach Abu Dhabi
Der Trainer hatte noch mehr Grund zur Freude. Mit Sebastian Sanchez startete ein weiteres Talent aus seinen Reihen bei den Erwachsenen im Leichtkontakt bis 70 kg. Im Einzel schied Sanchez zwar knapp gegen Mexiko aus, das hätte aus Sicht des Trainers und auch des Bundestrainers auch für Sanchez gewertet werden können. Sanchez zog anschließend mit dem Herrenteam für Deutschland ins Finale. Die Mannschaft unterlag dort England und gewann Team-Silber. „Sanchez traf dabei auf ein Schwerstlos. Ihm stand ein Profiboxer und amtierender Weltmeister der bis 75-kg-Klasse gegenüber“, war Kim Herzog stolz auf die Klasse und den Charakter, den sein Schüler im Kampf auf die Matte gelegt hatte.
2026 wird der Weg zur WM für die Ramsteiner Kickboxer deutlich weiter, die Weltelite trifft sich im nächsten Jahr in Abu Dhabi.