Tanzen
Glanzvoller Auftakt des TSV Ramstein ins Jubiläumsjahr
Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens beschloss der Verein erstmals, ein vereinseigenes Turnier unter der Schirmherrschaft des Deutschen Tanzsportverbandes zu veranstalten. Bisher war er immer nur Ausrichter für Verbandsturniere, ob Deutschlandcup oder Landesmeisterschaften. Beim Ramsteiner Löwen-Cup, der am 3. Januar deutschlandweit das einzige Tanzturnier war, war das anders. Und dort gab es eine besondere Trophäe. „Die Paare der S-Klasse-Turniere haben schon alles gewonnen, haben den ganzen Schrank voller Pokale, die wollen keine weiteren“, erklärt Lothar Röhricht, Vorsitzender des TSV, wie die Idee entstand, eine Trophäe in Form eines Löwen, Ramsteins Wappentier, zu entwerfen. Alle Teilnehmer erhielten einen Plüschlöwen, die Sieger der Gruppen jeweils einen von Künstlerin Christel Schäfer in Handarbeit gefertigten Keramik-Löwen. Für die Kinder gab es zudem Pokale. „Die haben noch keine und freuen sich entsprechend darüber“, so Röhricht. Diese Idee gefiel auch dem Ramsteiner Bürgermeister, der die Löwen persönlich übergab. Fast der gesamte Stadtvorstand fand sich unter den Zuschauern.
Witterungsbedingte Absagen
Während Röhricht zunächst skeptisch war, ob genug Tänzer kommen würden, trudelten ab Mitte Dezember die Meldungen ein. Am Ende kamen über 130 Tänzer, die meisten davon als Paare, einige mussten aufgrund der Witterungsbedingungen kurzfristig absagen.
Insgesamt gingen sieben Gruppen an den Start, zwei bei den Junioren, fünf bei den Senioren, eingeteilt nach Alter und Leistungsklasse. Die Juniorenwettbewerbe, die im Solo-Tanzen ausgetragen wurden, sollten das Kontrastprogramm bieten. Viele der Mädchen tanzten ihr erstes oder zweites Turnier, sind gerade erst in den Turniersport eingestiegen. Die Solisten zeigten vier Latein-Tänze, Samba, Rumba, Jive und Cha-Cha-Cha.
Die Senioren waren in die Altersgruppen I bis V unterteilt. In vier der fünf Seniorengruppen traten S-Klasse-Tänzer an, die besten Paare aus ganz Deutschland wurden eingeladen. Wer eine Anreise von über 100 Kilometer hatte, erhielt Fahrtgeld. So kamen Paare aus bis zu 440 Kilometern Entfernung angereist. Aus München, Fulda, Ulm, Freiburg, Köln und vielen anderen Städten des gesamten Bundesgebietes.
Komplexes Wertungssystem
Die Senioren präsentierten die fünf Standardtänze, langsamer Walzer, Tango, Slowfox, Quickstep und Wiener Walzer, für je 90 Sekunden. Bewertet wurde das Ganze von fünf Kampfrichtern. Diese achten auf verschiedene Kriterien, wie etwa die Schwung- oder Fußtechnik, die Körperhaltung und -spannung und die Schwierigkeit der gezeigten Figuren. Jeder Kampfrichter achtete dabei auf andere Kriterien. „Es ist nicht so greifbar wie etwa beim Fußball, wo ein Tor ein Tor ist“, beschreibt Röhricht das komplexe Wertungssystem, das für Laien nicht auf Anhieb zu durchschauen ist.
In den größeren Gruppen gab es zunächst Vorrunden, in denen die Paare mit Kreuzen bewertet wurden. Wer genug Kreuze hatte, kam weiter in die Zwischenrunde und schließlich unter die letzten sechs. Dort gab es eine offene Wertung. Direkt nach den getanzten 90 Sekunden ordneten die Kampfrichter die Paare jeweils von Platz eins bis sechs. Diese Methode ist nicht mehr üblich, aber Röhricht bestand darauf, denn: „Sonst hat das Publikum nichts davon. So können die Zuschauer sehen und nachvollziehen, wer, warum auf welchem Platz landet.“ Platzieren drei der fünf Kampfrichter ein Paar auf demselben Platz, so hat es diesen sicher. Herrscht Uneinigkeit, muss ein Computerprogramm zur Hilfe genommen werden, welches die Endplatzierung errechnet.
Prunkvoll gekleidet
Für die Tänzer gibt es eine strikten Dresscode. Während in den unteren Klassen schlichte Kleider ohne Schmuck vorgeschrieben sind, um den Fokus komplett auf das Tanzen zu legen, lassen sich die Paare, insbesondere die Frauen, der S-Klasse, einiges einfallen. Teure, bunte Kleider, glitzernder Schmuck, elegante Frisuren und viel Schminke gehören dazu.
Los ging es um 10.30 Uhr mit einem offenen Turnier der Solo-Juniorinnen der Startklasse D. Dabei belegte Marie Freudenberger von der TSC Crucenia Bad Kreuznach den ersten Platz. Um 11.05 Uhr trat die erste Senioren-Gruppe an, in der Altersklasse II und Startklasse S. Thomas Langkavel und Sabine Haas aus dem TC Der Frankfurter Kreis holten sich den Sieg und den Löwen.
Ausnahmewertung
Weiter ging es mit einer der größten Gruppen, den Senioren III der Startklasse A. Es war die einzige Gruppe, die nicht in der S-Klasse startete, da der TSV ein eigenes Tanzpaar hat, das in der A-Klasse antritt und ihm die Chance geben wollte, Punkte für den Aufstieg in die S-Klasse zu sammeln. Für den Sieg auf heimischem Boden reichte es jedoch nicht, Jens Ewen und Elisabeth Rappolt von der TSG 1861 Grünstadt standen am Ende auf dem ersten Platz.
Um 13.35 Uhr waren dann die Ältesten, die Senioren V, an der Reihe. Hier holten Karl-Heinz Wundsam und Christa Wundsam den Heimsieg für den TSV Ramstein. Ebenfalls ein großes Teilnehmerfeld hatten die Senioren III in der S-Klasse. Hier holten sich Thomas Langkavel und Sabine Hass den Doppelsieg, nachdem sie bereits bei den Senioren II gewonnen hatten.
Es folgte die zweite Soloeinlage der Juniorinnen. Der TSC Crucenia Bad Kreuznach durfte sich auch hier über den ersten Platz freuen, Carlotta Victoria Bachelier siegte. Den Abschluss machten die Senioren IV, ebenfalls S-Klasse. Hier belegten Alexander Hick und Petra-Alexandra Leßmann vom TSC Rot-Gold Sinsheim den ersten Platz.
„Es ist besser gelaufen als gedacht, ein gelungener Auftakt in das Jubiläumsjahr“, resümierte ein sichtlich zufriedener Röhricht am Abend.